Jetzt Live
Startseite Tennengau
Streit geht in nächste Runde

Hallein: Kothbach lässt Wogen erneut hochgehen

Naturschutzbund fordert Entschuldigung von Köstinger

Nach dem Hochwasser und seinen Schäden in Hallein geriet der Naturschutzbund in die Schusslinie. Grund dafür war die Verspätung des Baus des Hochwasserschutzprojektes am Kothbach. Das lässt sich die Organisation nicht gefallen.

Hallein

Nachdem am vergangenen Wochenende der über die Ufer getretene Kothbach große Schäden in der historischen Altstadt von Hallein angerichtet hat, forderte der Naturschutzbund Salzburg am Donnerstag von Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) eine öffentliche Entschuldigung. Die Politikerin hatte der Naturschutzorganisation eine Verhinderung des Hochwasserschutzprojektes an dem Bach vorgeworfen, weil diese das Genehmigungsverfahren durch Einsprüche verzögert hätte.

Kothbach in Hallein über die Ufer getreten APA/FF HALLEIN
Der Kothbach in Hallein.

Hallein streitet um Hochwasser-Schuldfrage

Nach dem verheerenden Hochwasser am Wochenende in Hallein (Tennengau) kommen nun Fragen auf, ob das Unglück hätte verhindert werden können. Schließlich wird am Kothbach seit sieben Jahren an einem …

Naturschutzbund wehrt sich gegen Anschuldigungen

"Die Angst, Verzweiflung und Betroffenheit der Bevölkerung wird auf eine moralisch und demokratiepolitisch verwerfliche Art und Weise ausgenutzt", erklärte Winfrid Herbst, der Vorsitzender des Naturschutzbundes Salzburg, am Donnerstag in einer späten Reaktion auf die Vorwürfe. Tatsache sei, dass der Naturschutzbund in einem Bündel an Maßnahmen für den Hochwasserschutz im Einzugsbereich des Kothbaches lediglich gegen eine einzige der Maßnahmen - und hier nur gegen die Art und Weise der Umsetzung - Einspruch erhoben habe.

Hochwasserschutz am Kothbach

"Dabei handelt es sich um den Kirchentalgraben, der nur rund ein Zehntel des Einzugsgebietes des Kothbaches ausmacht", so Herbst. Für diesen Bereich habe man ein landschaftsschonendes Alternativprojekt gefordert, bei dem eine natürliche Geländesenke als Hochwasserrückhalteraum genutzt werden kann - mit ebenbürtigen Schutzeffekt und gleichem finanziellen Aufwand.

vidsturzflut.jpg Twitter/Screenshot
Unglaubliche Aufnahmen vom Hochwasser im Bundesland Salzburg stellten User in den Sozialen Medien online.

Alle Videos vom Hochwasser in Salzburg

Unglaubliche Aufnahmen erreichen uns vom Hochwasser im Bundesland Salzburg und im benachbarten Bayern. Alle Videos haben wir hier für euch zusammengefasst.

Weil sämtliche Ersuchen, das Land und das Ministerium für die natur- und landschaftsverträgliche Alternative zu interessieren, unbeantwortet geblieben seien, habe man vom rechtsstaatlich zugesicherten Beschwerderecht Gebrauch gemacht und sich gegen das Teilprojekt ausgesprochen. Ein der APA vorliegendes Schreiben an Köstinger vom Juni 2020 und eine erneute Bitte um eine Antwort im Dezember 2020 seien unbeantwortet geblieben.

Eigentümer wollte Grund nicht zur Verfügung stellen

"Trotz mehrfachem Ersuchen und Urgenz blieben auch Vermittlungsgespräche zwischen der Landespolitik und dem Grundeigentümer aus", teilte Herbst mit. Ein Eigentümer wollte seinen Grund nicht für das vom Naturschutzbund vorgeschlagene Projekt zur Verfügung stellen. Herbst forderte von Köstinger eine öffentliche Entschuldigung für ihre Schuldzuweisungen, eine Klarstellung der Faktenlage und eine öffentliche Untersuchung der Ursachen des Ereignisses.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 06.08.2021 um 04:46 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/tennengau/hallein-kothbach-laesst-wogen-erneut-hochgehen-106956853

Kommentare

Mehr zum Thema