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Wilfried Haslauer zieht zu 60. Geburtstag Bilanz: "Ich hatte viel Glück"

Zu seinem 60. Geburtstag wird Haslauer nachdenklich. APA/BARBARA GINDL
Zu seinem 60. Geburtstag wird Haslauer nachdenklich.

Welche Bilanz über sein bisheriges Leben zieht Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) zu seinem 60. Geburtstag, der ihn am 3. Mai ereilt? "Ich habe sehr viel Glück gehabt", antwortete er. "Das Resümee ist Dankbarkeit." Trotz mancher Rückschläge, privat oder politisch, habe er nie die Zuversicht verloren. Im APA-Gespräch zeigte sich Haslauer aber auch nachdenklich.

Dankbar sei er auch dafür, dass es ihm gesundheitlich gut gehe, sagte Haslauer. Körperlich fit hält er sich mit Joggen. "Jeden zweiten Tag, um 6.00 Uhr, eine Stunde lang. Da ist die Stadt noch menschenleer."

"Ordentliche" Haslauer-Familie

Das Glück, das Haslauer ansprach, bezog er sowohl auf sein Privat- als auch auf sein Berufsleben. Er sei in eine "ordentliche Familie" hineingeboren worden, seine Eltern hätten viel Wert auf seine Erziehung und Ausbildung gelegt. Nach dem Jusstudium, das er 1979 mit dem Doktorrat abschloss - sein Vater war damals Landeshauptmann von Salzburg - gründete er 1984 eine Rechtsanwaltskanzlei. Nachdem die ÖVP im Jahr 2004 den Landeshauptmannsessel an die SPÖ verloren hatte, übernahm er die zerstrittene Partei. "Das war eine schwierige Zeit", erinnert sich Haslauer heute. Es gelang ihm, die "am Boden liegende Partei" zu einen. "Aus Niederlagen lernt man mehr als aus Erfolgen. Ich habe mich selbst nie aufgegeben."

Haslauer seit 2013 Landeshauptmann von Salzburg

Nach dem Finanzskandal und den herben Verlusten der SPÖ bei den vorgezogenen Wahlen im Juni 2013 wurde Haslauer vom Landtag zum Landeshauptmann gewählt. Er bildete mit den Grünen und dem Team Stronach eine Koalition. Die SPÖ musste in die Opposition. Nach dem ersten Wahlgang der Bundespräsidentenwahl vor einer Woche - die Kandidaten der Koalitionsparteien SPÖ und ÖVP schafften es nicht in die Stichwahl - forderte er von der Bundespolitik eine neue politische Kultur: "Ein Entwicklungskonzept für Österreich, auch in politisch-philosophischer Hinsicht. Die Vision, was will man für das Leben in Österreich, für die Österreicher und die nächste Generation, das ist die entscheidende Frage." In verkrusteten Strukturen zu verhaften, zum Selbstzweck der Parteien, das sei Politik von gestern. An Rivalitäten und Feindschaften seien die Bürger nicht interessiert, meinte Haslauer.

Haslauer mit BP Fischer anlässlich ddes Festakts "200 Jahre Salzburg bei Österreich" am 14. April./APA/GINDL Salzburg24
Haslauer mit BP Fischer anlässlich ddes Festakts "200 Jahre Salzburg bei Österreich" am 14. April./APA/GINDL

Die Gewissheit, dass die Zeit verfliegt, wie die Vergangenheit länger und die Zukunft kürzer wird, mache ihn etwas nachdenklich, sagte er zur APA, nachdem er den Schreibtisch seines Vaters betrachtet hat, der im Kabinett neben seinem Büro steht. "Momentan kann ich es mir nicht vorstellen, in Pension zu gehen." Er hat sich jedenfalls noch einige private und politische Ziele vorgenommen.

Haslauer will 2018 wieder kandidieren

Was die Politik betrifft, so möchte Haslauer bei der nächsten Landtagswahl im Jahr 2018 kandidieren und sich wieder als Landeshauptmann zur Verfügung stellen. "Wenn ich gesund bleibe und meine Familie und meine Freunde es mittragen, dann werde ich antreten." In die Bundespolitik zieht es ihn nicht, auch wenn er schon zweimal gefragt wurde. Er lehnte ab.

Haslauer will in Salzburg bleiben

Auch jetzt sei er nicht für Spekulationen zu haben und wolle sich selbst auch nicht ins Spiel bringen, betonte Haslauer. "Ich habe hier in Salzburg eine andere, absolut ehrenvolle Aufgabe. Landeshauptmann für Salzburg zu sein, das fordert mich ausreichend, es gibt jede Menge zu tun. Da liegt auch meine ganze Liebe und meine Begeisterung und mein Einsatz. Es ist viel Emotion dabei. Ich bin glücklich und auch dankbar, wenn ich das noch eine Zeit lang noch bleiben kann."

Punkte auf Haslauers Liste

Haslauer möchte einige Vorhaben vorantreiben und Entscheidungen treffen. Die Themenpalette ist breit: Ausglichenes Budget, Zurückzahlen von Schulden, Raumordnung, Naturschutz, Kinderbetreuungsgesetz, Umsetzung der Breitbandstrategie im ländlichen Raum und Bauvorhaben wie Regionalstadtbahn, Landesdienstleistungszentrum, Gitzentunnel und Sanierung des Chiemseehofes. "Der Landtag soll im Juni 2018 in den sanierten Räumen angelobt werden." Er will auch den Hof des Regierungssitzes für die Bevölkerung öffnen.

Keine materiellen Wünsche

Wie feiert er seinen Geburtstag? "Nichts Großes, kein Festakt, keine Residenz", antwortete Haslauer. ÖVP-Bürgermeister laden ihn am Samstag, 7. Mai, zum Frühschoppen in den Stieglkeller ein. Materielles wünsche er sich nicht, sondern weiterhin Lebensfreude, und dass auch seine Lieben gesund und von Schicksalschlägen verschont bleiben. "Die Zuversicht nicht zu verlieren, ist ein großer Wunsch an die Zukunft, und sich nicht selbst aufzugeben."

Haslauer besucht Sohn in Amerika

Es gibt noch andere, ganz persönliche Wünsche zu erfüllen: Im Mai wird Haslauer eine Woche lang seinen Sohn in Amerika besuchen. Eine Reise nach Südamerika und Argentinien stehen noch auf der Wunschliste, und auch die Besteigung des Großvenedigers, mit 3.666 Meter Seehöhe der höchste Berg Salzburgs. Ob noch einmal die Hochzeitglocken läuten, verriet er nicht. Die Frage war ihm zu persönlich. "Die Antwort müsste ich zuerst meiner Partnerin geben." Haslauer hat vier Kinder. Er lebt mit der Rechtsanwältin Christina Rößlhuber in einer Partnerschaft in der Stadt Salzburg. Sie haben einen gemeinsamen Sohn.

(APA)

(Quelle: S24)

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