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Suche nach Vermissten

So gehen Salzburgs Bergretter vor

"Die Kälte kann tödlich sein"

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Salzburgs Bergretter rücken bei Tag und Nacht sowie fast jeder Wetterlage aus.

Groß angelegte Suchaktionen, wie jene derzeit laufende im Oberpinzgau, stellen die Einsatzkräfte von der Salzburger Bergrettung vor besondere Herausforderungen. Wir haben nachgefragt, wo mögliche Gefahren lauern und worauf Wanderer und Kletterer in der dunklen Jahreszeit achten sollten.

Seit Wochenbeginn suchen Bergretter, Feuerwehrleute und Polizisten im Stubachtal bei Uttendorf (Pinzgau) nach einem Niedernsiller. Der Mann ist am Samstag vermutlich zu einer Wanderung aufgebrochen. Es gebe derzeit keinen Anhaltspunkt darüber, wo sich der 41-Jährige aufhalten könnte.

Suchhunde im Einsatz

Das abzusuchende Gebiet im Oberpinzgau ist unübersichtlich und weitläufig, was es auch ungemein schwieriger für die Suchhunde der Bergretter macht. "Mantrailer brauchen eine Fährte des Abgängigen und für Flächensuchhunde macht es der drehende Wind nicht unbedingt einfacher", weiß Maria Riedler von der Bergrettung im SALZBURG24-Gespräch zu berichten. "Vielleicht nimmt ein Hund auch eine Fährte am Wegesrand auf." Die Überlebenschancen würden jedoch mit jedem weiteren Tag sinken. 

Die Polizei kann mit Drohnen und einem Hubschrauber bei der Suche unterstützen. Dabei werden auch GPS-Ortung und Wärmebildkameras eingesetzt.

Suche nach Vermissten

Mit der herbstlichen Witterung wird es zunehmend nass und kalt auf Salzburgs Bergen und in den Tälern: "Ein falscher Schritt und schon ist man ausgerutscht“, warnt Riedler. "Das kann auch mit guter Ausrüstung ganz schnell passieren und schon liegt man hilflos und verletzt im Gelände. Die Kälte kann dann tödlich sein."

Die fieberhafte Suche nach einem abgängigen Niedernsiller im Pinzgauer Stubachtal geht weiter:

Gepostet von SALZBURG24 am Donnerstag, 31. Oktober 2019

Das kann natürlich auch zur Gefahr für die Retter werden. "Unsere Helfer sind erfahren im alpinen Gelände und wissen ganz genau, was sie tun. Es wird keiner dazu gezwungen, sich in Gefahr zu begeben." Bei der Bergrettung sei man jedenfalls sehr dankbar darüber, dass viele Arbeitgeber den ehrenamtlichen Helfern freigeben. Zwischenzeitlich waren über 30 Retter aus mehreren Ortsstellen im Einsatz.

Alleine wandern: Darauf solltet ihr achten

Doch worauf sollte man achten, wenn es zu einer Wanderung in die Berge geht? Neben guter Ausrüstung – vor allem Schuhen und warmen Klamotten – ist die Tourenplanung von elementarer Bedeutung: Welche Route ist möglich, wo sind Hütten und wie schaut es mit der Verpflegung aus? "Zudem sollten Angehörigen und Freunden informiert werden, wenn man schon alleine zu einer Wanderung oder Klettertour aufbricht", appelliert Riedler.

Das Handy sollte voll aufgeladen und die Ortungsfunktion aktiviert sein. Bei einem Notruf (140 für die Bergrettung, Anm.) erfolgt eine GPS-Ortung in der Leitstelle, wenn mit einem Smartphone angerufen wird. "In einer Notlage oder bei Dunkelheit ist es schwierig, die Umgebung zu beschreiben. Eine solche Ortung macht es für die Retter einfacher."

(Quelle: SALZBURG24)

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