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Wann Bürgermeister eine Feuerbestattung anordnen können

Ein Urnenplatz kommt Gemeinden günstiger als ein Grab. (Themenbild) APA/Gindl/Archiv
Ein Urnenplatz kommt Gemeinden günstiger als ein Grab. (Themenbild)

Ungefähr ein Mal pro Woche wird in der Stadt Salzburg ein Toter bestattet, von dem die Identität nicht bekannt ist oder keine Angehörigen erreichbar sind. Bisher mussten solche Fälle in der Erde bestattet werden, jetzt ist auch eine Verbrennung möglich. Eine kleine Änderung mit großen Auswirkungen.

Was passiert mit Verstorbenen, die keinen Bestattungswillen hinterlassen haben? Bei denen also nicht klar ist, ob sie begraben oder verbrannt werden wollten. Und keine Angehörigen erreichbar sind, um die Frage zu klären? Dann muss laut Landesgesetz der Bürgermeister der Gemeinde, wo eine Person gestorben ist oder die Leiche gefunden wurde, die Bestattung anordnen. Dafür gab es bisher nur eine Möglichkeit: die Erdbestattung. Seit Mittwoch ist das anders.

Stadt Salzburg muss für eine Bestattung pro Woche aufkommen

In der Landtagssitzung wurde eine Änderung des Salzburger Leichen- und Bestattungsgesetzes beschlossen. Jetzt können Bürgermeister auch Feuerbestattungen anordnen. Dass Bürgermeister über die Bestattung entscheiden müssen, kommt regelmäßig vor, vor allem in der Landeshauptstadt. 50 bis 60 solcher Bestattungen gebe es jährlich, gibt Stadt-Sprecher Johannes Greifeneder gegenüber S24 an. Also etwa eine pro Woche. Auch in den anderen Gemeinden würde das regelmäßig vorkommen, auch wenn es keine genauen Zahlen gebe, sagt Landtagsabgeordnete Michaela Bartel (ÖVP), die den Antrag zur Gesetzesänderung im Landtag einbrachte. Weil die Gemeinden in diesen Fällen für die Bestattung aufkommen müssen, ist das ein nicht unerheblicher Kostenfaktor.

Knapp 1.700 Euro würde eine Erdbestattung laut Greifeneder kosten. Eine Verbrennung ist zwar anfangs teurer, die Folgekosten seien aber über die Jahre geringer. Denn: Eine Urne braucht wesentlich weniger Platz am Friedhof als ein Grab.

In diesen Fällen ist die Gemeinde für die Beisetzung zuständig

Wann müssen Bürgermeister über die Bestattung entscheiden und die Gemeinden die Kosten übernehmen? Wenn jemand stirbt und:

  • kein eindeutiger Wille vom Verstorbenen bekannt ist, wie dieser bestattet werden möchte.
  • keine Angehörigen bekannt sind oder diese nicht innerhalb von vier Tagen erreichbar sind.
  • die Identität des Verstorbenen nicht bekannt ist, wie das laut Greifeneder etwa bei Obdachlosen öfter der Fall ist. Von diesen drei Punkten sei demnach die Landeshauptstadt öfter betroffen, weil hier die großen Krankenhäuser angesiedelt sind.
  • die Mindestsicherung bezogen hat, ein sogenanntes Armenbegräbnis. Die Bestattungskosten werden von der Mindestsicherung gedeckt, der Rest von der Stadt übernommen. Über Hinterlassenschaften kann die Stadt versuchen, diese Kosten zurückzuholen.

Eine weitere Änderung im Gesetz gibt die Möglichkeit, etwaige Prothesen im Körper des Verstorbenen nicht entfernen zu müssen.

Trend zur Einäscherung

Mit der Gesetzesänderung folge man einem Trend, erklärt Landtagsabgeordnete Bartel. Zwei Drittel der etwa 1.500 Beisetzungen pro Jahr in der Stadt Salzburg sind Feuerbestattungen. Auch mit der neuen Möglichkeit sollte aber auf jeden Fall der Wille des Verstorbenen und etwaige religiöse Gegebenheiten berücksichtigt werden, sagt Bartel.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 03.03.2021 um 10:10 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/wann-buergermeister-eine-feuerbestattung-anordnen-koennen-57369466

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