Jetzt Live
Startseite Stadt
Stadt

Wieder Diskussionen um Rehrlplatz: Welterbe in Gefahr?

Obwohl – oder gerade weil – der Baustart des Projekts City Life am Rehrlplatz in der Stadt Salzburg noch in weiter Ferne ist, wollen die Diskussionen darüber nicht abreißen. Verschiedene Bürgerinitiativen lehnen sich dagegen auf, fürchten um das Salzburger Welterbe und fordern ein „Zurück an den Start“.

Aufgrund einer Stellungnahme zum geplanten Projekt am Rehrlplatz von ICOMOS (Internationaler Rat für Denkmalpflege) an die Stadt Salzburg, forderten am Mittwoch der Salzburger Stadtverein, die Bürgerinitiative „Schützt Salzburgs Lebensräume“, das „Komitee für eine verträgliche Bebauung des Dr. Franz Rehrl Platzes“, die „Initiative Denkmalschutz“, die „Aktion 21 – pro Bürgerbeteiligung“ sowie die Facebook-Initiative „Stau in Salzburg“ ein Zurück an den Start für das Projekt City Life.

Zum Hintergrund der Stellungnahme

ICOMOS stellt in dem Schreiben unteranderem fest, dass die bauliche Struktur und Höhenentwicklung des UKH nicht als Maßstab für die Bebauung des Planungsareals herangezogen werden könne. „Das UKH ist als Sonderbau bzw. als Solitär zu bewerten.“ Und weiter: Es sollte ein umsetzbares Projekt entstehen, „das als eigenständiges Stadtquartier, mit Bezug zum Villenviertel, zur Randbebauung Arenbergstraße und angrenzenden Grünraum einen ausgewogenen Städtebau ermöglicht.“ Baudichte und Bauhöhe seien auf den sensiblen Stadtraum abzustimmen, heißt es.

Rehrlplatz: "Zurück an den Start"

Die genannten Initiativen fühlen sich durch die Stellungnahme bestätigt, und sehen durch das aktuelle Bauprojekt das Salzburger Welterbe in Gefahr. In einer gemeinsamen Aussendung fordern sie einen Neustart mit offenen Diskussionen.

Padutsch: "Welterbe nicht gefährdet"

Für den zuständigen Planungsstadtrat Johann Padutsch kommt ein „Zurück an den Start“ mit „Sicherheit nicht in Frage“, sagte er im Gespräch mit SALZBURG24 am Mittwoch. Das Weltkulturerbe sei durch das Projekt keineswegs gefährdet – das könne auch nicht aus der Stellungnahme von ICOMOS abgeleitet werden. Gespräche mit Anrainern, ICOMOS und den Initiativen hätten in der Vergangenheit stattgefunden und würden auch in der Zukunft stattfinden.

Wird "City Life" zum Einkaufszentrum?

Ein weiterer umstrittener Punkt in Bezug auf das Projekt Rehrlplatz ist die Größe der geplanten Verkaufsflächen. Die Facebook-Gruppe „Stau in Salzburg“ fürchtet, dass „mit dem von Padutsch forcierten Projekt ‚City Life‘ in der Altstadtschutzzone ein Einkaufszentrum entstehen soll“, so Peter Harlander, Initiator der Gruppe. Die Geschäftsflächen plus Lager umfassen laut Padutsch (mit dem Verweis auf Zirka-Zahlen) etwa 3.290 Quadratmeter. Für Garage (zwischen 160 und 170 Stellplätze samt Lager und Technikraum) werden etwa 5.460 Quadratmeter geplant, weitere knapp 6.000 Quadratmeter seien für Wohnen und Ordination vorgesehen, heißt es. Ein Einkaufszentrum solle „City Life“ nicht werden, „aber wir wollen natürlich Verkaufsflächen haben, die hoffentlich vielseitige Angebote liefern“, sagte Padutsch. Gerade infrastrukturell sei das für die Anrainer eine „gute Geschichte“.

Rehrlplatz: Umwidmung nötig

Aufgrund der Größe der Verkaufsfläche (mehr als 800 Quadratmeter) muss nun ein Flächenwidmungsplanverfahren eingeleitet und durchgeführt werden. „Ein solches Verfahren dauert mindesten ein Jahr“, so Padutsch, „wir werden damit voraussichtlich im Spätherbst beginnen“.  Zuvor müsse aber noch in einem ersten Schritt die Bebauungsplanung und das Bauverfahren durchgeführt werden. Fakt ist, bis zum offiziellen Baustart im Frühjahr 2013 werden die Diskussionen um das Projekt Rehrlplatz wohl kaum abreißen. Wie es in dieser fast unendlichen Geschichte weitergeht, bleibt abzuwarten.
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 11.04.2021 um 02:36 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/wieder-diskussionen-um-rehrlplatz-welterbe-in-gefahr-59326474

Kommentare

Mehr zum Thema