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Studie

Flüchtlinge gegen Fachkräfte-Mangel in Salzburg

Fachkräftemangel flüchtlinge asylwerber Deutsch Arbeitsmarkt APA/dpa/Marijan Murat
Als größte Hürde für die Einstellung von Flüchtlingen sehen die Unternehmen mangelnde Deutschkenntnisse.

Der Fachkräftemangel belastet Österreichs mittelständische Unternehmen, 40 Prozent der Befragten verlieren deswegen Umsätze, geht aus einer Studie des Beraters EY hervor. Fast jeder fünfte Mittelständler beschäftigt der Umfrage zufolge bereits Flüchtlinge, weitere 42 Prozent würden Flüchtlinge beschäftigten. Ein großer Teil spricht sich für ein Bleiberecht für Asylwerber in Lehre aus.

52 Prozent waren dafür, dass Asylwerber eine Stelle in Österreich annehmen dürfen, weitere 25 Prozent waren eher dafür. Auf die Frage, ob Asylwerber, die eine Lehrstelle haben, das Bleiberecht in Österreich bekommen sollen antworteten 45 Prozent mit "ja" und 25 Prozent mit "eher ja". 26 Prozent waren dagegen, die restlichen 4 Prozent gaben "eher nein" an, wie aus der aktuellen Studie "Fachkräftemangel im österreichischen Mittelstand" hervorgeht, für die österreichweit 900 mittelständische Unternehmen im Dezember 2018 und im Jänner 2019 befragt wurden.

Salzburger Firmen im Mittelfeld

Fast ein Fünftel (19 Prozent) beschäftigt Flüchtlinge. Der Anteil ist in Vorarlberg mit 44 Prozent am höchsten. Dahinter folgen Tirol (22 Prozent), Oberösterreich (21 Prozent) sowie Wien und Salzburg (je 20 Prozent). Weniger sind es im Süden des Landes: Sieben Prozent der steirischen Unternehmen und elf Prozent der Kärntner Betriebe beschäftigen Flüchtlinge. Im Burgenland liegt der Anteil bei 14 Prozent, in Niederösterreich bei 13 Prozent. Nach Branchen betrachtet beschäftigt ein Drittel (32 Prozent) der Mittelständler im Gesundheitsbereich Flüchtlinge, im Tourismus ein Viertel (26 Prozent) und in der Industrie 22 Prozent.

Hürden für Einstellung von Flüchtlingen

Als größte Hürden für die Einstellung von Flüchtlingen sehen die Unternehmen laut EY-Pressemitteilung mangelnde Deutschkenntnisse (80 Prozent), die unklare Rechtslage während laufender Asylverfahren (54 Prozent), mangelnde Qualifikationen (49 Prozent) und fehlende Planungssicherheit (47 Prozent).

Fachkräftemangel im Mittelstand

Der Fachkräftemangel werde für den österreichischen Mittelstand immer bedrohlicher und dämpfe das Wachstum massiv, so EY. Der Anteil der Unternehmen, die ihn als Gefahr für die Entwicklung des eigenen Betriebs sehen, sei von 59 auf 69 Prozent gestiegen. Rund 32 Prozent hätten angegeben, die Belegschaft in den kommenden sechs Monaten aufstocken zu wollen (nach 35 Prozent im Jänner 2018). Sechs Prozent gingen von sinkenden Mitarbeiterzahlen aus. Große Probleme bei der Rekrutierung von Fachkräften gäben seit 2018 gleichbleibend 30 Prozent an, 2015 seien es noch 15 Prozent gewesen. Weitere 53 Prozent hätten angegeben, dass ihnen die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern "eher schwer" fällt.

Zahlreiche unbesetzte Stellen

Probleme bei der Fachkräftesuche hätten Unternehmen in ganz Österreich, es gebe aber ein regionales Gefälle: Während die Situation in den östlichen Bundesländern noch vergleichsweise gut sei, kämpften der Westen und Süden Österreichs mit den größten Problemen. Am kritischsten sei der Fachkräftemangel momentan bei Unternehmen in Vorarlberg, wo 35 Prozent "große" und 57 Prozent "eher große" Probleme hätten. Am besten sei die Situation noch in Wien - allerdings klagen im bevölkerungsreichsten Bundesland immer noch 17 Prozent über "große" und weitere 53 Prozent über "eher große" Schwierigkeiten bei der Fachkräfterekrutierung.

Zahlreiche Firmen müssen deswegen Stellen unbesetzt lassen. Betroffen sei vor allem die Produktion - jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) lasse Positionen unbesetzt. Im Marketing oder Vertrieb seien es 14 Prozent, im Bereich IT/EDV zwölf Prozent. Am stärksten betroffen seien die Immobilienbranche und die Industrieunternehmen - in diesen Branchen falle es neun von zehn Unternehmen eher oder sehr schwer, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

"Keine Branche vom Fachkräftemangel verschont"

"Es gibt innerhalb Österreichs keine Branche und keinen Ort mehr, der vom Fachkräftemangel verschont bleibt", so Erich Lehner, Managing Partner bei EY Österreich. "Die Unternehmen müssen erfinderischer werden, um wirklich auch jedes Potenzial zu nutzen."

Der leer gefegte Arbeitsmarkt koste die Unternehmen insgesamt viel Geld: 40 beklagten Umsatzeinbußen wegen des Fachkräftemangels. Fünf Prozent würden dadurch sogar mehr als fünf Prozent ihres Jahresumsatzes verlieren. Besonders gravierend seien die Folgen in der Immobilienbranche sowie im Bereich Transport und Verkehr.

(APA)

(Quelle: APA)

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