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Salzburger getötet

Strafen im Mordfall Roland K. bestätigt

OLG Linz macht Urteile rechtskräftig

Im Salzburger Mordfall Roland K. hat ein Berufungssenat des Oberlandesgerichtes Linz am Montag bei einer Verhandlung in Salzburg die Strafberufungen der drei Angeklagten wie auch des Staatsanwaltes abgewiesen. Damit sind die Strafhöhen und die Einweisung des erstangeklagten Musikers in eine Anstalt für geistig abnorme, zurechnungsfähige Rechtsbrecher rechtskräftig.

Ein Geschworenengericht am Landesgericht Salzburg hat im zweiten Rechtsgang am 13. August 2019 die Strafe für den 26-jährigen Musiker von 15 (im ersten Prozess) auf 18 Jahre Haft erhöht und seine Einweisung in die Anstalt bestätigt. Auch gegen seine 21-jährige Ex-Freundin wurde die Strafe damals von sieben auf acht Jahre Haft angehoben und über den 30-jährigen Wirt erneut eine Haftstrafe von 16 Jahren ausgesprochen. Die drei Richterinnen des Berufungssenates haben heute all diese Entscheidungen bestätigt.

OGH hob Teile des Urteils auf

Der Oberste Gerichtshof (OGH) hatte bereits nach dem ersten Prozess, der am 20. Juni 2018 am Landesgericht Salzburg stattfand, den Schuldspruch gegen alle drei Beschuldigten wegen Mordes und Raubes bestätigt, womit das Urteil in diesem Bereich rechtskräftig wurde. In Teilbereichen hob er allerdings das Ersturteil auf, unter anderem in Bezug auf die Strafhöhe und die Einweisung des Musikers in eine Anstalt, weshalb sich im August 2019 erneut ein Geschworenengericht damit befassen musste.

Vorwurf: Roland K. 2016 ermordet

Laut Anklage sollen der Musiker und seine damalige Freundin den 63-jährigen wohlhabenden Akademiker Roland K. nach der Verabreichung von Pralinen, in die sie Schlafmittel gemischt haben sollen, in dessen Villa in der Stadt Salzburg am 19. Juli 2016 getötet haben. Sie hätten ihr Opfer gefesselt und geknebelt und dann im Keller seines Hauses alleine zurückgelassen.

Die Toderursache konnte später nicht mehr genau festgestellt werden. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass die Kombination aus Alkohol, Schlafmitteln, Knebeln und einem Stoffsack über dem Kopf tödlich war und K. erstickt ist.

Wirt soll Paar angestiftet haben

Der mit dem Musiker befreundete Wirt soll das Paar zur Tat angestiftet haben. Das vermutete Motiv: Die Beschuldigten hätten es auf den Nachlass des wohlhabenden Salzburgers abgesehen gehabt. Die Leiche von Roland K. wurde erst rund ein Jahr nach der Tat nach einem Hinweis des Musikers in einem aufgelassenen Schweinestall auf dem Grundstück des Gastronomen im oberösterreichischen Innviertel gefunden. Die Leiche sollen die zwei Männer in einem alten Futtertrog versteckt haben. Im Prozess hatte der Musiker den Raub gestanden aber beteuert, er habe das Opfer nicht töten wollen. Seine Ex-Freundin und der Wirt wiesen alle Vorwürfe zurück.

Höhere Strafe für Freundin gefordert

In der heutigen Berufsverhandlung hatte die Staatsanwaltschaft für die Ex-Freundin eine höhere Strafe gefordert. Der Unrechtsgehalt sei nicht ausreichend berücksichtigt worden und die Tatbegehung sei heimtückisch gewesen, erklärte der Staatsanwalt. Zudem bestehe ein Ungleichgewicht zu den Sanktionen gegenüber den anderen Angeklagten, denn bei der Frau sei nur knapp die Hälfte des zur Verfügung stehenden Strafrahmens ausgeschöpft worden, argumentierte der Staatsanwalt.

Keine milderen Strafen

Bei den männlichen Angeklagten bestand nur mehr die Möglichkeit einer Strafreduzierung, weil die Staatsanwaltschaft keine höheren Strafen gefordert hatte. Doch die Verteidiger blitzten mit ihren Argumenten ab. Der Musiker hatte sich zu Verhandlungsbeginn für seine Tat entschuldigt. "Es tut mir sehr leid, was passiert ist", sagt er. Er habe aber einen wesentlichen Beitrag zur Aufklärung geleistet.

Was die Strafberufung der Ex-Freundin betrifft, so sei die Heimtücke der Tat ein Erschwernisgrund, urteilte der Berufungssenat. Bei der Ex-Freundin sah das Gericht aber keinen Grund, die Freiheitsstrafe zu erhöhen. Die junge Frau brach daraufhin in Tränen aus.

Rechtsanwalt Jörg Dostal, Verteidiger des Wirts, hat bezüglich des verurteilten Gastronomen einen Wiederaufnahmeantrag des Verfahrens beim Landesgericht Salzburg eingebracht. Über den Antrag ist noch nicht entschieden worden.

(Quelle: APA)

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