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Linsen statt Fleisch

Start-up erobert Gastro-Szene

Vegane Burger aus dem Flachgau

Cassandra Winter und Martin Jager haben wahnsinnig gerne Fleisch gegessen. Von einem Tag auf den anderen wurden sie vegan, ihren Foodtruck "Vleischpflanzerl" kennt man mittlerweile in ganz Österreich. SALZBURG24 haben die beiden von der Firmengründung und ihren neuesten Ideen erzählt.

Eugendorf, Salzburg

Alles begann mit der Erkenntnis, dass Kuhmilch eigentlich Muttermilch ist. Während sich Cassandra Winter im ersten Moment noch dachte, das sei „ein Blödsinn“, strich sie schließlich von einem Tag auf den anderen tierische Produkte aus ihrer Ernährung, blickt sie im Gespräch mit SALZBURG24 zurück.

Sechs Wochen lang lebte sie dann vegan. Lebensgefährte Martin Jager machte bei dem Selbstversuch mit. Nach einem kurzen Ausflug zurück in die Welt von Fleisch und Co wurden sie Schritt für Schritt dann konsequenter, aus „vegan@home“ wurde eine ganzheitliche vegane Ernährung.

Suche nach veganem Burger

Schrecklich vermisst hat Winter allerdings Burger. Da es keine zufriedenstellende fleischlose Alternative gab, begann die Flachgauerin selbst zu experimentieren. Eineinhalb Jahre tüftelte sie am perfekten Rezept: Schließlich stieß sie auf Tellerlinsen als Hauptzutat. „Wir haben die Kreationen an Freunden getestet und ein extremer Fleischliebhaber hat beim Linsenpatty gemeint: ‚Mit dem kannst du auf die Straße gehen‘“, schildert Jager gegenüber S24.

98 Prozent der Gäste Fleischesser

Gesagt, getan. 2015 war der Foodtruck „Vleischpflanzerl“ erstmals unterwegs. In der Alpenstraße haben sie Tische, Bänke und Sonnenschirme auf einem Parkplatz aufgestellt. Viele Gäste sind Stammkunden, Jager und Winter begrüßen die meisten mit Namen. „Mittlerweile kennen sich viele unserer Kunden auch schon untereinander, da sind Freundschaften entstanden“, beschreibt Jager. Deshalb sind die beiden mit ihrer mobilen Burgerküche weiterhin unterwegs: „Der Kontakt mit den Leuten ist sehr herzlich und wir bekommen direkt Feedback.“ 98 Prozent der Gäste sind übrigens keine Veganer: „Es geht nicht darum zu missionieren. Wenn der Geschmack überzeugt, kommen die Leute wieder.“

"easyVegan" kein Fleischersatz

Als Fleischersatz sehen die beiden ihr Produkt nicht. Geschmacksverstärker kommen nicht hinein, es ist ein reines Naturprodukt mit Tellerlinsen und Gewürzen, betont Winter. Neben dem Foodtruck haben die zwei Salzburger seit 2018 ein zweites Unternehmen am Start: „easyVegan“ richtet sich an die Gastronomie. Mit Linsen in Bällchen-, Stäbchen-, Laibchen- und Taler-Form wollen sie es Gastronomen einfacher machen, vegane Alternativen anzubieten. Der größte Coup bisher ist eine Kooperation mit dem Raststättenbetreiber Rosenberger. Aber auch in den Kantinen von Porsche oder Palfinger finden sich „easyVegan“-Produkte.

Präsidialer Burger aus Salzburg

Mittlerweile können die beiden von ihrem Foodtruck und "easyVegan" leben. Von Wien bis nach Bayern ist das „Vleischpflanzerl“ auf Veranstaltungen und Festivals präsent. Dadurch gehören auch prominente Namen zum Kundenstamm. Von Bundespräsidente Alexander Van der Bellen persönlich wurde der „Texaner-Burger“ geadelt, erzählt Winter: „Er hat mir sogar eine handgeschriebene Notiz dagelassen.“ Auch die beiden Extremkletterer Alexander und Thomas Huber sowie die Musiker von Russkaja haben die veganen Burger schon probiert. Ebenso die Wintersportler Stefan Kraft und Manuel Feller.

Neue Produkte in Planung

In naher Zukunft möchten Winter und Jager es auch in die Supermarkt-Regale schaffen. Dafür gibt es schon viele Produkt-Ideen, Details will Jager noch nicht verraten.

Bei der veganen Ernährung wollen die beiden aus heutiger Sicht auf alle Fälle bleiben. Winter: „Bisher konnte mir noch keiner ein überzeugendes Argument gegen Veganimus liefern. Ich glaube auch nicht, dass ich zurückgehen könnte.“

(Quelle: SALZBURG24)

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