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Schon wieder!

Telefonbetrüger in Salzburg erneut erfolgreich

Polizei nimmt Angehörige in die Pflicht

Handy, Telefon, Smartphone, SB ASSOCIATED PRESS
Die Betrüger täuschten die Salzburgerin durch eine verweinte Frauenstimme. (SYMBOLBILD)

Schon wieder waren Betrüger mit der sogenannten Unfallmasche in der Stadt Salzburg erfolgreich. Eine 80-Jährige übergab rund 40.000 Euro an eine Unbekannte, nachdem ihr vorgetäuscht wurde, ihre Tochter sei in einen Unfall verwickelt gewesen. Die Polizei warnt eindringlich und nimmt Angehörige von betagten Menschen in die Verantwortung.

Salzburg

Wie die Polizei berichtete, waren am Dienstag in Salzburg zunächst mehrere Betrugsversuche nach demselben Muster gescheitert. Die Angerufenen reagierten mit Misstrauen und verständigten die Exekutive. 

Frauenstimme weinte am Telefon

Bei der 80-Jährigen rief ein angeblicher Kriminalbeamter aus Norddeutschland an, um sie über den Vermeintlichen Unfall ihrer Tochter zu informieren. Die Frau habe zunächst skeptisch reagiert. "Obwohl die Frau gegenüber dem Mann vorerst noch angab, sie habe bereits von solchen Betrügereien gehört, und lasse sich nicht hereinlegen. Als jedoch eine Frauenstimme am Telefon weinte, glaubte die Pensionistin, dass es sich um ihre Tochter handle", schildert die Exekutive. Sie hob daraufhin bei der Bank 40.000 Euro ab und fuhr mit dem Fahrrad in die Kendlerstraße. Dort wartete offenbar bereits eine Frau zur Übergabe. Diese wird als etwa 1,60 Meter groß beschrieben, soll etwa 40 Jahre alt sein und von dicklicher Statur sein. Sie habe Salzburger Dialekt gesprochen. Während der Geld-Übergabe habe sie eine runde Brille mit schwarzer Fassung, eine schwarze Daunenjacke, helle Haube und einen schwarzen Rucksack getragen. Der angebliche Kriminalbeamte sprach laut Polizei Hochdeutsch, vermutlich aus Norddeutschland.

Zahlreiche Fälle in Salzburg bekannt

Seit rund einem Jahr häufen sich die Fälle in Salzburg. Bei der Masche handelt es sich um eine Facette des lange bekannten Neffentricks. Den potenziellen Opfern wird von einem Betrüger, der sich als Polizist ausgibt, eine Notlage vorgespielt, in dem ihnen von einem angeblichen Verkehrsunfall eines nahen Angehörigen berichtet wird. Um eine Haftstrafe zu vermeiden, müsse eine hohe Kaution in bar an einen Polizisten übergeben werden. Die Polizei rät vor allem, dass jüngere Personen, die über diese Vorgehensweise bereits Bescheid wissen, ihre älteren und betagten Angehörigen eindringlichst vor solchen Betrugsversuchen warnen.

Tipps der Kriminalprävention:

  • Brecht Telefonate, bei denen  Geldleistungen gefordert werden, sofort ab. Lasst euch auf keine Diskussionen ein und macht eurem Gegenüber entschieden klar, dass ihr auf keine der Forderungen/Angebote eingehen werdet.
  • Lasst euch, auch von Polizisten, im Zweifelsfall immer Dienstausweise zeigen.
  • Falls Verwandte ins Spiel gebracht werden, kontaktiert diese, um die Echtheit eines vermeintlichen Vorfalls nachzuprüfen.
  • Lasst niemanden in euer Haus oder eure Wohnung, den ihr nicht kennt. Verwendet zur Kontaktaufnahme die Gegensprechanlage oder verwendet die Türsicherungskette oder den Sicherungsbügel.
  • Falls es zu einem Betrug gekommen ist, sind alle Informationen zum Täter besonders wichtig: Notiert Aussehen, Kleidung, Sprache, Autokennzeichen, Autofarbe etc. Erstattet umgehend Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle.
(Quelle: SALZBURG24)

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