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"Enorme Hilfsbereitschaft"

Wie die Halleiner nach der Flut zusammenhelfen

Facebook-Gruppe für Hochwasseropfer eingerichtet

Meldungsliste(1)(10).jpg APA/BARBARA GINDL
Einsatzkräfte aber auch zahllose Freiwillige finden sich in Hallein zusammen, um gemeinsam den Hochwasseropfern zu helfen.

Nach der Flut-Katastrophe zeigt Salzburg einmal mehr, wie sehr das Land in Krisen zusammenhält. Speziell in Hallein (Tennengau) sei die Hilfsbereitschaft enorm, schilderten bereits Bürgermeister und Landeshauptmann. Eine eigens eingerichtete Facebook-Gruppe soll Hilfe auf schnellem Weg bringen.

Hallein

„Schon in der Nacht der Überflutung habe ich auf Facebook die Gruppe erstellt, weil ich keine Zeit verlieren wollte und schnell etwas passieren musste“, schildert Initiatorin der Facebook-Gruppe „Hilfe für Halleiner Hochwasseropfer“, Caroline Hubble, Montagvormittag im Interview mit SALZBURG24.

Gepostet von Christine H. Seemann am Sonntag, 18. Juli 2021

"Die Menschen brauchen schnelle Hilfe"

Auf der Seite des sozialen Netzwerks können sich die Leute, die Hilfe brauchen, direkt melden. „Es sind Menschen dabei, die ihr Hab und Gut verloren haben, die dringend Kleidung benötigen. Aber auch Menschen, die Unterstützung bei den Aufräumarbeiten brauchen“, so Hubble. Man habe sich bewusst gegen eine Sammelstelle entschieden, damit die Leute schnell und direkt miteinander in Kontakt kommen.

 

Gruppe entwickelt Eigendynamik

Innerhalb von gerade einmal zwei Tagen zählt die Gruppe über 1.800 Mitglieder, Postings werden im Minutentakt abgesetzt. Die Abtenauerin, deren Tochter ein Geschäft in Hallein hat, ist von der Eigendynamik der Facebook-Gruppe „überwältigt". Es sei unfassbar, was die Menschen hier in Hallein leisten und wie sehr sie zusammenhalten. "Jemand hatte sogar ein Auto zu verschenken.“

Spendenkonto wird eingerichtet

Heute will Hubble bei einer Bank in Hallein noch ein Spendenkonto einrichten. „Es geht um Soforthilfe. Denn nicht jeder hat nach Corona das nötige Kleingeld, um sich neue Kleidung oder Möbel zu kaufen“, so die Tennengauerin, die seit vielen Jahren beruflich wie privat eng mit Hallein verbunden ist.

Auch die Stadt Hallein hat nun ein eigenes Spendenkonto eingerichtet, wie Bürgermeister Alexander Stangassinger (SPÖ) am Montag via Facebook mitteilte.

‼️ Wir haben ein offizielles Spendenkonto der Stadt Hallein eingerichtet, für Menschen, die durch die aktuelle...

Gepostet von Alexander Stangassinger am Montag, 19. Juli 2021

Eigenes Geschäft mit Sandsäcken geschützt

Hubble äußert aber auch Kritik an „der jahrelangen Streiterei“ über die Verbauung des Kothbaches in der Gemeinde. „Man wusste, dass der Bach ein Risiko ist und man wusste, dass Überschwemmungen möglich sind. Ich verstehe nicht, warum man im Vorfeld nicht wenigstens Sandsäcke verteilt hat“, so Hubble im S24-Interview, die sich mit ihrer Vorwarnung nicht ernst genommen fühlte. Für das Geschäft ihrer Tochter habe sie bei der Feuerwehr im Vorfeld nämlich zehn Sandsäcke geholt.

Jetzt sei aber nicht die Zeit zum Jammern oder Schuldige zu suchen, sondern um anzupacken. Und die Halleiner hätten schon bei Krisen und Katastrophen in der Vergangenheit ihren Zusammenhalt bewiesen – „wie Pech und Schwefel“.

Mit dem konzentriertem Blick nach vorne soll es in der alten Salinenstadt nun weitergehen – und zwar gemeinsam.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 22.09.2021 um 01:40 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/tennengau/hallein-wie-die-menschen-nach-der-flut-katastrophe-zusammenhalten-106804066

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