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Weitere Ermittlungen wegen mysteriösen Todes in Salzburger Spital

Der mysteriöse Tod eines Salzburger im Spital 2010 beschäftigt immer noch die Ermittler. APA/ Symbolbild
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Der mysteriöse Tod eines 19-jährigen Burschen am 30. August 2010 in einem Salzburger Spital gibt weiterhin Rätsel auf.

Der Salzburger war wegen eines Oberarmbruchs operiert worden. Laut Obduktion starb er an einer zentralen Atemlähmung. Diese war durch eine Überdosis an Schmerzmittel verursacht worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen eine Ärztin und einen Pfleger wegen fahrlässiger Tötung.

Wie kam es zur Überdosis?

Die zentrale Frage dreht sich darum, wie es zu der Überdosierung des Schmerzmittels Piritramid gekommen war und ob dafür jemand zur Verantwortung zu ziehen ist. "Ein technischer Defekt an der Schmerzmittelpumpe wurde ausgeschlossen", sagte der Salzburger Opferanwalt Stefan Rieder am Freitag zur APA. Es sei festgestellt worden, dass die individuelle Dosis des Schmerzmittels fehlerhaft war. "Die Arzneimittellösung war aber nicht industriell vorgefertigt, sie wurde im Haus angerichtet. Es dürfte eine zu geringe Verdünnung des Schmerzmittels erfolgt sein", erklärte Rieder.

Ermittlungen dauern schon lange

Das Ermittlungsverfahren gegen den Pfleger war im Vorjahr eingestellt worden. Dem Fortführungsantrag des Opferanwaltes wurde am 27. Jänner stattgegeben. Die Erhebungen der Staatsanwaltschaft gegen den Mann wurden daher auch wieder aufgenommen. Rieder argumentiere in seinem Antrag, dass die Gutachtenslage zu widersprüchlich sei. "Zudem wurden sowohl die Ärztin als auch der Pfleger noch nicht als Beschuldigte einvernommen. Die Obsorgeträgerin, die Tante des 19-Jährigen, ist schon verzweifelt, weil die gerichtlichen Ermittlungen so lange dauern."

Widersprüche sollen geklärt werden

Mitte Februar dieses Jahres wurde ein beeideter Gerichtssachverständiger, Universitätsprofessor Andreas Schlager aus Innsbruck, mit ergänzenden Fragen betraut. Er soll nun die Widersprüche aufklären. "Der Gutachter ist aus dem Fachgebiet Anästhesie und Intensivmedizin", sagte Marcus Neher, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg, zur APA. Läuft alles nach Plan, dann liegt die Expertise im Mai der Anklagebehörde vor. Falls erforderlich, werde die zuständige Staatsanwältin noch ergänzende Vernehmungen veranlassen, so Neher.

Oberarmbruch bei Auseinandersetzung am Hanusch Platz

Der 19-Jährige hatte sich den Oberarm während einer nächtlichen Auseinandersetzung am 28. August 2010 bei einem Würstelstand am Hanuschplatz in der Stadt Salzburg gebrochen. Sein Kontrahent, ein mittlerweile 37-jähriger Zahntechniker, war am 12. April 2011 am Landesgericht Salzburg wegen schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten bedingt verurteilt worden. (APA)

(Quelle: S24)

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