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Salzburg bilanziert

Pandemie steigert Suchtpotenzial

Corona lässt psychosoziale Belastungen ansteigen

Schnaps, Alkohol APA/dpa-Zentralbild
Drogen- und Alkoholsucht werden durch die Pandemie verstärkt. (SYMBOLBILD)

Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf unsere psychische Gesundheit aus. Sie steigert zudem das Suchtpotential. Für Menschen mit Suchterkrankung und Personal in Salzburgs Hilfseinrichtungen war das vergangene Jahr daher eine große Herausforderung, wie im aktuellen Suchtbericht des Landes bilanziert wird.

Die erheblichen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf die psychische Gesundheit werden laut Suchtbericht durch zahlreiche nationale und internationale Studien belegt. Auch Drogenkonsum und das Verhalten mit Suchtpotenzial werden beeinflusst. Neben einer zehn- bis 15-prozentigen Zunahme bei Alkohol-, Nikotin-, Schlaf- oder Beruhigungsmitteln und bei Cannabiskonsum ist vor allem im Bereich Computerspielabhängigkeit mit einem Plus von 32 Prozent ein eindeutiger Aufwärtstrend erkennbar.

Salzburg veröffentlicht Suchtbericht

Das Land Salzburg hat nun den Suchtbericht für das Jahr 2020 veröffentlicht. „Die aktuellen Zahlen und Daten aus dem Monitoring weisen auf eine stabile Situation der Abhängigkeitsproblematik hin. Es gibt keine neuen Präparate oder kritischen Entwicklungen“, berichtet die Suchtbeauftragte Monika Parhammer und ergänzt: „Die Anzahl der Klientinnen und Klienten bei Beratungen und Behandlungsmaßnahmen im Hilfssystem ist jedoch rückläufig. Deshalb und wegen dem allgemeinen Anstieg der Corona-bedingten Belastungen könnte es zu Aufholeffekten und einem erhöhten Bedarf an Beratungen und Behandlungen kommen.“

Suchtbericht 2020 Land Salzburg
v.l.n.r.: Franz Schabus-Eder (Leiter Psychosozialer Dienst) Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn und Suchtkoordinatorin Monika Parhammer Schabus-Eder

„Mir ist besonders wichtig, dass niederschwellige und kostenlose Hilfestellungen im ganzen Bundesland zur Verfügung stehen. Mit der Inanspruchnahme der Angebote kann ein wesentlicher Beitrag zur Prävention sowie rechtzeitiger Intervention und Hilfestellung geleistet werden“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn (Grüne).

Neue Suchtkoordinatorin für Salzburg

Für Schellhorn ist die neue Suchtkoordinatorin die richtige Wahl in dieser wichtigen Position: „Ich freue mich, dass Monika Parhammer die Leitung der Suchtkoordination des Landes übernommen hat und sich künftig um die enge Zusammenarbeit der zahlreichen Einrichtungen im Land kümmern wird. Neben den bewährten Angeboten stehen in Zukunft auch neue unterstützende Leistungen im Fokus.“

Betroffene im Hilfssystem halten

In den Jahren 2016 bis 2019 wurden im Schnitt etwa 2.450 Personen mit psychischen Erkrankungen oder Suchtproblemen betreut, im Jahr 2020 waren es 2.193 Personen. Für Landeshauptmann-Stellvertreter Schellhorn ist es deshalb „umso wichtiger, die Menschen und deren Angehörige nicht aus unserem Unterstützungsnetzwerk zu verlieren, sondern mit einem Mehr an Leistungen in unserem breit aufgestellten Hilfssystem zu halten. In Salzburg haben wir ein engmaschiges Netz, das auf die aktuellen Problematiken reagieren kann.“

Behandlungen werden umfangreicher

Generell zeigt sich im Suchtbericht, dass die Beratungs- und Betreuungsfälle durch die Pandemie komplexer und aufwändiger wurden. Vermehrt musste der gesamte Familienverband eingebunden werden. Es kam daher auch verstärkt zu akuten Krisen infolge von massiven innerfamiliären Konflikten und Trennungen. Ein weiteres Problem: Häusliche Gewalt trat häufiger auf und musste in der Betreuung bearbeitet werden.

(Quelle: SALZBURG24)

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