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Was zahlt die Versicherung?

Welche Schäden abgedeckt sind und welche nicht

Auto, Baum, Schaden, Sturm, SB Pixabay/CC0
Stürzt ein Baum aufs Auto, ist der Schaden meist groß. (SYMBOLBILD)

Das Auto ist beschädigt oder das Dach abgedeckt. Nach den starken Sturmböen kommt nun die Frage auf: Wer soll dafür zahlen? Hier geben wir euch einen Einblick, wofür Versicherungen aufkommen und wofür nicht.

Für die Wohnung oder das Haus ist hier zwischen der Eigenheimversicherung und der Hausratsversicherung zu unterscheiden. Etwa 98 Prozent der Österreicher können auf eine solche zurückgreifen. Diese deckt Sturm- und Hagelschäden bis zu der im Vertrag festgelegten Versicherungssumme. Hochwasser, Überschwemmungen und Vermurungen sind allerdings manchmal nicht ver­sichert bzw. nur mit geringen Versicherungssummen. Weiters ist oft auch die Gefahrenzone (Stichwort HORA; Hochwasserrisikozonierung Austria) in der das Haus steht von Bedeutung – je größer das Risiko desto höher die Prämie oder dieses Risiko ist gar nicht versicherbar – hier gibt es große Unter­schiede. Bei nicht versicherbaren Schäden greift der Katastrophenschutzfonds des Landes.

Bei Beschädigungen an Fahrzeugen kommen die verschiedenen Kraftfahrzeugsversicherungen ins Spiel.

Kleiner Haken in den Versicherungen

In den Versicherungen gibt es aber einen Haken, der für einige Betroffene in diesem Fall zum Problem werden könnte. Handelt es sich beim Einfamilienhaus um einen Schaden, der auf eine Naturkatastrophe zurückzuführen ist, wird eine Deckelung pro Schadensfall gültig. Die Höchstentschädigung beziffert die Uniqa, einer der größten Versicherer im Bundesland Salzburg, auf 16.000 Euro – 8.000 Euro für den Schaden am Gebäude und 8.000 Euro für beschädigten Wohnungsinhalt (gültig für alle Verträge, die seit Juli 2009 abgeschlossen wurden, Anm.). Die Arbeiterkammer Salzburg (AK) verweist darauf, dass die Versichungssummen im Katastrophenfall je nach Versicherung oft auch unter 10.000 Euro liegen würden. Ist sowohl das Gebäude als auch der Wohnungsinhalt beschädigt, wird die Ver­sicherungssumme einmal aus der Haushalts- und einmal aus der Eigen­heim­ver­sich­er­ung bezahlt.

Wird ein Fahrzeug bei einem Unwetter beschädigt, übernimmt das nur eine Kaskoversicherung. Bei einer Haftpflicht-Versicherung ist der Schaden selbst zu bezahlen. Wird ein Auto von herumfliegenden Teilen eines Hauses getroffen, deckt das die Haus- oder Grundstücks-Haftpflichtversicherung. Hier gibt es eine Ausnahme bei Sturm, also ab Windgeschwindigkeiten von 60 km/h: Dann haftet in der Regel nicht der Gebäudeeigentümer. Auch in diesem Fall schützt Kfz-Eigentümer nur eine Kaskoversicherung.

Wie muss ich den Schaden melden?

Der Schaden sollte so schnell wie möglich der Versicherung gemeldet werden. Auch wenn das schon telefonisch passiert ist, muss eine schriftliche Schadensmeldung innerhalb einer bestimmten Frist erfolgen, heißt es bei der AK. Man sollte sich dazu einen Überblick verschaffen und den Schaden abschätzen. Wichtig ist auch, Schäden mit Fotos zu dokumentieren. Umso genauer sie gemeldet werden, desto besser. Eine Liste der kaputten Gegenstände ist hilfreich, man soll möglichst genau festhalten, wann, wo und wie die jeweiligen Schäden passiert sind.

Wird eine Leistung von der Versicherung abgelehnt, sollte man eine schriftliche Begründung verlangen, empfiehlt die Arbeiterkammer Salzburg. Man könne dann prüfen, ob die Ablehnung konform mit den Vertragsbedingungen sei. Wenn nicht, kann der Versicherungsbetrag innerhalb eines Jahres eingeklagt werden.

Wie lange muss man auf Auszahlungen warten?

Das kommt laut Uniqa darauf an, wie hoch der Schaden ist und wie schnell die Sanierung abgeschlossen ist. Um eine Auszahlung machen zu können, benötigen Versicherungen zwingend die Rechnung von der Schadensbehebung. Bei kleineren Gebrechen wie Kellerauspumpen geht das in der Regel innerhalb von wenigen Tagen.

(Quelle: SALZBURG24)

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