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Analyse

Wegen Corona weniger Stau in Salzburg

Verkehrsaufkommen wird wieder zunehmen

20200330_PD1960.HR.jpg APA/Barbara Gindl/Archiv
Im ersten Lockdown waren die Straßen in der Stadt Salzburg weitgehend leer.

Die Corona-Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit für weniger Staus gesorgt. Wie aus einer Datenanalyse des niederländischen Navigationsgeräteherstellers TomTom hervorgeht, ging der Zeitverlust im Verkehr in 387 von 416 untersuchten Städten zurück.

Salzburg

In Österreich hieß die Stauhauptstadt im Vorjahr erneut Wien. Generell benötigten Autolenker, die in der Bundeshauptstadt im Jahr 2020 zu einem beliebigen Zeitpunkt im Stau standen, im Mittel 26 Prozent mehr Zeit für eine Fahrt als bei frei fließendem Verkehr. Das ist zwar ein Rückgang um zwei Prozentpunkte gegenüber 2019, vor allem in der Rush Hour am Morgen und am Abend war der Zeitverlust nach wie vor hoch.

Salzburg und Graz auf Platz zwei

Auf Platz zwei im heimischen Stau-Ranking landeten 2020 gleichauf Graz und Salzburg (jeweils 23 Prozent mehr Fahrzeit gegenüber frei fließendem Verkehr), wobei der Rückgang in Salzburg gegenüber dem Vorjahr mit vier Prozentpunkten etwas stärker ausfiel als in Graz (minus drei Prozentpunkte). Zwei an sich halbstündige Fahrten zu den Stoßzeiten am Morgen und am Abend kosteten an der Mur in Summe 22 Minuten extra, an der Salzach waren es 20 Minuten mehr. Zeitverlust über das Jahr: 82 bzw. 75 Stunden. In beiden Städten war übrigens der 16. November - der Tag vor Beginn des zweiten Lockdowns - der Tag mit den stärksten Verzögerungen im Verkehr.

 

Unterschiedliche Entwicklungen in den Städten

Wie das Unternehmen analysierte, sind die Entwicklungen des Stau-Niveaus in den Monaten nach dem ersten Lockdown von Stadt zu Stadt höchst unterschiedlich ausgefallen: Innsbruck als Studenten-und Touristenstadt sei zwar zu den bekannten Schemata aus dem Vorjahr zurückkehrt, allerdings auf einem deutlich niedrigeren Niveau. In Wien und Salzburg dagegen waren bereits im Juni kaum mehr Unterschiede im Verlauf des Stau-Niveaus an Werktagen festzustellen. Dabei wurden Werte nahezu auf dem Niveau des Vorjahres erreicht - und stellenweise sogar übertroffen.

Lockdown verändert Mobilitätsverhalten

"Durch Lockdowns bis hin zu geschlossenen Grenzen hat sich die Mobilität der Menschen grundlegend verändert - und zwar sehr schnell", erklärte Ralf-Peter Schäfer, Leiter des Teams für Verkehrsdaten bei TomTom. Man gehe jedoch nicht davon aus, dass die Verkehrsbelastung weiterhin so niedrig bleibe, wenn es nicht zu einer zielgerichteten und bewussten Änderung des Fahrverhaltens komme.

Verkehrsaufkommen wird wieder zunehmen

"Wir werden in den nächsten Monaten erleben, dass das Verkehrsaufkommen wieder zunehmen wird. Menschen werden wieder in die Arbeit fahren und zu alten Routinen zurückkehren", so Schäfer. Ein Ende der Rush Hour durch flexible Arbeitszeiten, Home Office und eine smarte Nutzung von Verkehrsdaten, um die besten Reisezeiten zu ermitteln, erscheine aber durchaus möglich. "Das hängt aber auch von politischen Entscheidungsträgern und Arbeitgebern ab."

Im internationalen Vergleich am meisten Geduld brauchten Autofahrer laut TomTom im Jahr 2020 im Großraum Moskau, in Mumbai, Bogota und Manila. In Europa waren es nach Moskau die Städte Istanbul und Kiew. Wien kommt im weltweiten Ranking auf Platz 99, Graz auf 144, Salzburg auf 148, Linz auf 269 und Innsbruck auf 278. Die stärksten Zunahmen gab es im Vorjahr übrigens im chinesischen Changchun und in Taoyuan in Taiwan.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 26.07.2021 um 07:04 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/verkehr-wegen-corona-weniger-stau-in-salzburg-98279851

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