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Wer finanziert die Sanierung der eingestürzten Friedhofsmauer?

Wer kommt für die Sanierungskosten an der Friedhofsmauer im Salzburger Stadtteil Mülln auf? FMT-Pictures/MW
Wer kommt für die Sanierungskosten an der Friedhofsmauer im Salzburger Stadtteil Mülln auf?

Die historische Friedhofsmauer ist am Montagabend im Salzburger Stadtteil Mülln eingestürzt. Rund 20 Tonnen Konglomeratbrocken verfehlten Bauarbeiter nur hauchdünn. Die Pfarre Mülln soll kein Geld für die Sanierungsarbeiten haben – Baustadtrat Lukas Rößlhuber (Neos) fehlt ebenso das Budget für 13 "haarige Stellen" an den 15 Kilometer langen Wehrmauern in der Mozartstadt.

Über drei Jahre ließ die Pfarre Mülln die desolate Mauer beobachten. "In den letzten acht Monaten haben wir die Situation mit Argusaugen verfolgt und mit den sichtbaren Wölbungen beziehungsweise dem Einsturz den Ernst der Lage zu spüren bekommen", erklärte Pfarrer Franz Lauterbacher im Gespräch mit SALZBURG24 am Dienstag.

400 Jahre alte Friedhofsmauer stand unter Beobachtung

Die Mauer galt bereits als einsturzgefährdet und wurde von Fachleuten beobachtet, erklärte der neue Baustadtrat Lukas Rößlhuber. Am Dienstag sollten die Sanierungsarbeiten mit den ersten Bohrungen für die Verankerung von Betonhaken in der Mauer beginnen", berichtet Lauterbacher. Am Montag sperrte die Stadt Salzburg mit Betonleitwände die komplette Straße. "Zum Glück ist das nicht am Sonntag passiert, da sind noch Fußgänger entlang der Straße spaziert", fügte der Pfarrer an.

Rund 20 Tonnen Gestein sollen laut Pfarrer Franz Lauterbacher abgestürzt sein./FMT-Pictures/MW Salzburg24
Rund 20 Tonnen Gestein sollen laut Pfarrer Franz Lauterbacher abgestürzt sein./FMT-Pictures/MW

Absicherung des Gesteins hat Priorität

Die Augustinergasse ist in diesem Bereich für Autofahrer und Fußgänger gesperrt worden. "Wir müssen den Rest der Mauer abtragen und die Spitzbetonwand mit Eisenblöcke absichern. Das hat nun Priorität", erklärte Lauterbacher. Da die Pfarre sowie der Friedhof nicht der Stadt gehören, wird diese auch nicht für den finanziellen Schaden aufkommen. "Grundeigentümer ist die Stift Michaelbeuern. Fest steht aber, dass wir den Schaden nicht selber begleichen können und nun Verhandlungen mit der Stadt sowie dem kirchlichen Baumamt und der Erzdiözese starten müssen", schildert Lauterbaucher.

13 Stadtmauern "haarig"

Den ganzen Sommer über soll ein externer Gutachter weitere Stadtmauern in Salzburg unter die Lupe genommen und inspiziert haben, schildert Rößlhuber. "Insgesamt sind 13 Stadtmauern haarig. Wir haben zwar noch nicht das Gutachten erhalten, wissen aber, dass Absicherungsmaßnahmen von Nöten sind", hieß es von Rößlhuber. Die alten Wehrmauern befinden sich alle am Mönchsberg und am Kapuzinerberg. In die aufwändigen Sanierungsmaßnahmen sind auch das Bundesdenkmalamt und teilweise der Naturschutz eingebunden. An der Stützmauer in der Nonntaler Hauptstraße wurden bereits Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Insgesamt stand dem Bauamt der Stadt Salzburg für heuer 300.000 Euro für die Sanierung der 15 Kilometer langen Wehrmauern zur Verfügung. "Das ist natürlich viel zu wenig. Am Mittwoch stehen Budgetverhandlung für das kommende Jahr an. Da müssen wir schauen, was dabei herauskommt", erläutert Rößlhuber.

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