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Felsstürze in Salzburg: Das sind die Gefahren-Hotspots

Felsstürze wie jener am Montag im Göllmassiv (Tennengau) sind eher seltene Naturereignisse. Wir haben uns mit Landesgeologe Gerald Valentin unterhalten und die Gefahren-Hotspots für das Bundesland Salzburg für euch zusammengefasst. Zudem erklärt Valentin, welche Messsysteme zur Gefahrenbeurteilung verwendet werden.

50.000 Kubikmeter Gestein sind in rund 1.800 Metern Seehöhe am Montag am Hohen Brett ausgebrochen. 400 Meter später kam das Geröll im Göllmassiv Richtung Bluntautal bzw. Obere Jochalm zum Erliegen. Für den Wanderweg zum Stahlhaus besteht laut Valentin keine Gefahr.

Landesstraßen gelten als Gefahrengebiete in Salzburg

"Beim Felssturz am Hohen Göll handelt sich um ein Ereignis in einer Größenordnung, wie es bei uns in Salzburg nur etwa ein Mal pro Dekade vorkommt", sagte Valentin im Gespräch mit SALZBURG24. Dennoch gibt es laut dem Salzburger Landesgeologen drei Hotspots in Salzburg: "Landesstraßen sind besonders problematisch. Das haben die Erhebungen der letzten Jahre deutlich gezeigt." Besonders groß sei die Gefahr am Dientner Graben (Pinzgau), an der B99 entlang des Fritzbachs und an der Hochkönigsstraße (beide Bischofshofen/Pongau).

Systeme messen Bewegungen in Zehn­tel­mil­li­me­ter

Um Gefahren rechtzeitig erkennen und Maßnahmen dagegen einleiten zu können, installiert Valentin mit seinen zwei Kollegen Rainer Braunstingl und Ludwig Fegerl wenn notwendig Messsysteme im Gestein. "Ein elektronisches System Namens Fissurometer wird zur Erfassung von Riss- und Kluftbewegungen im Fels installiert. Dieser misst Bewegungen in Zehn­tel­mil­li­me­ter. Zudem haben wir Kameras montiert, die wir online einschalten können", erklärte Valentin. Solche Messsysteme kommen beispielsweise in Bad Hofgastein am Ingelsberg zum Einsatz. Dennoch lassen sich Felsstürze sehr schwer vorhersehen. Zur Prävention werden Felsen gesprengt oder oft auch Fangnetzte aufgebaut.

Aufgerufen am 22.05.2019 um 11:25 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/tennengau/felsstuerze-in-salzburg-das-sind-die-gefahren-hotspots-58301455

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