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Aktuelle Zahlen

Tennengau bleibt Corona-Sorgenkind

Haslauer spricht von "dramatischer Entwicklung"

Der Bezirk Hallein führt weiterhin die 7-Tages-Inzidenz in Österreich an. Sie liegt im Tennengau bei 284,4, in Salzburg bei 93,1, in Wien bei 150,3, in Österreich bei 84,4 und in Deutschland bei 29,6. Für das Land Salzburg ist diese Entwicklung "besorgniserregend", da für diese Tendenz aktuell kein Ende in Sicht sei. Ein Überblick über die statistischen Daten.

  • Bisher 3.064 Personen positiv auf das Coronavirus getestet (Stand Donnerstag, 7.20 Uhr)
  • Neuinfektionen lagen in den vergangenen Tagen bei teils mehr als 130 pro Tag
  • 670 aktiv infizierte Personen
  • 44 Tote im Zusammenhang mit Covid-19
  • 31 Erkrankte im Spital, zusätzlich vier auf Intensivstationen

Am meisten Infizierte im Tennengau

Die Bezirksaufteilung: Tennengau 211, Pongau 142, Flachgau 127, Stadt Salzburg 125, Pinzgau 44 und Lungau 21. Bisher wurden fast 98.000 Tests durchgeführt, es sind derzeit zirka 900 pro Tag.

Ende März 2020 gab es 120 Neuinfektionen.Jetzt wurde an einzelnen Tagen die 130er-Marke überschritten, aber auch der Durchschnitt steigt markant. Allerdings wird aktuell wesentlich mehr getestet, als noch im März.

Statistik, Coronavirus, Stand 15.10 Land Salzburg

500 Menschen im Tennengau in Quarantäne

Um die Lage und Entwicklung in Ländern und Regionen vergleichen zu können, nehmen die Experten die so genannte 7-Tages-Inzidenz. Das sind die durchschnittlichen Neuinfektionen pro Tag der vergangenen sieben Tage. Der Tennengau liegt hier bei 284,4. Von den aktuell 670 aktiv infizierten Personen in Salzburg entfallen 211 auf den Tennengau (am 1. Oktober 71). Und davon wiederum 87 auf Kuchl. Insgesamt sind in Salzburg knapp 2.600 Personen als Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne oder verkehrsbeschränkt, davon mehr als 500 im Tennengau.

In Kuchl sind inzwischen 87 Personen aktiv mit dem Corona-Virus infiziert, es gab insgesamt bis dato 146 positive Tests. Die Gemeinde mit ihren 6.700 Einwohnern ist aber nicht alleine ein „Hotspot“. Weitere stark betroffenen Gemeinden im Tennengau sind Golling, Scheffau, St. Koloman, Krispl, Adnet und Hallein.

Statistik, Coronavirus, Stand 15.10 Land Salzburg

Der Tennengau werde aufgrund der Entwicklungen in der Corona-Ampel auf Rot geschaltet, kündigte Landeshauptmann Wilfried Haslauer am späten Vormittag in einer Pressekonferenz an. Gleichzeitig gab er auch gemeinsam mit seinen Stellvertretern und Experten eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen sowohl im Tennengau als auch im gesamten Land bekannt. Die Details dazu könnt ihr HIER nachlesen.

Entwicklung im Pongau und Flachgau

Auch im Pongau ist das Infektionsgeschehen mit 142 aktiv infizierten Personen seit ein paar Tagen dynamisch. Zum Vergleich: Am 1. Oktober waren es noch 51. Hier verteilen sich die aktiven Fälle allerdings auf den ganzen Bezirk, können im Vergleich zum Tennengau besser eingegrenzt und zurückverfolgt werden. Und auch im Flachgau geht die Zahl der aktiv infizierten Personen wieder nach oben. Waren es am 1. Oktober noch 41, sind es heute 127.

(Quelle: SALZBURG24)

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Was bei einer roten Corona-Ampel passiert

SB: Ampel, Rot, Rotschaltung, pixabay
(SYMBOLBILD)

Seit Anfang September ist die Corona-Ampel in Kraft, nun könnte sie erstmals in einem österreichischen Bezirk auf Rot geschaltet werden. Die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen nannte das Land Salzburg in einer Aussendung "besorgniserregend", besonders im Tennengau sei es "dramatisch".

Mit einer aktuellen Sieben-Tage-Inzidenz von 284,4 Fällen je 100.000 Einwohner (Stand: Donnerstag, 7.30 Uhr) nimmt der Tennengau österreichweit die unrühmliche Spitzenposition ein. Im Land Salzburg wurden bisher (Stand: Donnerstag, 7.20 Uhr) 3.064 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Die Neuinfektionen sind in den vergangenen Tagen teils auf mehr als 130 pro Tag hinaufgeschnellt.

Aktuelle Lage im Land Salzburg

Aktuell gib es im Bundesland 670 aktiv bestätigt aktiv infizierte Personen.

  • Tennengau: 211
  • Pongau: 142
  • Flachgau: 127
  • Stadt Salzburg: 125
  • Pinzgau: 44
  • Lungau: 21

44 Personen sind landesweit bis dato in Zusammenhang mit Covid-19 verstorben, 31 befinden sich im Krankenhaus, zusätzlich vier auf der Intensivstation. Bisher wurden fast 98.000 Tests durchgeführt, es sind derzeit rund 900 pro Tag. Das Land Salzburg hat derweil verschärfte Maßnahmen angekündigt (Alle Infos HIER).

Voraussetzungen für Rot-Schaltung

Um der Weiterverbreitung des Coronavirus Herr zu werden, sind im Tennengau (Corona-Ampel aktuell orange, Anm.) seit Dienstag strengere Maßnahmen in Kraft. Es gilt unter anderem ein Veranstaltungsverbot, Privatpartys außerhalb des Wohnraums sind untersagt. In der 7.400-Einwohner-Gemeinde Kuchl, wo die Zahl der Infizierten im Verhältnis besonders groß ist, wurde die Sperrstunde auf 17 Uhr vorverlegt.

Corona-Ampel Salzburg (Tennengau orange) Land Salzburg
Ausnahmen: Kinder unter sechs Jahren und Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keinen Mund–Nasen-Schutz tragen können.

Wenn die Ampel-Kommission für eine bestimmte Region die Ampelfarbe Rot empfiehlt, bedeutet das laut Gesundheitsministerium, dass das Corona-Risiko in dem Bezirk sehr hoch eingeschätzt wird.

  • Sehr hohe kumulative Sieben-Tages-Inzidenz relativ zur Bevölkerungsgröße der betrachteten Region
  • Hohe Anzahl an neu identifizierten Fällen ungeklärter Quelle
  • Unkontrollierte Ausbreitung von Corona-Clustern
  • Überwiegendes Auftreten von lokalen Clustern mit weitreichender regionaler Verbreitung
  • Sehr hohe Auslastung von Intensivbetten
  • Testkapazitäten am Limit
  • Sehr hohe Anzahl positiver Test

Die Corona-Kommission ist ein beratendes Gremium und gibt Empfehlungen zur Ampelschaltung an Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) weiter. Die Entscheidung zur Festlegung der Ampelfarbe sowie Durchführung der Maßnahmen erfolgt dann auf politischer Ebene.

Mindestmaßnahmen bei roter Corona-Ampel

Mit Spannung wird nun in sämtlichen stark betroffenen Bezirken auf die nächste Sitzung der Ampelkommission (Donnerstagabend, Anm.) und die dabei zu treffenden Entscheidungen gewartet. Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 je 100.000 Einwohnern ist die höchste Risikostufe erreicht.

Konkrete Maßnahmen unbekannt

Völlig unklar ist jedoch noch immer, welche konkreten Folgen eine Rotschaltung etwa für den Betrieb in Schulen, Kindergärten, Sportvereinen oder bei Veranstaltungen hätte. Mindestmaßnahmen bei einer roten Corona-Ampel sind neben Abstand halten die Benutzung des Mund-Nasen-Schutzes, informiert das Land Salzburg. Ausnahmen gelten für Kinder unter sechs Jahren, die aus gesundheitlichen Gründen keinen MNS tragen können.

Aufgerufen am 25.10.2020 um 11:12 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/tennengau-bleibt-in-salzburg-corona-sorgenkind-94238413

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