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Praktische Erleichterung

Telemedizin bleibt uns erhalten

Hausärzte ordinieren zwei weitere Jahre per Telefon

Arzt APA/HELMUT FOHRINGER
Telemedizin bringt Vorteile für Ärzte und Patienten.

Die Corona-Pandemie verändert auch nachhaltig die Arbeit der Hausärzte. So können Ärzte ihre Patienten nun weiterhin via Telefon „behandeln“. Diese Telemedizin-Dienste bekommen die Mediziner für die nächsten zwei Jahre sicher auch vergütet.

Nicht bei jedem gesundheitlichen Anliegen ist es notwendig direkt die Praxis des Hausarztes aufzusuchen. Vieles kann durch ein fachmännisches Gespräch via Telefon geklärt werden. Das kann besonders Patienten viel Zeit sparen und es kommen dadurch weniger Menschen in die Praxen.

Eine dafür notwendige Regelung wurde laut Informationen von SALZBURG24 gerade erstellt. Sie garantiert den Ärzten für die nächsten zwei Jahre auch die Verrechnung dieser Dienste und ist ab sofort gültig.

Startschuss durch Corona-Pandemie

Den Anschub für diesen Service gab die Corona-Pandemie, die uns mittlerweile seit fast einem Jahr fest im Griff hat. Mit dem Ziel Menschenansammlungen zu vermeiden, mussten sich besonders Mediziner etwas einfallen lassen. Ganz nach dem Vorbild der „Flying Doctors“ in Australien, verringert Telemedizin Distanzen und erspart Wege. „Bis vor der Pandemie haben wir etwa Video-Sprechstunden wenig genutzt. Aber wir erkannten die Vorteile und wollen es fortführen“, erklärt der Bezirksärztevertreter der Stadt Salzburg, Richard Barta, im Gespräch mit SALZBURG24. Ursprünglich wäre es zu Beginn geplant gewesen, damit dem Ärztemangel entgegenzuwirken.

Befundbesprechungen via Videotelefonie

Befundbesprechungen oder kurze Kontrollen könnten ganz einfach via Telefon erledigt werden. „Das entspannt Arzt und Patienten“, spricht Barta aus Erfahrung. „Der Klassiker ist eine Besprechung nach einer Blutabnahme. Dafür macht man sich mit dem Patienten einen Termin für ein Telefonat aus und er muss nicht mehr in die Ordination kommen.“

Salzburger Ärztekammer federführend

Nachdem die Versicherungspartner alle aufgesprungen seien, stand dem Projekt österreichweit nichts mehr im Weg. „Federführend für diese Entwicklung waren die Ärztekammern Salzburg und Oberösterreich“, betont der Mediziner stolz. Die Ärzte können diese Telefondienste nun zumindest für die nächsten zwei Jahre als normales Beratungsgespräch verrechnen. Telemedizin sei einer Präsenzbehandlung gleichgesetzt. Die Sozialversicherung bastle derzeit sogar an einer App, die vieles vereinfache. Das Tool stehe gerade in einer Pilotphase.

„Viele genießen es“

Bereits jetzt würden die Telefondienste gut angenommen. Auch die ältere Generation habe sich schon daran gewöhnt. „Einige Ältere genießen es, andere vermissen die sozialen Kontakte im Wartezimmer. Aber das wäre während der Pandemie ohnehin nicht möglich“, erzählt der Mediziner.

Telefondienste in Arbeitsalltag einbauen

Wie man die telefonischen Dienste in seinen Arbeitsalltag einbaut, bleibe jedem Arzt selbst überlassen. „Für uns Ärzte ist es ein wenig mehr Zeitaufwand, aber man muss sich einfach anpassen“, sagt Barta. „Es sind Tools, die jetzt einfach mitlaufen.“

Krankschreiben leicht gemacht

Besonders bei Arbeitsunfähigkeitsbestätigungen habe sich der Service bewährt. „Ein Hausarzt, der seine Patienten kennt, kann auch über das Telefon oder Videotelefonie über chronische Leiden urteilen“, erklärt Salzburgs Ärztekammer-Sprecher Georg Fuchs. Um möglichst wenig Parteienverkehr in den Praxen zu haben, stellen Hausärzte daher auf diesem Weg auch Rezepte per Telefon aus. Dazu ist auch keine E-Card notwendig. 

Trotz aller Vorteile stellt Richard Barta klar: „Manche Dinge funktionieren mit Telemedizin gut, manche nicht. Ich bevorzuge auf jeden Fall den persönlichen Kontakt.“

(Quelle: SALZBURG24)

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