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Gerald Bauer: Vom Fußballtalent zum Weltklasse-Extremradler

Gerald Bauer bei seinem Trans-Austria-Rekord. Gerald Bauer
Gerald Bauer bei seinem Trans-Austria-Rekord.

Auf den extrem langen Strecken ist Gerald Bauer eine Klasse für sich. Die größte Herausforderung hat der Halleiner aber noch vor sich – das Race Across America. Wie er zum Extremradler wurde erklärte er im Gespräch mit SALZBURG24.

Die Lieblingsbeschäftigung des Gerald Bauer ist das Radfahren. Am liebsten fährt er richtig lange, schuftet sich bei Veranstaltungen wie dem Race Across Austria oder seinem Trans-Austria-Rekord auf seinem Bike ab. 22 Stunden nonstop am Rad sind dabei Programm, körperlich und geistig immer am absoluten Limit. Am nächsten Tag geht das alles wieder von vorne los. Bei dem für 2013 geplanten Race Across America sogar neun Tage durchgehend. Im Interview mit SALZBURG24 schilderte der Halleiner, warum er Extremradfahrer und nicht Fußballer wurde.

Es hätte auch anders kommen können

„Braucht man eine Neigung, sich selber zu quälen, um sich so etwas anzutun“, wollte der Redakteur von Gerald Bauer wissen. „Absolut“, ließ der 32-jährige Sportler keine Zweifel. Der gebürtige Osttiroler hat einen Hang zum Extremen, legt am Fahrrad Distanzen zurück, die den Durchschnittsmenschen im Auto schon fordern würden. Dabei hätte alles ganz anders kommen können.

„Neben dem Fußball kann man auch fortgehen“

Nachdem er im Alter von zwölf bis 14 bei zahlreichen Radrennen abgeräumt hat, wurde mit 17 der Fußball plötzlich interessanter. Auf der einen Seite wegen der Verdienstmöglichkeiten, daneben „konnte man auch noch ein bissl fortgehen“, erzählte Bauer mit einem Grinsen. Eine Verletzung setzte der Karriere beim damaligen Regionalligisten Rapid Lienz ein jähes Ende.

Bike-Marathons und der Hang zur langen Quälerei

Mit dem Sportstudium in Salzburg lebte dann die Liebe zum Rad wieder auf. „Ich habe nie eine Auto gehabt und wollte mir einfach das Geld für den Zug sparen“, erzählte Gerald Bauer im Gespräch mit SALZBURG24. Deswegen nahm er die knapp 200 Kilometer drei Mal im Monat mit dem Bike in Angriff. Es folgten zahlreiche Radmarathons, bei denen er meist auch mit dem Rad anreisen („...weils mir einfach taugt“) und 24-Stunden-Rennen. Bei Elf von 25 dieser Ganztages-Bewerbe hat er den obersten Platz am Stockerl erklommen. Der Hang zur ganz langen Quälerei kam aber erst 2010.

Lebensziel „Race Across America“

Da ging er beim Glocknerman an den Start. Bei einer Strecke von 1000 Kilometern und knapp 16.000 Höhenmetern tut auch dem versierten Ausdauer-Radler schon vom Zuhören der Hintern weh – von den Beinen ganz zu schweigen. Was danach kam, führte langsam zu einem der vier großen Lebensziele hin: Zwei erfolgreiche Teilnahmen beim Race Around Austria und ein Trans-Austria-Rekord, SALZBURG24 berichtete, dienten im wesentlichen nur einem Ziel – der Teilnahme beim berühmt-berüchtigten RAAM, das Race Across America. „Das RAAM ist eins von meinen großen Lebenszielen“, erklärte Gerald Bauer. Und es muss nächstes Jahr sein. Dann rücken langsam Themen wie Familienplanung in den Vordergrund. „Dann trainiere ich nicht mehr 30 bis 40 Stunden, sondern nur mehr 15.“

RAAM: Neun Tage lang jeweils 22 Stunden am Bike

„Du musst auf das Rennen heiß sein“, beschreibt der Mann mit der extremen Ausdauer. Wenn der Kopf nicht mitspielt, bist du bei dem Rennen chancenlos. 4900 Kilometer quer durch die USA, teils extreme Temperaturunterschiede, kurvige Bergstrecken treffen auf weite Ebene Flächen mit langen Geraden, die dort Enden, wo Erde und Horizont aufeinandertreffen. Eine Herausforderung, die viele der Solo-Starter nicht schaffen. Aufgeben ist für Gerald Bauer allerdings kein Thema. „Rookie of the Year“ lautet die Vorgabe. Bauer will das Ziel in neun Tagen erreichen. „Da bist normalerweise eh unter den ersten drei“, meinte der Extrem-Radler. Dazu muss er jeden Tag 550 Kilometer zurücklegen, mit einem Schnitt von etwa 28 km/h, „damit sich zwei Stunden Schlaf ausgehen“. Wer sich das nicht vorstellen kann, hat die Möglichkeit das Ganze dann in aller Gemütlichkeit von der Couch aus zu verfolgen – SALZBURG24 wird berichten.

Steckbrief von Gerald Bauer

Geburtsdatum: 19.10.1980

Geburtsort: Lienz, Osttirol

Wohnort: Hallein

Familienstand: Freundin Christina Pracher (die ebenfalls eine harte Nuss ist und so manchen Triathlon hinter sich hat)

Größte Erfolge: 11 Siege bei 24-Stunden-Rennen, 24-Stunden-Weltmeister am Mountainbike (2005), Sieg im Dreifach(!)-Ironman mit Weltrekord (2006), ab 2010 Erfolge bei Ultralangstreckenbewerben – 2. Platz Glocknerman (2010), Platz 2 und Platz 5 beim Race Around Austria (2011 & 2012), Trans-Austria-Rekord (2012)

Hobbies: Couchliegen geht schwer, auch zum Ausgleich muss Bewegung sein

(fga / SALZBURG24 Sportredaktion)

(Quelle: S24)

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