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Testamentsfälschung: Klare Sache

In der Testamentsfälschungsaffäre sind insgesamt neun Personen aus Vorarlberg und eine in Salzburg wohnhafte Person angeklagt. Die Prozesstage in Salzburg werden noch im Frühling stattfinden.

In einem Zivilprozess rund um die Testamentsfälschungsaffäre am Bezirksgericht Dornbirn mussten sich am Dienstag die Mutter und die Tante einer in der Causa angeklagten Richterin verantworten. Die beiden Frauen waren in einem gefälschten Testament begünstigt worden, eine außergerichtliche Einigung mit den rechtmäßigen Erben war vor Prozessbeginn offenbar nicht zustande gekommen. Nun soll ein Notar als Treuhänder die Liegenschaften verkaufen, der erzielte Erlös sowie das Bargeld des 2004 verstorbenen Mannes sollen anschließend unter den 31 Erben aufgeteilt werden, berichteten am Mittwoch Vorarlberger Medien.

Testamentsfälschung ist klare Sache

In der Verhandlung am Bezirksgericht Bregenz wurde eindeutig klargestellt, dass es sich bei dem Testament, in dem die zwei Frauen als Erbinnen eingesetzt wurden, um eine Fälschung handelt. Das räumten auch die zwei Anwälte der beklagten Frauen ein. Der am Mittwoch aufgenommene Erbprozess wurde von elf Verwandten des Mannes angestrengt, die jeweils zwischen 7.000 und 10.000 Euro verlangen. Der Prozess wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.

Prozesstage in Salzburg

Die suspendierte Richterin wird sich im Frühling in einem Strafprozess vor dem Landesgericht Salzburg rechtfertigen müssen, weil sie das gefälschte Testament zugunsten ihrer Familienangehörigen in Auftrag gegeben haben soll. Sie bestreitet das vehement. In der Testamentsfälschungsaffäre sind insgesamt neun Personen aus Vorarlberg und eine in Salzburg wohnhafte Person angeklagt, darunter fünf Justizmitarbeiter. Sie sollen von 2001 bis 2008 in 20 Verlassenschaftsverfahren Testamente und Verträge manipuliert haben, um sich und Angehörige zu bereichern. Der Schaden, den das mutmaßliche kriminelle Treiben angerichtet hat, soll rund zehn Mio. Euro betragen, es gibt über 150 Geschädigte. Der Prozess, der am 16. April beginnt, wurde aus Gründen einer möglichen Befangenheit der Vorarlberger Justiz nach Salzburg ausgelagert. Es wurden 17 Verhandlungstage anberaumt.
(Quelle: S24)

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