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Bunte Malerei

Tattoo-Trend in Salzburg ungebrochen

Körperkunst unter Haut immer beliebter

Jeder Vierte in Österreich hat ein Tattoo, bei den unter 35-Jährigen ist sogar fast die Hälfte tätowiert – Tendenz steigend. Der Trend ist ungebrochen, natürlich auch in Salzburg. Wir haben uns die Lage im Land genauer angeschaut.

Laut einer aktuellen IMAS-Umfrage lassen sich immer mehr Österreicher ihre Haut verzieren. Jeder Vierte hat eine Tätowierung, ein Zehntel sogar mehrere.

Mehr als 50 Studios im Land Salzburg

"Insgesamt gibt es im Land Salzburg 56 gewerblich angemeldete Tattoo-Studios", sagt Nina Rossin, Landesinnungsgeschäftsführerin für Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure bei der Wirtschaftskammer Salzburg (WKS) gegenüber SALZBURG24. Demnach befinden sich allein in der Landeshauptstadt 26 Studios und im Flachgau sind es 13. Im Tennengau und Pongau haben sich jeweils fünf Tätowierer niedergelassen, im Pinzgau sieben und im Lungau kein einziger. "Ein Stadt-Land-Gefälle ist eindeutig zu erkennen", zeigt Rossin auf.

Voraussetzungen zum Tätowieren

Weil es sich hierbei um ein reglementiertes Gewerbe handelt, muss zwingend eine Ausbildung absolviert und nachgewiesen werden. "Am Ende steht eine Befähigungsprüfung an, was mit einem Meisterabschluss zu vergleichen ist", erklärt Rossin. "Damit kann man als Selbstständiger dann ein Gewerbe anmelden." Zwar ist eine Ausbildung für das Handwerk in einem Tattoo-Studio möglich, spezielle Kurse für schulmedizinische Grundlagen und Hygiene-Richtlinien werden aber beispielsweise am WIFI angeboten.

 

In Einzelfällen ist auch ein individueller Befähigungsnachweis möglich, um als Tätowierer in Österreich zu arbeiten. Rossin: "Lange Arbeitserfahrung und eine medizinische Vorausbildung sind hier von Vorteil." Jeder Fall werde einzeln geprüft.

In Deutschland sieht die Situation etwas anders aus, denn hier gibt es keine einheitliche und rechtlich verbindliche Regelung für die Ausbildung zum Tätowierer. In einzelnen Bundesländern ist aber mittlerweile ein Sachkundenachweis gemäß der Infektionshygieneverordnung vonnöten.

Problem der Schwarz-Tätowierer?

Wie jedes Gewerbe haben auch die Tätowierer mit schwarzen Schafen zu kämpfen. Sogenannte Schwarz-Tätowierer können oftmals keine Ausbildung vorweisen, haben Mängel bei der Hygiene und bieten ihre Leistung deutlich günstiger als angemeldete Gewerbe an. "Wir können Kundinnen und Kunden nur dazu raten, nicht ausschließlich auf den Preis zu schauen", appelliert Rossin von der WKS. "Schwarz-Tätowierer werben verstärkt in sozialen Medien, wie Facebook und Instagram, und locken mit Kampfpreisen."

Seid ihr tätowiert?

Gepostet von SALZBURG24 am Donnerstag, 30. Januar 2020

Sich zuhause ein Tattoo stechen zu lassen, ist selbstverständlich nicht verboten. Doch WKS-Expertin Rossin weiß: "Hygiene-Richtlinien können am Couchtisch oder in der Küche bestimmt nicht eingehalten werden." In jedem Fall sei im Land Salzburg keine Steigerung solcher Schwarz-Tätowier-Fälle zu erkennen. Zahlen über erfasste Fälle gebe es jedoch nicht.

Mögliche Verdachtsfälle könnt ihr HIER melden. Diese würden dann an Behörden weitergeleitet werden.

Immer mehr Tätowierungen

Bei Tätowierungen scheidet allein das Alter die Geister: So sind 87 Prozent der Generation 60plus unbeschriebene Blätter, aber nur gut die Hälfte der Befragten von 16 bis 35 Jahre. Ein Drittel der 35- bis 59-Jährigen besitzt laut IMAS-Umfrage eine Tätowierung, zwei Drittel nicht. Gut zwei Drittel der in persönlichen Interviews Befragten finden, dass es heutzutage mehr Tätowierungen gibt als früher. 27 Prozent sehen den Körperschmuck als besondere Form der Kunst, ein Fünftel findet, Tätowierungen gehören heute einfach dazu, um sich selbst auszudrücken.

Tätowierungen der Österreicher, Tattoo, APA
(Quelle: SALZBURG24)

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