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Bosch: Mitarbeiter müssen auf vier Prozent Gehalt verzichten

Die Mitarbeiter des Standortes müssen auf vier Prozent ihres Gehalts verzichten. Bosch
Die Mitarbeiter des Standortes müssen auf vier Prozent ihres Gehalts verzichten.

In einer eilig einberufenen Betriebsverhandlung wurde am Mittwoch den Mitarbeitern vom deutschen Motorenzulieferer Bosch in Hallein (Tennengau) mitgeteilt, dass sie auf vier Prozent ihrer Löhne verzichten müssen – und zwar rückwirkend mit Anfang 2014 bis einschließlich Ende 2016.

Ein Mitarbeiter von Bosch Hallein hat in einem anonymen Schreiben an SALZBURG24 über die geplanten Gehaltskürzungen informiert. Die Mitarbeiter müssen eine vierprozentige Kürzung ihres Gehaltes in Kauf nehmen, weil der Standort Hallein derzeit Verluste schreibe. „Dass das kommt ist keine Überraschung, dieser Schritt sei bereits länger geplant auch den Mitarbeiten kommuniziert worden", so Unternehmenssprecherin Angelika Kiessling am Donnerstag auf Anfrage von SALZBURG24. „Gestern wurde nur das ‚Wie' besprochen."

Bosch will Maßnahmenpaket durchziehen

Wie berichtet, wurden bereits von Juli bis Ende 2013 insgesamt 190 Mitarbeiter (90 Stamm- und 100 Leihmitarbeiter) abgebaut, da die Konjunktur für das Großdiesel-Geschäft – in Hallein werden etwa für Schiffe, Lokomotiven, Baumaschinen und Generatoren Dieseleinspritzpumpen und Abgasfiltersysteme hergestellt –langsamer wächst, als erwartet. Schon damals sei ein Maßnahmenpaket beschlossen und gestartet worden – die jetzigen Gehaltskürzungen seien eben Teil dieses Pakets, so Kiessling.

Gesamter Standort in Gefahr?

Der Mitarbeiter, der sich an SALZBURG24 gewandt hat, befürchtet, dass es ohnehin schon geplant sei, das gesamte Werk zu schließen: „Sollte die Belegschaft mit diesen Forderungen nicht einverstanden sein, wird der nächste Zweig die Abgasnachbehandlung (am Standort Hallein der wichtigste Zweig, Anm. der Redaktion) nach Tschechien abgesiedelt, was aber schon gewiss ist, dass diese Abteilung so oder so abgesiedelt wird und somit Hallein nicht mehr überlebensfähig ist", schreibt der anonyme User.

Bosch zeigt sich optimistisch

Klar ist, der Bosch-Konzern setzt den Standort Hallein und deren Mitarbeiter unter Druck – der Betriebsrat ist nun aufgefordert, für alle Betroffenen gemeinsam zu verhandeln. Die Unternehmenssprecherin zeigt sich aber insgesamt optimistisch, dass das Maßnahmenpaket greift und auch der Lohnverzicht zustande kommt, denn darin liege die Zukunft des Halleiner Standortes.  In den nächsten Tagen würden die Mitarbeiter jeweils per Brief informiert, was die Neuregelung finanziell bedeutet. Jeder Beschäftigte muss einzeln einem Vertrag zustimmen. "Wir gehen davon aus, dass alle unterzeichnen werden", sagte Kiessling.

(Quelle: S24)

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