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"Unglaublicher Zusammenhalt"

Zivilschutzalarm in Hallein beendet

Einsatzkräfte und Freiwillige schaufeln

Der Zvilschutzalarm für die Stadt Hallein (Tennengau) ist beendet. Das teilt der Katastrophenschutz der Bezirkshauptmannschaft in einer Aussendung mit. Die Auräumarbeiten laufen indes auf Hochtouren.

Hallein, Puch bei Hallein

Die Aufhebung des Zivilschutzalarms erfolgt ohne Sirenensignal. Die evakuierten Häuser in Kuchl und Hallein können nach wie vor nicht betreten werden. Montagfrüh soll die Lage in den betroffenen Regionen neu beurteilt werden.

Der Kothbach zog sich zwar in den Bachlauf zurück, doch in den Straßen der Keltenstadt hinterließ er Schlamm und Verwüstung. In den engen Gassen war das Wasser teils meterhoch gestanden.

Hallein: Schlamm, Äste und Schwemmgut auf Straßen

Feuerwehrleute und Freiwillige schaufelten Schlamm, Äste und Schwemmgut aus den Eingängen der Häuser in den betroffenen Straßen. Vor einer Bar lagen dicke Äste und Autoteile. Auch mit Baggern und Kehrmaschinen wurde Schwemmholz und Schlamm beseitigt. Vom Wasser mitgerissene Baumstämme und Wurzelstöcke hatten Brückengeländer verbogen oder gar aus der Verankerung gerissen. "Wir räumen die Verkehrswege frei, pumpen Keller aus und sind mit den Aufräumarbeiten in Hallein und Bad Dürrnberg beschäftigt", sagte der Halleiner Feuerwehrkommandant und Einsatzleiter Josef Tschematschar zur APA.

 

Bewohner räumen auf

Eine Frau hatte Tränen in den Augen, andere nahmen es mit Zweckoptimismus: "Was hilft es? Jetzt erst mal aufräumen", sagte ein Bewohner. An vielen Häusern wurden bereits erneut Sandsäcke gestapelt und die Eingänge mit Holz versperrt. Ein Mann, der gerade Säcke voll Blumenerde vor die Eingangstür eines Hauses stapelte, erklärte: "Wer weiß ob es noch einmal zu Überschwemmungen kommt." Auch am Sonntagvormittag hielt der Regen im Tennengau an.

Hoffen auf Ende des Niederschlags

Einsatzleiter Tschematschar hoffte, wie alle Halleiner, auf ein Ende des Niederschlags, aber beruhigte zumindest etwas: "Wenn es zu keinen weiteren Verklausungen kommt, sollte der Kothbach nicht erneut über die Ufer treten." Verklausungen waren auch der Grund, warum sich der ansonsten kleine Bach in einen reißenden Fluss verwandelt hatte, der Wasser durch die Altstadt spülte.

Keine verletzte oder vermisste Personen

Trotz der reißenden Wassermassen, die auch durch Häuser geflossen waren, konnten alle Personen in Sicherheit gebracht werden. Derzeit gibt es keine Meldungen von verletzten oder vermissten Personen. Doch die Situation blieb am Sonntag angespannt. Eine Siedlung in Ortsteil Gamp musste evakuiert werden, weil eine Stützmauer einzustürzen drohte.

Appell an Schaulustige

Der Halleiner Bürgermeister Alexander Stangassinger (SPÖ) rief am Sonntagvormittag die Menschen dazu auf, die Aufräumarbeiten nicht zu behindern: "Es ist wichtig, dass Schaulustige sich aus dem Katastrophengebiet zurückziehen – die Einsatzkräfte arbeiten auf Hochtouren und sollen bei ihren Arbeiten nicht unnötig gestört werden." Zeitgleich zeigte sich am Vormittag bereits die enorme Hilfsbereitschaft. Nachbarn rückten an, um zu helfen den Schlamm aus den Häusern zu schaufeln. In einer eigens für das Hochwasser in Hallein eröffneten Facebook-Gruppe meldeten sich Menschen mit Hilfsangeboten.

Hochwasserschutz in Hallein kam zu spät

Der Kothbach war schon länger als Gefahrenquelle bekannt. Seit Herbst werde ein Hochwasserschutz samt Rückhaltebecken für den kleinen Zufluss zur Salzach gebaut. Für den Halleiner Bürgermeister etwa ein Jahr zu spät, weil der Baubeginn torpediert worden sei. "Es hat Einsprüche gegeben von Naturschutzseite und diversen Anrainer. Wenn es diese Verzögerung nicht gegeben hätte, hätten die Überschwemmungen ein viel geringeres Ausmaß oder ganz verhindert werden können", sagte Stangassinger zur APA.

Am Sonntagnachmittag entspannte sich die Situation in Hallein, laut Bürgermeister. "Es hat aufgehört zu regnen. Die Aufräumarbeiten und Sicherungsmaßnahmen sind weiter im Gange", sagte Stangassinger. Er sei froh, dass es keine Verletzten gebe und stolz auf den Zusammenhalt der Halleinerinnen und Halleiner.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 22.09.2021 um 11:26 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/tennengau/hallein-raeumt-nach-ueberflutungen-auf-bundesheer-im-einsatz-106765192

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