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Wirtschaftskammer startet österreichweite Imageoffensive für Öffis

Der Fachverband Schienenverkehr will einen starken Öffi-Verkehr in den Städten. vogl-perspektive.at
Der Fachverband Schienenverkehr will einen starken Öffi-Verkehr in den Städten.

Die Verkehrsbetriebe der sechs größten Städte Österreichs, darunter Salzburg, starten erstmals eine gemeinsame Imagekampagne. Die Bewusstseinsoffensive "Steig ein, wir fahren!" soll den Menschen die Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs für den Klimaschutz nahelegen.

Denn selbst wenn in Zukunft jeder einzelne Pkw mit Strom fahren sollte: Die Pariser Klimaziele ließen sich so nicht erreichen, so die Initiatoren.

Autofahrer sollen zum Öffi-Umstieg gebracht werden

"Wir wollen Menschen, die derzeit noch mit dem Auto fahren, auf die öffentlichen Verkehrsmittel verlagern. Das muss stärker gefördert werden", erklärte Thomas Scheiber, Obmann des Fachverbands Schienenbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich, im Zuge einer Tagung in Salzburg. "Zugleich wollen wir jene bestärken, die schon jetzt mit uns fahren."

Fahrgastzahlen steigen massiv

Über einen Mangel an Fahrgästen können sich die Verkehrsbetriebe in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt freilich nicht beschweren: Die Zahlen steigen massiv. Im Jahr 2005 waren mit den innerstädtischen Öffis rund 1,02 Milliarden Menschen unterwegs, 2015 waren es bereits 1,27 Milliarden - ein Plus von 25 Prozent. "Pro Stunde werden damit in den heimischen Städten über 200.000 Personen transportiert. Das ist einmal die Stadt Linz von A nach B", sagte Scheiber.

Klimapolitik sieht Notwendigkeit für starken Öffi-Verkehr

Die Notwendigkeit für einen starken Öffentlichen Nahverkehr liege in der Klimapolitik, die anders nicht vernünftig möglich sei. "Selbst wenn alle Autos elektrisch fahren, gehen sich die Klimaziele nicht aus", sagte Günter Steinbauer, Geschäftsführer der Wiener Linien. Zudem brauchen Elektroautos in der Regel nicht weniger Platz als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. "Wir leben in Zeiten der Urbanisierung. Der Zuzug in die Städte ist massiv. Wien geht auf die zwei Millionen Einwohner zu. Der Platz auf der Straße wird aber nicht mehr."

Außerdem sei der öffentliche Verkehr effizienter und klimaverträglicher - selbst wenn Busse entgegen dem Trend zur Elektromobilität mit Diesel betrieben werden. Um das zu verdeutlichen, hat der Fachverband zu einem Rechenbeispiel gegriffen. Laut Umweltbundesamt ist heute jedes Auto mit 1,16 Personen besetzt. Für die Beförderung von 1.000 Menschen sind demnach 862 Pkw notwendig. Der Energiebedarf liegt dabei bei Dieselbussen um das drei- bis vierfache niedriger als bei Elektroautos und um das neunfache niedriger als bei Diesel-Pkw. Ähnlich verhält es sich beim Ausstoß von CO2.

Akku für E-Autos belastet Umwelt stark

Dazu kommt, dass laut Fachverband alleine die Produktion eines 100-kWh-Akkus für leistungsfähige E-Autos die Umwelt mit 15 bis 20 Tonnen CO2 belaste - so viel habe ein Benziner oder Diesel erst nach 200.000 Kilometern in die Luft geblasen. Außerdem führen die teilnehmenden Verkehrsbetriebe in der heute startenden Imagekampagne Gründe wie Pünktlichkeit und Sicherheit ins Treffen.

Andauernde Priorisierung der Öffis notwendig

Alleine mit Bewusstseinsbildung wird sich der Klimawandel aber nicht einstellen. "Wir brauchen eine andauernde Priorisierung des Öffentlichen Personennahverkehrs. Da ist die Politik gefragt", sagte Scheiber. So sollten Taxis, E-Autos und Radfahrer nicht auf Busspuren fahren dürfen - und auch über die Parkraumbewirtschaftung hätte man Steuerungsmöglichkeiten. Eine zentrale Baustelle ist auch die Frage, wie man mit den Pendlern aus dem Umland umgeht. "Die Städte sind in der Regel in Angebot und Takt sehr gut aufgestellt, auch wenn es Ausnahmen gibt", so Steinbauer. "Die Herausforderung liegt im Verkehr, der die Stadtgrenzen überschreitet."

(APA)

(Quelle: S24)

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