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Gegen Kollegen

Strafantrag nach tödlichem Stromunfall in Golling

Feuerwehrmann gerät in 110-kV-Leitung

Nach dem tödlichen Stromunfall in Golling am 17. Mai 2019, bei dem ein Feuerwehrmann ums Leben kam, hat die Staatsanwaltschaft Salzburg einen Strafantrag gegen einen Kollegen des Verstorbenen eingebracht. Dem Feuerwehrmann wird "grob fahrlässige Tötung"und "Gefährdung der körperlichen Sicherheit" vorgeworfen, wie ein Sprecher des Landesgerichtes Salzburg am Montag auf Anfrage der APA erklärte.

Hallein

Ein Kamerad des Verstorbenen sollte bei der Veranstaltung den Kontrollstand der Hebebühne überprüfen. Da er den Posten verlassen hatte,wirft ihm jetzt die Staatsanwaltschaft jetzt grob fahrlässige Tötung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit vor. 

Schließlich war bei dem Unfall eine Teleskop-Bühne zu nahe an eine 110-kV-Leitung geraten. Es kam zu einem Stromüberschlag, bei dem der 45-jährige Feuerwehrmann einen schweren Stromschlag erlitt. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Die Schüler waren mit dem Schrecken davongekommen. Sie wurden von zwei Bergrettern geborgen.

Tödlicher Unfall: Noch kein Prozesstermin

Ermittelt wurde, wie es beim Ausfahren der Teleskopbühne des Feuerwehrautos zu dem Unglück kommen konnte. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Missachtung der gebotenen Aufmerksamkeit und Sorgfalt vor. Einen Prozesstermin gibt es noch nicht.

Bei der "Safety Tour" des Zivilschutzverbandes sollten teilnehmende Volksschüler der dritten und vierten Schulstufe lernen, wie man sich richtig in Notsituationen verhält.

(Quelle: APA)

Feuerwehrmann stirbt bei Kranunfall

Kinder Safety Olympiade, Golling, Safety Tour APA/ANDREAS SCHAAD
Bei der Sicherheitsolympiade kam es in Golling zu dem tödlichen Unfall. (ARCHIVBILD)

Bei der Kinder Safety Olympiade am Sportplatz in Golling (Tennengau) kam es am Freitag zu einem schweren Unfall. Kurz vor Mittag geriet der Teleskoparm eines Feuerwehrautos in eine Stromleitung. Ein 45-jähriger Feuerwehrmann kam dabei ums Leben.

Wie der APA am Freitagnachmittag bestätigt wurde, ist der Feuerwehrmann nach dem schweren Stromunfall in Golling seinen Verletzungen erlegen. Die Wiederbelebungsmaßnahmen der Notärzte blieben leider erfolglos. Unklar ist nach wie vor, wie genau es zu dem Unfall kam. Wie Landesfeuerwehrkommandant Leo Winter zur APA sagte, sind die Ermittlungen der Polizei am Laufen. Die Hebebühne lässt sich je nach Beladung auf bis zu 32 Meter ausfahren.

400 Schüler bei Kinder-Olympiade in Golling

An der Kindersicherheitsolympiade - der sogenannten "Safety Tour" des Zivilschutzverbandes - hatten insgesamt 400 Volksschüler der dritten und vierten Schulstufe teilgenommen. Sie sollten lernen, wie man sich richtig in Notsituationen verhält.

"Bei einer Vorführung ist der Korb der Drehleiter der Feuerwehr Golling mit der dortigen 110-kV-Leitung in Kontakt geraten", schilderte Rot-Kreuz-Einsatzleiter Peter Steiner auf S24-Anfrage. Der Feuerwehrmann wurde durch den Stromschlag zunächst bewusstlos. Neben dem 45-Jährigen, der die Steighilfe bediente, befanden sich auch mehrere Kinder im Korb.

Kinder Safety Olympiade, Golling APA/ANDREAS SCHAAD
Der Unglücksort am Gollinger Sportplatz.

Bergretter holen Feuerwehrler und Kinder aus Höhe

Nachdem Techniker der Salzburg AG den Strom an der 110-kV-Leitung abgedreht hatten, konnten zwei Bergretter den Feuerwehrmann und die Kinder mit einer Drehleiter herunter geholt werden. Die anschließenden Wiederbelebungsversuche blieben jedoch ohne Erfolg. Der Mann verstarb noch vor Ort.

Kriseninterventionsteam in Golling im Einsatz

"Die Kinder sind von einem praktischen Arzt angeschaut worden und sind augenscheinlich nicht verletzt worden. Sie wurden aber zur Kontrolle in das Landeskrankenhaus nach Salzburg gebracht", so der Einsatzleiter. Zudem wurde ein Kriseninterventionsteam (KIT) des Roten Kreuz alarmiert, das mit acht Mitarbeitern im Einsatz ist. "Wir betreuen mehrere Betroffenengruppen vor Ort, einerseits die Familie, aber auch zahlreiche Kinder, die das Unglück mitansehen mussten", schildert Karin Unterluggauer vom KIT im Gespräch mit S24. Im ersten Moment gehe es darum, die Augenzeugen vom Ort des Geschehens zu bringen und zu beruhigen. "Die Kinder haben eine außergewöhnliche Situation erlebt. Alle Reaktionen, die in den nächsten Tagen aufkommen, sind normal", so die Expertin. Sie rät den Eltern, die Kinder in der Verarbeitung bestmöglich und verständnisvoll zu begleiten. Am Montag stünden die Mitarbeiter des Kriseninterventionsteams in den betreffenden Schulen zur Verfügung.

(S24/APA)

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