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Vintage Kilo Sale in Salzburg

Second Hand kann auch hip sein

Gewand nach Gewicht zahlen

kleiderbügel, Kleidung, Klamotten, Gewand, SB pixabay.com
Der Vintage Kilo Sale ist am Wochenende erstmals in Salzburg zu Gast. (SYMBOLBILD)

Gebrauchte Kleidung? Diese kommt laut einer Greenpeace-Umfrage bei knapp zwei Dritteln der Salzburgerinnen und Salzburg nicht in den Schrank. Dass Second-Hand aber nichts mit muffeliger Flohmarkt-Mode zu tun haben muss, sondern äußerst hip sein kann, zeigt der Vintage Kilo Sale, der am Samstag erstmals in der Stadt Salzburg aufschlägt.

Seit März 2016 tourt der Flohmarkt der besonderen Art bereits durch halb Europa. Am Samstag macht die Entourage auch erstmals in Salzburg Halt. Im Gepäck hat Veranstalter VinoKilo Vintagekleidung aus den 1960er- bis 1990er-Jahren. Rund 153.000 Kilo an großteils überproduzierter Kleidung fanden bei den weltweiten Events bereits neue Besitzer. Für 40 Euro bekommt man beim Vintage Kilo Sale im Salzburger Messezentrum entweder eine einzelne Jeansjacke oder ein Paket aus Hose, Hemd und Sweatshirt. Bei dem Second-Hand-Pop-Up wird der Preis – wie der Name schon erahnen lässt –  nämlich nach Gewicht berechnet.

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Gepostet von VinoKilo am Dienstag, 27. August 2019

VinoKilo: Second-Hand-Mode aus aller Welt

VinoKilo versteht sich als Sozialunternehmen, dass eine nachhaltige Alternative zu Massenmode bieten möchte. Die Klamotten, die auf den Pop-Up-Events verkauft werden, seien zum größten Teil Second Hand, wie Patryk Klos von VinoKilo im Gespräch mit SALZBURG24 erklärt. "Unser Lieferant aus Amsterdam bekommt die Stücke aus der ganzen Welt, ob Altkleidercontainer oder auch überproduzierte Ware, die in alten Lagerhäusern gefunden wird."

Dass die Modeindustrie eher zu viel als zu wenig herstellt, ist nichts Neues. Aber die konkreten Zahlen dazu erschrecken dennoch. So soll das Luxuslabel Burberry laut Medienberichten im ersten Halbjahr 2018 unverkaufte Kleidung im Wert von 32,5 Millionen Euro geschreddert haben. Die schwedische Kette H&M soll in demselben Zeitraum Mode im Wert von 3,5 Milliarden Euro – Kleidung die aufwendig produziert wurde, aber nicht verkauft werden konnte – gelagert haben.

Jedes achte Kleidungsstück ungetragen

Aber nicht nur bei den Herstellern, sondern auch in den Kleiderschränken hängen Klamotten im Überfluss. Laut einer Greenpeace-Umfrage vom April 2019 besitzen die Salzburgerinnen und Salzburger pro Person im Schnitt 68 Kleidungsstücke – Unterwäsche und Socken ausgenommen. Rund zwölf Prozent davon würden allerdings gar nicht getragen. Hochgerechnet für das Bundesland Salzburg sind das mindestens vier Millionen Kleidungsstücke, die nahezu ungenützt nur für Salzburger Kleiderschränke produziert wurden.

 

Nur ein Drittel der Salzburger kauft gebraucht

Etwas weniger als zwei Drittel der Befragten in Salzburg (rund 59 Prozent) legen darauf Wert gut auszusehen. Deshalb werden die Kleider nicht nur aussortiert, wenn sie verschlissen sind (was rund 84 Prozent der Befragten angeben) oder nicht mehr passen (rund 60 Prozent). Auch wenn die Teile nicht mehr dem Geschmack entsprechen (rund 34 Prozent), werden Kleidungsstücke aussortiert. Zwei von fünf Befragten (rund 40 Prozent) gaben gegenüber Greenpeace an, in den letzten sechs Monaten Kleidung weggeworfen zu haben. Rund 73 Prozent haben noch nie Kleider getauscht. Auch Second-Hand-Mode wird eher von wenigen Personen gekauft. Von den Befragten haben bislang nur ein Drittel (rund 34 Prozent) mindestens einmal gebrauchte Kleidung gekauft.

 

Gelegenheit dazu bietet sich jedenfalls am Samstag. Beim Vintage Sale in Salzburg erwarten die Veranstalter rund 1.000 Besucherinnen und Besucher.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 18.10.2019 um 07:53 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/vintage-kilo-sale-erstmals-in-salzburg-76805305

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