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Westbahn: Wehinger verteidigt Raucherinseln

Westbahn-Geschäftsführer Stefan Wehinger hat am Mittwoch im Online-Standard-Chat ("derstandard.at") die in der neuen Westbahn geplanten Raucherbereiche als "ideale Lösung" verteidigt.

"Als ehemaliger Raucher weiß ich, wie hart es sein kann durchzuhalten", erläuterte Wehinger die Motivation für das spezielle Angebot an die Raucher unter den Bahnfahrenden. Die von der Westbahn ab 11. Dezember 2011 befahrene Strecke Wien-Salzburg hat eine Fahrzeit von maximal zwei Stunden 59 Minuten. "Ohne die anderen Kunden oder die Mitarbeiter im geringsten zu stören, können Fahrgäste bei uns in der Raucherinsel ihrer Sucht frönen", argumentiert Wehinger. Das Gesundheitsministerium pocht hingegen auf ein generelles Rauchverbot an öffentlichen Orten - auch im Zug - und verweist auf das Tabakgesetz.

Neue Chance für Schwarzfahrer?

Die Raucherinseln in den Westbahn-Waggons seien technisch so ausgestattet, dass beim Öffnen der Türen die verrauchte Luft nicht nach außen dringe. Angesprochen auf die Arbeitnehmerschutzbestimmungen meinte Wehinger, dass eine Fahrscheinkontrolle nicht notwendig sein werde, da die Kunden die Insel nur zum Rauchen und nicht zum Verweilen nutzen würden. Aber auch Kettenraucher könnten nicht schwarzfahren: "Da die Insel verglast ist, kann bei einem sehr heftigen Raucher, der die Insel gar nicht mehr verlassen will, der Fahrschein auch so kontrolliert werden."

ÖBB bleibt rauchfrei

Die Bundesbahnen haben heute betont, dass die ÖBB-Züge rauchfrei bleiben. "Die damalige Entscheidung von Stefan Wehinger ist ja auf Kundenwunsch erfolgt und hat sich sehr bewährt", so eine ÖBB-Sprecherin zur APA. Vor vier Jahren hatte Wehinger, damals noch ÖBB-Personenverkehrsvorstand, ein Rauchverbot in allen Zügen eingeführt. Eine Wiedereinführung von Rauchbereichen komme für die Bundesbahn nicht infrage, heißt es heute: Die ÖBB-Kunden würden rauchfreies Reisen mit dem Zug schätzen. "Wir setzen auf jeden Fall weiter auf Bahnfahren ohne Rauchsignale."

Schützenhilfe von der FPÖ

Schützenhilfe bekommt die Westbahn von FPÖ-Seite. Abgeordneter Martin Graf (F) ortet eine "Einmischung des Gesundheitsministers" und sieht eine "protektionistische Politik zugunsten der Staatsbahn ÖBB" gegenüber dem mehrheitlich privaten Westbahn-Betreiber. Gesundheitsminister Alois Stöger (S) solle seinen Standpunkt überdenken, forderte Graf: Wenn man mehr Menschen für den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel gewinnen wolle, dann muss man den Fahrgästen mehr Service bieten - "auch den Rauchern unter der Voraussetzung, dass Nichtraucher dadurch nicht beeinträchtigt werden." (APA)
(Quelle: S24)

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