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Teenie vor Gericht

Zwölfjährige zu Sex gedrängt?

Diversion für 15-Jährigen in Salzburg

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Den Aussagen des Mädchens zufolge habe der Bursch sie unter Druck gesetzt. (SYMBOLBILD)

Weil er als 14-Jähriger mehrmals Sex mit einer Zwölfjährigen gehabt haben soll, musste sich am Freitag ein heute 15-Jähriger bei einem Prozess am Landesgericht Salzburg wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen verantworten. Er erhielt eine nicht rechtskräftige Diversion.

Salzburg

Der geständige Bursche soll von Juni 2018 bis Jänner 2019 im Alter von 14 Jahren mehrmals Sex mit der Zwölfjährigen gehabt haben.

Zwei Jahre Probezeit für Salzburger

Der Schöffensenat unter Vorsitz von Strafrichterin Verena Wegleiter hat entschieden, dass das Strafverfahren gegen den bisher unbescholtenen Salzburger unter Bestimmung einer zweijährigen Probezeit vorläufig eingestellt wird. Es wurde zudem eine Bewährungshilfe angeordnet. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.

Der Angeklagte erklärte, er habe damals nicht gewusst, dass sexuelle Handlungen - in diesem Fall ging es um Oralverkehr - mit einer Zwölfjährigen strafbar sei. "Sonst hätte ich das nicht getan. Sie hat immer 'ja' gesagt." Er sei zwar in der Schule und auch von den Eltern aufgeklärt worden, die rechtliche Seite sei aber dabei nicht erwähnt worden. Er habe mit dem Mädchen eine kurze Beziehung gehabt, mit ihr "Händchen gehalten und gekuschelt".

Zwölfjährige zu Sex gedrängt?

Die Angaben des Mädchens, wonach er Druck ausgeübt hätte, indem er "irgendetwas ihrer Mutter" erzählen würde, wenn sie nicht mitmache, stimme nicht, beteuerte der Beschuldigte. "Sie hat freiwillig mitgemacht." Bei der Zwölfjährigen handelt es sich um die Tochter der neuen Lebensgefährtin seines Vaters.

Verteidiger Sebastian Kinberger hatte auf Freispruch plädiert. Die Eltern hätten von der Beziehung gewusst, dies aber nicht verhindert und auch nicht die Gesetzeslage zur Sprache gebracht. Die Mutter des Mädchens habe zu ihrer Tochter gesagt, sie müsse aufpassen, um nicht schwanger zu werden, sagte der Anwalt.

Bursch wusste über Altersgrenze nicht Bescheid

Der Bursche sei sexuell neugierig gewesen, erklärte der Verteidiger und verwies auf den geringen Altersunterschied der beiden. Bei dem damals 14-Jährigen sei auch kein latentes Unrechtsbewusstsein vorhanden gewesen, entgegnete Kinberger der Staatsanwältin. Er sei knapp 14 Jahre alt und über die rechtliche Altersgrenze nicht informiert gewesen, auch die Eltern hätten nicht Bescheid gewusst. Die Staatsanwältin meinte jedoch, dem Angeklagten habe damals bewusst sein müssen, dass es sich bei der Elf- beziehungsweise Zwölfjährigen ja noch um ein Kind handelte und "sie noch zu jung ist".

Der Schöffensenat begründete die Diversion mit dem jungen Alter des Burschen, seiner Unbescholtenheit und der Absolvierung einer Psychotherapie. Das Gericht ging von Freiwilligkeit vonseiten des Mädchens aus. Eine Diversion reiche aus, um ihn in Zukunft von Straftaten abzuhalten, erläuterte die Vorsitzende. Der Beschuldigte hat nahm die diversionelle Entscheidung an.

(Quelle: APA)

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