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Viel Polizei, aber kein "Ausnahmezustand" beim Salzburg-Gipfel

Die Polizei ist derzeit in Salzburg überall präsent. FMT-Pictures/KJ
Die Polizei ist derzeit in Salzburg überall präsent.

Von einem "Ausnahmezustand" war die Stadt Salzburg auch am Tag des EU-Gipfels weit entfernt. Neben dem Großaufgebot an Polizei, durchs Zentrum brausenden Konvois mit Staatslimousinen und Begleitfahrzeugen, der Sperre einzelner Straßenzüge und dem Ausfall des Wochenmarktes Schranne war es ein normaler Donnerstag für die Menschen.

Ausnahmezustand herrschte in der Innenstadt allerdings, was den Verkehr betrifft. Viele hatten ganz offensichtlich - auch schon am Mittwoch - aufs Auto verzichtet oder die Fahrt ins Zentrum überhaupt vermieden, so ruhig ist es ansonsten vielleicht an einem Sonntag. "Es ist herrlich, wie toll man heute mit dem Rad hier fahren kann", schwärmte eine Bedienstete der Stadt Salzburg, die ihren Arbeitsplatz im Schloss Mirabell direkt neben dem Tagungsort hat, im Gespräch mit der APA.

Passantin schwärmt: "So viele schöne Männer"

Auch am Mirabellplatz, also direkt vor dem Austragungsort des informellen Treffens der EU-Spitze in der Universität Mozarteum, herrschte trotz Platzverbotes "business as usual". Die Menschen gingen ihren Alltagswegen nach, nur wenige machten einen kurzen Halt, um die Ankunft der Staatsgäste zu beobachten oder ein kurzes Foto auf dem Handy festzuhalten. Dann ging es weiter ins Büro, zur Apotheke oder zum Bus. Aufregung gab es allerdings für eine Passantin, die von den vielen Bodyguards sichtlich angetan war: "So viele schöne Männer, da brauch ich fast einen Herzschrittmacher", meinte sie.

Enormes Aufgebot an Sicherheitskräften

Das Aufgebot an Sicherheitskräften war enorm. Rund um die gesperrten Plätze reihte sich Polizeiwagen an Polizeiwagen, auch vor den Eingängen in den Mirabellgarten, wo sich mittags die Staats- und Regierungschefs zum "Familienfoto" aufstellen, parkten die Kleinbusse in ihrem Silber/Blau/Rot und postierten unzählige Uniformierte.

Polizei statt Schranne am Mirabellplatz

Auf dem gesperrten Oberdeck der Parkgarage am Mirabellplatz, wo sonst an einem Donnerstagvormittag Tausende Menschen auf der Schranne Schwammerl, Heidelbeeren und viele andere regionale Produkte kaufen, bot sich für die Bevölkerung doch ein ungewöhnliches Bild. Dutzende Polizisten und Soldaten belagerten die Asphaltfläche vor der Andräkirche schräg gegenüber dem Mozarteum, um sich einsatzbereit zu halten. Der zivile Fußgänger- und Fahrradverkehr wurde von den Beamten zwar teils mit Argusaugen beobachtet, aber kaum eingeschränkt. Die wenigen Zaungäste, darunter Touristen, die dann in die Altstadt weiterzogen, beobachteten wortlos die Ankunft der Politiker. Auffallend war, wie leise das ganze Prozedere abging.

Einige Geschäfte am Mirabellplatz und in der nahen Umgebung rechneten aufgrund des Sperrkreises mit so wenig Kundschaft, dass sie ihre Geschäftstüren am Donnerstag entweder gar nicht aufsperrten oder das erst am Nachmittag tun wollten.

(APA)

Aufgerufen am 14.12.2018 um 01:16 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/viel-polizei-aber-kein-ausnahmezustand-beim-salzburg-gipfel-60244912

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