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Versuchter Raubüberfall auf Salzburger Juwelier: Serben vor Gericht

Ein gescheiterter Raubüberfall auf den Nobel-Juwelier "Haasmann" in der Salzburger Getreidegasse vom 21. November 2012 hat für zwei Serben am Dienstag zu einem gerichtlichen Nachspiel geführt.

Die Männer im Alter von 20 und 22 Jahren waren mit Perücken und aufgeklebten Bärten maskiert. Sie hatten laut Anklage eine echte Pistole, eine Schusswaffen-Attrappe und Einbruchswerkzeug in ihrer Tasche. Weil fünf Leute im Geschäft standen, verließen sie es unverrichteter Dinge. Vor einem Salzburger Schöffensenat bestritt der 20-jährige Erstangeklagte eine Raubabsicht.

Täter rechtfertigen sich

Sie hätten das Geschäftslokal nur ausspionieren wollen, erklärte der 20-jährige Kellner. Die Waffen, den drei Kilo schweren Hammer und den Schraubenzieher habe er rund 40 Meter vom Juwelier entfernt deponiert. In der Umhängetasche, die er ins Geschäft mitnahm, seien nur "Kleinigkeiten" gelegen, sagte der Kellner. "Ich bin nicht in der Absicht hineingegangen, etwas zu rauben."

Überfall vereitelt

Offenbar hat auch der Zufall mitgeholfen, dass der mutmaßliche Raubüberfall vereitelt wurde: Nachdem der Kellner und der zweitangeklagte Automechaniker das Geschäft betreten hatten, begann sich der aufgeklebte Bart des Kellners zu lösen, wie der vorsitzende Richter Andreas Posch schilderte und auf eine Videoaufzeichnung verwies. "Sie haben den Kopf hineingesteckt, das war auffällig für die Zeuginnen", hielt der Richter dem 20-Jährigen vor. Der Geschäftsführerin kamen die beiden auch verdächtig vor, ergänzte Staatsanwalt Marcus Neher: "Sie ließ Schmuckstücke, die auf dem Tresen lagen, von Angestellten entfernen."

Überfall auf Juwelier abgebrochen

Weil fünf Personen im Raum waren und das Geschäftslokal videoüberwacht war, hätten die Serben von dem geplanten Überfall Abstand genommen, erklärte der Staatsanwalt. Nachdem die zwei Verdächtigen den Juwelier verlassen hatten, alarmierte die Geschäftsführerin die Polizei. Bereits eine Dreiviertelstunde danach nahmen Polizisten das Duo in der Nähe des Salzburger Hauptbahnhofs fest. Sichergestellt wurden die zwei Waffen, Munition, das Werkzeug, die Perücken und falschen Bärte sowie zwei gefälschte, slowenische Reisedokumente.

Geldnot als Motiv

Der Erstangeklagte gab auch zu, dass sie auf der Fahrt von Serbien über Wien zu seinem Vater nach München "irgendwo" einen Raubüberfall nach dem Vorbild eines YouTube-Videos geplant hätten. Als Motiv nannte der 20-Jährige Geldnot. Er habe in Serbien unabsichtlich einen Kollegen erschossen, dort laufe jetzt ein Strafverfahren gegen ihn. Deshalb sei er auch mit einem gefälschten Dokument ausgereist. Die Eltern des Getöten hätten von ihm Geld verlangt, deshalb habe er einen Raubüberfall im Sinn gehabt.

Die Verfahrenshelferin des Kellners sagte, ihr Mandant bekenne sich nur zum Vergehen der Fälschung besonders geschützter Urkunden schuldig, nicht aber zum Verbrechen des versuchten schweren Raubes. "Er hat ja auch keine Handschuhe getragen." Der Verfahrenshelfer des Zweitangeklagten erklärte nur, dass der Automechaniker im Geschäft des Juweliers war. "Alles Weitere muss das Beweisverfahren ergeben." Ein Urteil soll noch heute ergehen.

(APA)

(Quelle: S24)

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