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Ohne Prozess

Feuerwehrler nach tödlichem Stromunfall verurteilt

6 Monate bedingt wegen grob fahrlässiger Tötung

Kinder Safety Olympiade, Golling, Safety Tour APA/ANDREAS SCHAAD
Bei der Kinder Safety Olympiade in Golling war es damals zu dem schweren Unglück gekommen.

Nach einem tödlichen Stromunfall bei einer Kindersicherheitsolympiade in Golling (Tennengau) am 17. Mai 2019 ist nun ein Kollege des verstorbenen Feuerwehrmanns in einem vereinfachten Strafverfahren verurteilt worden. Wie die "Salzburger Nachrichten" am Dienstag berichteten, erhielt der Mann wegen grob fahrlässiger Tötung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit sechs Monate bedingte Haft.

Golling an der Salzach, Salzburg

Zudem soll der Angeklagte 10.000 Euro an die Krankenkasse zahlen. "Dabei geht es um Kosten, die entstanden sind, weil die mitfahrenden Kinder nach dem Stromunfall ins Spital kamen und man dort ihren Gesundheitszustand überwacht hat", sagte der Anwalt des Angeklagten zu den "Salzburger Nachrichten".

Teleskopbühne zu nahe an Stromleitung

Bei dem Unfall war eine Teleskopbühne eines Feuerwehrautos bei der "Safety Tour" des Zivilschutzverbandes zu nahe an eine 110-kV-Leitung geraten. Es kam zu einem Funkenüberschlag. Ein 45-jähriger Feuerwehrmann, der auf der Bühne mitfuhr, erlitt einen tödlichen Stromschlag. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Auf der Bühne befanden sich zu diesem Zeitpunkt auch sechs Volksschüler. Sie blieben unverletzt und kamen mit dem Schrecken davon.

Vorwurf der Staatsanwaltschaft

Der Beschuldigte soll bei dem Unfall vom Boden aus die Hubrettungsbühne bedient haben. Die Staatsanwaltschaft warf ihm unter anderem vor, entgegen der Betriebsvorschrift während des Hochfahrens des Kollegen gar nicht beim Lkw bzw. beim dortigen Hauptbedienstand für die Benutzung bzw. Steuerung der Bühne gewesen zu sein. Der Angeklagte gab laut "SN" einen Sorgfaltsverstoß zu.

Feuerwehrmann nicht vor Gericht

Beim sogenannten Mandatsverfahren kommt es zu keiner Gerichtsverhandlung. Die Richterin oder der Richter legen das Strafmaß mit einer schriftlichen Verfügung fest. Der Angeklagte muss sich damit keinem Prozess stellen. Im konkreten Fall ist die Strafverfügung nicht rechtskräftig. Laut Zeitungsbericht verzichtet die Staatsanwaltschaft auf einen Einspruch. Der Verteidiger sagte am Dienstag zur APA, er wolle sie noch inhaltlich prüfen. Auch Privatbeteiligten- und Opfervertreter können theoretisch noch Einspruch erheben.

(Quelle: APA)

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