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Verhüllungsverbot gilt nicht für Halloweenkostüme

An Halloween ziehen auch in Salzburg Kinder und Jugendliche von Haus zu Haus. Mit "Süßes sonst gibt's Saures" fragen die Kinder um eine süße Spende. Bekommen sie keine, drohen den Hausbewohnern Streiche. Die Polizei gibt Auskunft darüber, welche Streiche auch zu Straftaten werden können und wie man an Halloween mit dem Verhüllungsverbot umgeht.

Die Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gehört auch in Österreich längst den gruseligen Gestalten. Verkleidet als Hexen, Zombies und Vampire sind viele Kinder und Jugendliche in dieser Nacht auf den Salzburger Straßen unterwegs. Probleme mit dem Verhüllungsverbot bekommen sie an Halloween aber keine: "Kostüme und Masken sind in dieser Nacht nicht verboten. Mittlerweile fällt Halloween auch in Österreich unter Tradition. Damit ist es vom Verhüllungsverbot ausgenommen", klärt Polizeisprecherin Eva Wenzel im Gespräch mit SALZBURG24 auf.

Wenn Streiche strafbar werden

Für viele Kinder steht das Sammeln von möglichst vielen Süßigkeiten an Halloween im Vordergrund, andere nutzen die Nacht um Streiche zu spielen. Dass diese nicht immer harmlos sind, weiß die Polizei aus Erfahrung. "In Salzburg ist besonders das Werfen von rohen Eiern beliebt. Das mag zuerst lustig erscheinen, kann aber strafbar sein", erklärt Wenzel. Streiche würden zu Halloween öfter ausarten und in Sachbeschädigungen enden: "Wenn bei einem Streich etwas beschädigt wird, so kann das auch in einem zivilrechtlichen Verfahren enden und ziemlich teuer werden", klärt Wenzel auf. Sie erinnere sich etwa an einen Fall, bei dem ein Auto mit einem Kürbis beworfen und schwer beschädigt wurde. Der Schaden muss natürlich ersetzt werden. Generell kommt es an Halloween vermehrt zu Sachbeschädigungen.

Scheinbar harmlose Streiche an Halloween strafbar

Das Verunstalten oder Beschmieren von Häusern oder Autos, Beschädigen von Briefkästen, Zerstören von Mülltonnen, aber auch Diebstähle, stellen Straftaten dar, die ausnahmslos zur Anzeige gebracht werden. "Das gilt etwa auch, wenn ich Personen durch Drohungen in Furcht und Unruhe versetze", informiert Wenzel. Folgende Handlungen gelten als Straftaten:

• Das Bewerfen von Hausfassaden oder Autos mit Eiern.
• Das Beschmieren von Hauswänden und Fahrzeugen.
• Das Werfen von Steinen gegen Fensterscheiben oder durch Fenster.
• Das Hineinwerfen von brennenden Gegenständen in Briefkästen.
• Das Zerstören von Blumenbeeten.
• Das Auskippen von Mülltonnen.
• Das Bedrohen von Bewohnern an der Haustür, wenn diese keine Süßigkeiten oder Geld herausgeben.
• Das Bestehlen anderer Kinder und Jugendlicher.
• Lärmbelästigung

Tipps zum Schutz vor Streichen

Autos, Motorräder und Fahrräder sollten in Garagen oder auf geschützten Plätzen abgestellt werden. Gegenstände, wie Gartenmöbel oder Spielsachen, sollten nicht im Freien gelassen und brennbare Materialien aus den Postkästen entfernt werden. Als Abschreckung für Halloween-Scherzbolde kann eine gute Beleuchtung, auch in Verbindung mit Bewegungsmeldern, sorgen.

Polizei Salzburg verstärkt im Einsatz

Die Polizei Salzburg ist daher in dieser Nacht verstärkt mit Streifen in Zivil als auch in Uniform unterwegs. "Sobald es einen Schaden gibt, kann das Konsequenzen haben. Das gilt auch für Jugendliche und Kinder unter 14 Jahren", sagt Wenzel. Diese können zwar nicht strafrechtlich belangt werden, aber sehr wohl zivilrechtlich. Geschädigte können in diesem Fall etwa die Wiedergutmachung des entstandenen Schadens, beispielsweise die Reinigung der Hausfassade, einklagen. Außerdem werde das zuständige Jugendamt informiert.

Eltern sollten klärendes Gespräch mit Kindern führen

Um straf- sowie zivilrechtliche Konsequenzen zu vermeiden rät Wenzel Eltern zu einem klärenden Gespräch mit den Kindern: "Eltern sollten dabei mit ihren Kindern über die möglichen Konsequenzen von Streichen sprechen, aber auch die Route besprechen: In welcher Nachbarschaft dürfen die Kinder unterwegs sein, bei wem dürfen sie klingeln?" Auch auf das Salzburger Jugendschutzgesetz sollte zu Halloween nicht vergessen werden. Demnach dürfen Kinder unter zwölf Jahren ohne Begleitperson bis 21 Uhr, unter 13 Jahren vor Feiertagen bis 23 Uhr an öffentlichen Orten unterwegs sein. Ab 14 dürfen die Jugendlichen bis Mitternacht um die Häuser ziehen und ab 16 Jahren gibt es keine zeitliche Begrenzung mehr. "Unter 14 Jahren sollte allerdings eine Begleitperson an Halloween dabei sein", empfiehlt Wenzel.

Keine Horror-Clowns in Sicht

Im letzten Jahr versetzten Horror-Clowns auch Salzburg in Angst und Schrecken. Heuer musste die Polizei noch zu keinem Einsatz ausrücken, bei dem einer der Gruselclowns beteiligt war. "Die Horrorclowns waren ein Phänomen des letzten Jahres. Das war nicht mehr zum Spaßen, der Trend ist aber vorübergegangen", bestätigt Wenzel gegenüber S24.

So feiern die Salzburger Halloween

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 22.10.2019 um 08:35 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/verhuellungsverbot-gilt-nicht-fuer-halloweenkostueme-57247672

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