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Was bringt die Stromzukunft in Österreich?

Trotz der winterlichen Kälte ist die heimische Stromversorgung "absolut gesichert", sagte der Präsident des E-Wirtschaftsverbandes Oesterreichs Energie und Salzburg-AG-Vorstand, Leonhard Schitter, am Freitag im Ö1-Wirtschaftsmagazin "Saldo". Er verwies auf die hohe Wasserführung, die "besser als im letzten Jahr" sei. Anfang 2017 war es zeitweise eng mit der Versorgung gewesen, Österreich war stark von Importen abhängig. In Zukunft fordern die Stromwirtschaft aber andere Dinge, etwa der Umstieg auf erneuerbare Energien. 50 Milliarden Euro sollen investiert werden.

Durch das "ambitionierte" Ziel der Regierung, dass der heimische Stromverbrauch ab dem Jahr 2030 - bilanziell übers Jahr gesehen - zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie gedeckt werden soll, sei bis dahin viel mehr an Stromerzeugung nötig als heute. Es werde bis dahin etwa 20 bis 30 Terawattstunden (TWh) jährlich Mehrverbrauch geben, zudem müssten bestehende Kraftwerke ersetzt werden. In Summe benötige man bis zum Jahr 2030 somit ungefähr 35 TWh zusätzlich, sagte Schitter. Zum Vergleich: 2017 lag der Inlandsstromverbrauch in Österreich bei 71,1 TWh, ohne Pumpspeicherbedarf.

Mehr an Strom aus Wasserkraft und Photovoltaik gefordert

Das Wasserkraft-Ausbaupotenzial liege bei etwa 8 TWh, erinnerte Schitter, der Rest müsse mit Photovoltaik (PV) und Windkraft ersetzt werden. Die Zahl der Windanlagen müsste sich von derzeit 1.100 bis zum Jahr 2030 verdoppeln und die installierte PV-Leistung bis dahin sogar von einem Gigawatt auf 14,5 GW klettern. "Das wäre die Gesamtdachfläche von Wien und Graz", so der Präsident von Oesterreichs Energie.

Auch in die Netze müsse zu deren Verstärkung investiert werden, wenn man alle diese Stromerzeugungsanlagen bauen wolle. Und zweitens müsse man ganz klar in Richtung Speichertechnologie gehen und auch da investieren. Dabei gehe es um große Pumpspeicheranlagen, aber auch kleinere Batteriespeicher im häuslichen Bereich, um Sonnenenergie dort länger zu speichern. Nötig seien Kraftwerks-Reservekapazitäten - Gaskraftwerke, die schnell und flexibel zuschaltbar seien. "Bis 2030 brauchen wir immer auch Reservekapazitäten als Ausgleich", so Schitter.

50 Milliarden Euro für Stromwirtschaft

In Summe seien in der Energiewirtschaft 50 Mrd. Euro zur Zielerreichung zu investieren, davon 35 Mrd. Euro in die Netze - samt Investitionen in die intelligenten digitalen Smart-Meter-Stromzähler - und rund 15 Mrd. Euro in den Kraftwerkspark. Für die Kraftwerksprojekte müsse es Investitionssicherheit geben. Ängste vor Hacker-Angriffen auf Smart Meter hat Schitter nicht: "Die Sicherheitsanforderungen an die Gerätehersteller sind sehr sehr hoch, sodass ich die Bedenken nicht teilen kann." Die modernen Zähler seien ein wichtiges Werkzeug, um die CO2-Ziele zu erreichen, "weil ich den Verbrauch als Kunde besser nachvollziehen und mich entscheiden kann, wann und wie ich Energie einsetze und wie ich die Netze entlasten kann".

(APA)

Aufgerufen am 10.12.2018 um 10:53 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/was-bringt-die-stromzukunft-in-oesterreich-57918856

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