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"Ist das echt?"

Wie tote Tiere ins Museum kommen

Haus der Natur zeigt Sonderschau zu Tierpräparation

„Ist das echt?“ - diese Frage wird im Haus der Natur wohl öfter gestellt. Das Salzburger Museum zeigt nun in einer Sonderausstellung, wie aus einem toten Tier ein Ausstellungsstück wird.

Wenn es um wie lebendig aussehende Tierexponate in den Ausstellungen geht, wurde Robert Lindner, Direktor des Salzburger Hauses der Natur, schon oft gefragt, ob diese denn wirklich echt wären. Das nimmt sich das Salzburger Museum nun zum Anlass für eine Sonderschau. „Ist das echt? Die präparierte Welt“, ist bis September 2023 zu sehen.

Haus der Natur: Ausstellung zu Tierpräparation

Gezeigt wird der Weg, der notwendig ist, damit aus einem toten Tier ein Präparat für eine Ausstellung oder für wissenschaftliche Zwecke wird. „Das ist ein sehr anspruchsvoller Prozess“, betonte Ausstellungskuratorin Barbara Loidl. Die Ausstellung spürt alten Konservierungstechniken – wie der Mumifizierung von Tieren und Menschen im Alten Ägypten – nach, und zeigt, dass modernste Materialien und Techniken das einstige „Ausstopfen“ längst abgelöst haben. Wo früher beispielsweise Stroh oder Holz verwendet wurde, um dem Körper Stabilität zu verleihen, werden heute exakt vermessene Kunststoffkörper mit der gegerbten Haut überzogen.

 

„Ausstopfen“ als Lehrberuf

Tierpräparation ist ein Lehrberuf, die Meister des Fachs brauchen nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch eine gute Beobachtungsgabe und bildhauerische und künstlerische Fähigkeiten. „Der Anspruch ist, dass das Tier aussieht, als wäre es lebendig“, sagte Loidl. Für Meisterschaften oder Ausstellungen gehe es nicht nur um das Tier und seine Körperhaltung, sondern um eine ganze Szene. So hat der bayerische Präparator Dieter Schön nicht nur den sehr lebendig wirkenden Zuchtstier „Excalibur“ zur Verfügung gestellt, sondern auch einen im Straßenverkehr getöteten Wolf samt Straßenbegrenzungspfeiler und Blutlacke.

Von Schmetterlingen bis hin zu Amphibien

Gezeigt werden in der Ausstellung alte und neue Techniken der Präparation ebenso wie historische und moderne Exponate. Das reicht von der klassischen Schmetterlingssammlung über in Alkohol eingelegte Amphibien bis hin zu Skeletten, die mit viel Geduld wie Puzzleteile zu einem anatomisch korrekten, stabilen Körper zusammengefügt werden. Und es gibt Exponate, die Geschichte erzählen: Ein bunter Paradiesvogel, der von Erzbischof Matthäus Lang von Wellenburg angekauft wurde, kam mit einem Schiff aus Magellans Weltumsegelungsflotte 1522 nach Salzburg und ist in der Schau zu sehen.

Bleibt die Frage, was echt und was Fake ist? Beim Schnabeltier war man sich da lange nicht so sicher. Als es erstmals in Europa gezeigt wurde hielt man es für den Scherz eines Präparators, der Biber und Ente zusammengefügt hat. Heute weiß man, dass es Schnabeltiere gibt - im Gegensatz zu den auch zu sehenden Wolpertingern und gehörnten Hasen.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 26.09.2022 um 11:10 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/tote-tiere-im-museum-haus-der-natur-zeigt-sonderschau-127297048

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