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Weitere Flüchtlingszüge in Salzburg erwartet: Helfer in Einsatzbereitschaft

Auch weitere Züge mit Flüchtlingen werden erwartet. Neumayr/MMV
Auch weitere Züge mit Flüchtlingen werden erwartet.

Am Salzburger Hauptbahnhof, den am vergangenen Wochenende nach Schätzungen des Landes Salzburg rund 20.000 Flüchtlinge Richtung München passiert haben, herrscht seit Montagvormittag wieder Regelbetrieb. Es trafen aber weiterhin Flüchtlinge ein, zunächst aber nicht mehr so viele wie in den beiden Tagen davor. Die Hilfskräfte waren weiter an Ort und Stelle.

Auch die Nacht auf Montag ist am Bahnhof ohne Zwischenfälle verlaufen. Rund 200 Durchreisende haben die Wartezeit bis zur Weiterfahrt nach München im Zug verbracht, schilderte ÖBB-Sprecher Michael Braun der APA. Das Rote Kreuz hat nach eigenen Angaben in den Nachtstunden rund 60 Flüchtlinge betreut, 35 davon benötigten auch medizinische Hilfe, eine Person wurde zur Behandlung in ein Spital gebracht. 25 Flüchtlinge verließen den Zug und schliefen für einige Stunden in einem der 175 aufgestellten Betten.

Frühverkehr lief am Montag planmäßig

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Posted by Österreichische Bundesbahnen (ÖBB) on Sonntag, 6. September 2015

Der Frühverkehr sei am Montag planmäßig verlaufen, die Züge verkehren laut Regelfahrplan, sagte ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel. Für den Tag würden aber wieder einige Sonderzüge aus Wien erwartet. Laut Polizeisprecherin Irene Stauffer wird ein erster Zug mit rund 400 Menschen um ca. 12.00 Uhr erwartet, eine halbe Stunde später soll ein nächster mit etwa 500 Menschen eintreffen, eine weitere Stunde danach noch einer mit rund 600. "Das sind aber nur Schätzungen und keine genauen Angaben", so die Sprecherin. Auf jeden Fall sei der Ansturm geringer als am Wochenende.

ÖBB kehrt zu regulärem Fahrplan zurück

Nach dem Zustrom der Flüchtlinge am Wochenende sind die ÖBB am Montag wieder zum regulären Fahrplan zurückgekehrt. Die Züge fuhren wieder planmäßig - auch auf der Strecke Wien-Budapest, informierte die Bahn in einer Aussendung. Im Verlauf des Tages gab es drei Sonderzüge Richtung Westen. Am Wochenende hatte die Zusammenarbeit mit der ungarischen Bahn nicht funktioniert, das änderte sich am Montag.

"Die Kooperation mit der ungarischen Bahn hat am heutigen Tag sehr gut funktioniert. Wir konnten wieder zum Normalbetrieb zurückkehren. Das ist eine gute Nachricht für unsere Kunden. Auch die Westbahn hat die ÖBB am Montag auf der Strecke von Wien nach Salzburg unbürokratisch unterstützt," bedankte sich ÖBB-Chef Christian Kern. Gemeinsam sei man übereingekommen, dass auch die Westbahn - je nach Kapazitätsauslastung - Flüchtlinge für die Fahrt nach Salzburg übernimmt bzw. diese von den Einsatzleitern an den Bahnhöfen zu den Zügen der Westbahn geschickt werden können.

Salzburg weiterhin in Einsatzbereitschaft

Die Einsatzorganisationen in Salzburg haben am Montagvormittag die weitere Vorgehensweise bei der Versorgung durchreisender Flüchtlinge am Hauptbahnhof abgesteckt. Die Kapazitäten werden dabei so ausgerichtet, dass Tag und Nacht rund 1.500 Menschen versorgt werden können, hieß es in einer Aussendung.

"Wie sich die Lage die kommenden Tage weiterentwickeln wird, ist laut heutiger Einsatzleitungsbesprechung im Zuge einer Videobesprechung mit dem Innenministerium, der Landespolizeidirektion und den betroffenen Ländern nicht abschätzbar. Eine genaue Prognose lässt sich derzeit nicht zuverlässig erstellen, da aktuell keine konkreten Informationen über Flüchtlingsströme nach und aus Ungarn bekannt sind", stellten Landespolizeidirektor Franz Ruf und Landesrat Josef Schwaiger in einer gemeinsamen Aussendung fest.

Caritas, Malteser und Rotes Kreuz haben am Montag den weiteren Einsatzplan abgestimmt. Die Hilfe wird so aufgeteilt, dass das Rote Kreuz die medizinische Versorgung sowie die Versorgung von Notschlafstellen sicherstellt und der Malteser Hilfsdienst sowie die Caritas sich um die Verpflegung der Flüchtlinge kümmern. Insgesamt stehen 70 Helfer der drei Einsatzorganisationen zur Verfügung. Das Tragluftzelt des Roten Kreuzes am Bahnhofsvorplatz, das Platz für 70 Menschen bietet, bleibt weiterhin stehen.

Sonntag: 55 Mitarbeiter vom Roten Kreuz im Einsatz

Landesrettungskommandant Anton Holzer zur Flüchtlingsbetreuung am Salzburger Hauptbahnhof (Sa, 6. September 2015)

Posted by Rotes Kreuz Salzburg LV on Sonntag, 6. September 2015

Der Koordinator des Landes, Landesrat Josef Schwaiger, zog am Montag eine Bilanz über den Einsatz am Sonntag: "Gestern wurden 110 Flüchtlinge von insgesamt 55 freiwilligen Mitarbeitern des Roten Kreuzes medizinisch versorgt. Neben der sanitätsdienstlichen Versorgung mussten fünf Flüchtlinge in ein Krankenhaus gebracht werden. 175 Betten stehen im Hauptbahnhof und 70 Betten im beheizten Zelt vor dem Hauptbahnhof den Flüchtlingen zur Verfügung - bis zu mehr als 500 Betten können aufgestellt werden. Zwölf Paletten an Nahrungsmittel, Wasser, Kleidung sowie Hygieneartikel wurden gestern am Salzburger Hauptbahnhof ausgegeben."

Gutes Zusammenspiel der Hilfsorganisationen

HILFE FUNKTIONIERT. Gestern und heute verließen laut Innenministerium insgesamt rund 14.000 Flüchtlinge Österreich in...

Posted by Stadt Salzburg.at on Sonntag, 6. September 2015

 

Landesrat Schwaiger bedankte sich auch im Namen von Landeshauptmann Wilfried Haslauer für die überwältigende Hilfsbereitschaft der Salzburger und das gute Zusammenspiel zwischen den Hilfsorganisationen, der Polizei, der Stadt Salzburg sowie der ÖBB.

(APA)

(Quelle: S24)

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