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Tauglichkeit für Zivis

Rettung, Lebenshilfe & Co für neue Kriterien

Salzburgs Organisationen zum ÖVP-Vorschlag

Zivildienst, Samariterbund, SB APA/GEORG HOCHMUTH/SYMBOLBILD
Nicht für alle Zivi-Arbeiten müsse man volltauglich sein, ist der Tenor in Salzburg.

Im Alter von 16 Jahren werden Österreichs Burschen auf ihre Tauglichkeit für das Heer bzw. den Zivildienst überprüft. Doch immer weniger werden als tauglich eingestuft. Damit haben auch Zivildienst-Träger in Salzburg zu kämpfen. Ein Großteil begrüßt gegenüber SALZBURG24 den ÖVP-Vorschlag. Die Organisationen weisen allerdings darauf hin, dass eine Teiltauglichkeit das Problem nicht lösen werde.

Die Stellungspflichtigen werden in Österreich immer weniger und immer weniger Burschen werden als tauglich eingestuft. Die ÖVP macht nun im Wahlkampf den Vorschlag, die Tauglichkeitskriterien zu überarbeiten und verschiedene Tauglichkeitsstufen einzuführen. Im Moment gehen junge Männer in Österreich entweder als tauglich, vorübergehend untauglich oder untauglich aus der Stellung hervor.

Samariterbund: "Brauchen volltaugliche Zivildiener"

Geht es nach der ÖVP, sollen künftig nur jene, die aufgrund einer körperlichen oder geistigen Behinderung nicht dazu in der Lage sind, keine Aufgaben beim Heer oder als Zivildiener übernehmen.

Dem Samariterbund würde das nicht viel helfen, glaubt Martina Vitek, Sprecherin des Samariterbundes Österreich. Sie erklärt auf SALZBURG24-Anfrage: „Wir brauchen volltaugliche Zivildiener im Rettungsdienst, das ist eine körperlich anstrengende Arbeit.“ Der Samariterbund hat in Salzburg schon im Dezember vergangenen Jahres Alarm geschlagen: 115 Zivildiener hätte man gebraucht, davon konnten nur 60 Stellen besetzt werden. Geschäftsführer Christian Dengg forderte damals eine Attraktivierung der Wehrdienst-Alternative, etwa mittels Lohnerhöhung. Aufgaben für teiltaugliche junge Männer gebe es beim Samariterbund nicht, betont Vitek.

 

Lebenshilfe: "Warten jeden Tag auf Mangel"

Ähnlich sieht das Guido Güntert, Geschäftsführer der Lebenshilfe Salzburg. „Schon jetzt gibt es bei uns viele Tätigkeiten, die Zivildiener nicht alleine sondern nur in Begleitung von Fachpersonal machen können. Wenn das durch Teiltauglichkeit noch mehr wird, können wir das nicht mehr abdecken“, erläutert Güntert im Gespräch mit SALZBURG24. Allerdings sei jede Maßnahme zu begrüßen, die mehr junge Männer zum Zivildienst bringe. Einen Mangel stellt man bei der Lebenshilfe derzeit noch nicht fest, „wir warten aber jeden Tag darauf“, sagt Güntert.

Obwohl man bei der Lebenshilfe „körperlich fitte Burschen“ braucht, zeigt Geschäftsführer Güntert auf, dass man übergreifend trotzdem von einer Teiltauglichkeit profitieren könnte: „Es gibt Träger, die weniger leistungsfähige Zivildiener einsetzen können, dadurch werden Volltaugliche wieder frei für andere Tätigkeiten.“

Landesfeuerwehrverband für Teiltauglichkeit

Auch beim Landesfeuerwehrverband gibt es noch keinen Mangel an Zivildienern. Für Zivildiener gebe es laut Sprecherin Elisabeth Hollaus außerdem viele verschiedene Aufgaben, „für einige muss der Zivildiener nicht zwangsweise volltauglich sein. Wir würden eine Teiltauglichkeit durchaus begrüßen.“ Ähnlich sieht man das beim Roten Kreuz in Salzburg. Hier wird eine Überarbeitung der Tauglichkeitskriterien ebenfalls positiv aufgenommen. "Wir bemerken schon, dass nun die wirklich geburtenschwachen Jahrgänge und damit weniger Zivildiener kommen." 

Diakonie: "Sollte sicherlich darüber sprechen"

Der Bedarf an Zivildienern ist bei der Diakonie-Salzburg hoch, allerdings konnte er bisher noch gedeckt werden. Die geburtenschwachen Jahrgänge behält man aber im Blick. Neue Tauglichkeitskriterien hält Geschäftsführer Michael König für einen „Diskussionsvorschlag, über den man sicherlich weiter sprechen sollte.“

Hilfswerk: "Muss für Hilfstätigkeiten nicht volltauglich sein"

Hilfswerk-Geschäftsführerin und ÖVP-Politikerin Daniela Gutschi zeigt sich im S24-Gespräch angetan von der Idee. „Das ist sicher eine gute Möglichkeit. Die Zahl der Zivildiener geht zurück, vor allem in Zentralraum bemerken wir einen Mangel“, schildert sie und ergänzt: „Für viele Hilfstätigkeiten muss man nicht volltauglich sein.“

Beim Bundesheer möchte man sich auf Anfrage von SALZBURG24 nicht zu dem ÖVP-Vorschlag äußern. „Das ist eine politische Diskussion“, sagt Sprecher Michael Bauer. Auf Twitter weist er auf die bisherige Regelung hin.

(Quelle: SALZBURG24)

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