Jetzt Live
Startseite Stadt
Stadt

Vier Salzburger wegen Betruges mit Spendengeldern vor Gericht

Die Betrüger sollen 40 bis 50 Prozent des gespendeten Geldes als "Provision" in die eigene Tasche gesteckt haben. Neumayr/Archivbild
Die Betrüger sollen 40 bis 50 Prozent des gespendeten Geldes als "Provision" in die eigene Tasche gesteckt haben.

Die Hilfsbereitschaft von Spendenwilligen für schwerkranke Kinder haben vier Salzburger offenbar betrügerisch missbraucht.

Sie sollen sich laut Staatsanwaltschaft Salzburg im Vorjahr als ehrenamtliche Mitglieder des Vereins "Herzenswunsch" ausgegeben und 40 bis 50 Prozent des gespendeten Geldes als "Provision" in die eigene Tasche gesteckt haben. Der mutmaßliche Betrug flog im September 2012 auf. Am Dienstag  begann der Strafprozess am Landesgericht Salzburg. Die Verhandlung wurde zur Einvernahme von Zeugen auf unbestimmte Zeit vertagt.

Schaden von rund 10.000 Euro

Den arbeitslosen Beschuldigten im Alter von 21 bis 32 Jahren wird gewerbsmäßiger Betrug mit einem Schaden von rund 10.000 Euro von Februar bis Sommer 2012 angelastet. Sie führten die Sammlungen in Salzburg und Oberösterreich durch. Das Geld wurde ihnen teils bar in die Hand gedrückt, teils auf ein Konto überwiesen. Sie machten den Spendern laut Anklage weis, dass die Geldmittel auch für Therapien mit Delfinen und Hunden verwendet würden. Doch im Endeffekt sei nur einem behinderten Kind rund 100 Euro für Feuchttücher und Puddings bezahlt worden, lautet der Vorwurf.

Salzburger Betrüger professionell aktiv

Der Verein wurde im Februar 2012 in Salzburg gegründet. Ein 32-jähriger amtsbekannter Salzburger verwaltete sämtliches Vereinsvermögen. Der Erstangeklagte hatte drei Mitarbeiter, heuerte aber gelegentlich auch andere Helfer zum Sammeln von Spenden an.

Abgesehen von den eingesteckten Provisionen sei ein weiterer großer Teil des Spendengeldes nicht für wohltätige Zwecke verwendet worden, um den Bedürftigen wie versprochen ihren - vielleicht letzten - Herzenswunsch zu erfüllen. Das Geld soll der Verein selbst ausgegeben haben, für seine Informationsstände und beispielsweise für einen Anhänger, mit dem eine "Hüpfburg" transportiert wurde.

Offenbar haben die Angeklagten zur Täuschung der Spender Ausweise mit der Bezeichnung "ehrenamtlicher Helfer" samt Namen hergezeigt. Der Verteidiger eines 21-jährigen Angeklagten, Rechtsanwalt Kurt Jelinek, sagte zur APA, dass sein Mandant das Geld nur gesammelt und an den Verein weitergegeben habe. "Weder in objektiver noch in subjektiver Hinsicht ist das Delikt verwirklicht." (APA)

Aufgerufen am 20.04.2019 um 10:28 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/vier-salzburger-wegen-betruges-mit-spendengeldern-vor-gericht-42626119

Kommentare

Mehr zum Thema