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Große Betroffenheit

Mahnwache für tote Ärztin auch in Salzburg geplant

Gedenkfeier vor Praxis in Vöcklabruck

Gedenkfeier Ärztin Oberösterreich APA/TOBIAS STEINMAURER
Der Tod der Ärztin hatte österreichweit Betroffenheit ausgelöst.

Für jene oberösterreichische Ärztin, die wegen Morddrohungen von Impfgegner:innen ihre Praxis geschlossen hatte und kurz daraufhin tot in dieser aufgefunden wurde, hat am Sonntag in Wien eine Mahnwache stattgefunden. Eine ähnliche Gedenkfeier soll nun auch in Salzburg stattfinden.

Der Tod der Ärztin hat tiefe Betroffenheit ausgelöst. Vor der Arztpraxis in OÖ und dem Gesundheitsministerium in Wien legten Menschen Blumen nieder und entzündeten Kerzen. Am Montag ist in Wien am Stephansplatz eine Gedenkveranstaltung geplant. In den Sozialen Medien kursierten auch Termine für Mahnwachen in Steyr, Linz, Wels, Graz und Salzburg.

Bedrohte Ärztin tot: Trauer in Wien APA/TOBIAS STEINMAURER
Trauernde haben sich vor dem Gesundheitsministerium in Wien versammelt, um der verstorbenen Ärztin zu gedenken.

Bedrohte Ärztin aus OÖ tot in Ordination gefunden

Jene Ärztin, die zuletzt wegen Morddrohungen ihre Praxis geschlossen hat, ist am Freitag tot in ihrer Ordination im Bezirk Vöcklabruck gefunden worden. Es liege kein Fremdverschulden vor.

Lichtermeer für tote Ärztin in Wien geplant

Daniel Landau, Organisator und Initiator von #YesWeCare, gab auf Twitter bekannt, eine Veranstaltung am Montag für 20.30 Uhr am Stephansplatz in Wien angemeldet zu haben. Landau war mit der Ärztin in Kontakt, es soll mit einem Lichtermeer still an sie gedacht werden. „Ich hoffe auf ein starkes gemeinsames Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und gegen Hass“, sagte Landau gegenüber der Kathpress. Um 21 Uhr wolle man mit dem Entzünden der selbst mitgebrachten Lichter, seien es Kerzen oder Handy-Licht, der Verstorbenen gedenken.

Mahnwache am Dienstag in Salzburg

Dompfarrer Toni Faber unterstützt die Initiative: „Ich werde am Montagabend selbst dabei sein, wenn die Glocken des Doms das Gedenken und Gebet für die Verstorbene begleiten.“ Die Veranstaltung in Wien werde wohl die größte werden, weitere Mahnwachen sind laut Einträgen in den Sozialen Medien für Montag in Graz (20 Uhr am Hauptplatz), Wels (20 Uhr beim Landesgericht) und Linz (20 Uhr am Taubenmarkt) sowie am Dienstag 19 Uhr am Kajetanerplatz in Salzburg geplant.

Bereits heute, Sonntag, wolle man um 18 Uhr in Steyr beim Neutor der verstorbenen Ärztin gedenken. Auch für Linz war bei der oö. Polizei für Montag eine Mahnwache angemeldet.

Ärztin tot in Ordination aufgefunden

Die Ärztin ist am Freitag tot in ihrer Ordination im Bezirk Vöcklabruck gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft Wels bestätigte einen Suizid. Es wurde keine Obduktion angeordnet. Es seien laut Staatsanwaltschaft Abschiedsbriefe gefunden worden, zu deren Inhalt man nichts sagen wollte.

Monatelange Repressalien gegen Medizinerin

Die Ärztin hatte unter anderem auf ihrer Homepage berichtet, dass sie monatelang in unregelmäßigen Abständen Repressalien bis hin zu Morddrohungen „aus der Covid-Maßnahmengegner- und Impfgegner-Szene“ ausgesetzt gewesen sei. Das bestätigte die Polizei damals auch, Ermittlungen dazu wurden eingeleitet. Die Medizinerin hatte nach Angaben der Polizei längere Zeit Polizeischutz erhalten, sie selbst fühlte sich aber stets zu wenig geschützt und hatte nach eigenen Angaben auch selbst rund 100.000 Euro für Schutzmaßnahmen ausgegeben.

Arzt APA/FOHRINGER
Nicht notwendige Arztbesuche sollten derzeit unterlassen werden. (SYMBOLBILD)

Ärztin in OÖ schließt wegen Morddrohungen Ordination

Wegen Morddrohungen via Internet hat eine Allgemeinmedizinerin in Oberösterreich ihre Ordination vorübergehend geschlossen. Wie sie auf ihrer Homepage mitteilt, sei sie seit mehr als sieben Monaten …

Im Juni schloss sie die Ordination zunächst vorübergehend, schließlich verkündete sie die endgültige Schließung. Man könne Arbeitsbedingungen „wie wir sie die letzten Monate erlebt haben“, niemandem zumuten, begründete sie den Schritt. Die Staatsanwaltschaft Wels hatte im Juni das Ermittlungsverfahren gegen einen deutschen Verdächtigen eingestellt – mit der Begründung, man sei nicht zuständig, sondern deutsche Behörden. Eine Hacker-Aktivistin machte allerdings zwei Deutsche ausfindig, die Droh-E-Mails verfasst haben sollen.

In Österreich ermittelt die Polizei weiter gegen unbekannte Täter, weil davon auszugehen sei, dass die Vorwürfe mehrere Personen betreffen, wie es seitens der Ermittler heißt. An diesen Ermittlungen ändere auch der Tod der Frau nichts, man warte nach wie vor auf den Abschlussbericht der Polizei, so eine Staatsanwaltschaftssprecherin.

(Quelle: APA)

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