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Zwischen Ischl und Oman: 100 Jahre Salzburger Marionettentheater

Das Marionettentheater hat seither 150 Stücke mit etwa 1000 Puppen herausgebracht und weltweit gezeigt. Aktivnews
Das Marionettentheater hat seither 150 Stücke mit etwa 1000 Puppen herausgebracht und weltweit gezeigt.

Das Salzburger Marionettentheater wird 100 Jahre alt. Am 27. Februar 1913 hat der Bildhauer Anton Aicher die erste Vorstellung mit seinen handgeschnitzten Puppen in Salzburg gegeben.

Seither hat das Marionettentheater 150 Stücke mit etwa 1000 Puppen herausgebracht und weltweit gezeigt. Von Bad Ischl und Venedig bis in den Oman und Australien, nach Nord- und Südamerika und in den jüngeren Jahren speziell nach Frankreich sind die Salzburger Fädenzieher gereist und geben alles in allem rund 250 Vorstellungen pro Jahr.

Wiederaufnahme von "Schneewittchen"

Am 27. Februar gibt es im Marionettentheater eine Wiederaufnahme einer uralten Version von "Schneewittchen" und zugleich eine von der Künstlergruppe Cataracts gestaltete Ausstellung mit Fotos, Puppen, Werkstätten, Bühnenbildern und Filmen aus den vergangenen 100 Jahren Puppenspiel in Salzburg. Im Mai wird das Marionettentheater dann eine "offene Serie" (Fädenzieher sind nicht versteckt, Anm.) im Einkaufszentrum "Europark" geben und im Stammhaus in der Schwarzstraße ein kleines, vom Mirabellplatz aus zugängliches Puppenspieler-Cafe eröffnen. Ab 26. September zeigt das Salzburg Museum eine Schau über die Gründerfamilie Aicher - Langzeit-Prinzipalin Gretl Aicher ist ja vor knapp einem Jahr nach 35 Jahren Theaterleitung im 84. Lebensjahr gestorben.

Neue Produktion von "Alice im Wunderland"

Zentrale Neuheit zum Jubiläum ist eine Produktion von "Alice im Wunderland": Für diese Musiktheater-Bearbeitung werden zur Zeit in den Marionettenwerkstätten rund 50 Puppen und Figuren hergestellt. Im Herbst 2013 geht es dann auf Gastspielreise nach Las Vegas, New York und im Anschluss nach Chile. "Leider nützt uns es nicht wirklich, wo und für wen wir aufgetreten sind, wir müssen uns verstärkt um das Salzburger Publikum bemühen", erklärte Geschäftsführerin Barbara Heuberger heute, Freitag, bei einem Pressegespräch. "Die Salzburger kommen zu Weihnachten mit ihren Kindern, und sie kommen, um sich neue Stücke anzuschauen. Wagners "Ring"-Kurzfassung für Puppen und Marionetten war ein riesen Erfolg auch beim Salzburger Publikum. Aber die Auslastung im eigenen Haus ist trotz der vielen Touristen nicht optimal".

Trotzdem will Heuberger ausbauen und die zusätzlichen Reserve-Puppenspieler mobilisieren, damit das Haus in Salzburg nicht zusperren muss, wenn der Großteil der Truppe auf Tournee ist. "Wir sind darauf angewiesen, parallel in Salzburg kleinere Stücke weiter zu zeigen. Immerhin verdienen wir unsere 800.000 Euro im Jahr ausschließlich mit Eintrittskarten. Nur zum Jubiläum hat uns die Stadt einmalig 25.000 Euro und der Tourismusförderungsfonds einmalig 30.000 Euro zugeschossen. Dieses einzigartige Theater mit seiner hundertjährigen Tradition und seiner Werbewirksamkeit in vielen Teilen der Welt hätte sich mehr als diese einmalige Unterstützung schon verdient", argumentierte Heuberger mit Verweis auf 650.000 Euro allein an die neue Salzburg Biennale.

"Zauberflöte" ist Renner beim Marionettentheater

Der Renner im Programm des Marionettentheaters ist wie seit mehr als 60 Jahren "Die Zauberflöte". Diese Inszenierung aus dem Jahr 1951 dürfte damit wohl zu den ältesten und meist gespielten Opernproduktionen der Musik- und Theater-Geschichte zählen. Auf Platz zwei der Publikums-Nachfrage steht die relativ junge Produktion von "The Sound of Music" gefolgt von Tschaikowskis "Nussknacker". (APA)

Aufgerufen am 26.04.2019 um 04:10 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/zwischen-ischl-und-oman-100-jahre-salzburger-marionettentheater-42599371

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