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Kompetenz-Screenings: Diese Qualifikationen haben Flüchtlinge in Salzburg

Christian Salletmaier, Landesrätin Martina Berthold, Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Lara Erber und Gernot Filipp präsentieren die Ergebnisse. LMZ/Wieser
Christian Salletmaier, Landesrätin Martina Berthold, Landeshauptmann Wilfried Haslauer, Lara Erber und Gernot Filipp präsentieren die Ergebnisse.

In Salzburg setzt man seit Mitte des Vorjahres auf Kompetenz-Screeings bei Asylwerbern, seit Anfang 2017 befindet man sich damit im Regelbetrieb. Damit soll es auch in Zukunft möglich sein, Kurse punktgenau zu vermitteln und Flüchtlinge auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Wie geben euch einen Überblick über die Qualifikationen und zeigen euch, welche Angebote beim Deutschlernen zur Verfügung stehen.

Die erhobenen Qualifikationen der Screenings sollen schließlich in einem Kompetenzpass eingetragen werden. Dabei werden nicht nur mitgebrachte Kompetenzen aus dem jeweiligen Heimatland erhoben, sondern auch Fähigkeiten, die während des Asylprozesses erworben werden. „Der Kompetenzpass ist damit die Basis für die erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt, das AMS kann mit den richtigen Maßnahmen anknüpfen“, erklärte Integrationslandesrätin Martina Berthold (Grüne) am Dienstag.

Hier geben wir euch den Überblick über die Ergebnisse des Kompetenz-Screeings:

Demografische Daten: Großteil der Asylwerber in Stadt

Von den befragten 3.392 Personen waren 601 Frauen und 2.791 Männer. Die meisten Personen (37,1 Prozent) sind in der Stadt Salzburg untergebracht, die wenigsten im Tennengau (3,3 Prozent). Im Tennengau und im Pinzgau sind fast ein Viertel aller Asylwerbenden Frauen, im Lungau hingegen weniger als zehn Prozent. Die stärkste Altersgruppe ist die der 20- bis 29-Jährigen, die fast die Hälfte aller Personen umfasst.

(Die Grafiken zu den Daten sind aus technischen Gründen leider nur in der Desktop-Version ersichtlich. In den meisten mobilen Browsern kann auf "Desktop-Version" gewechselt werden:)

Der Frauenanteil steigt innerhalb der Altersgruppen sukzessive an. Während er bei den unter 20-Jährigen nur bei 5,7 Prozent liegt, beträgt er bei den 50-Jährigen und Älteren knapp über 40 Prozent. Das Durchschnittsalter der Männer liegt bei 27,5 Jahren, jenes der Frauen bei 33,1 Jahren. Mehr als zwei Drittel aller Männer sind unter 30 Jahre alt. Der größte Anteil aller Personen, konkret 29,9 Prozent, stammt aus Afghanistan. Den größten Frauenanteil, bezogen auf die Herkunftsländer, gibt es bei den 55 Personen aus der Russischen Föderation mit 41,8 Prozent. Fast ein Drittel aller Personen spricht Arabisch.

Sprachkenntnisse: Nur wenige sprechen Deutsch

81,4 Prozent aller Asylwerbenden sind in ihrer Muttersprache alphabetisiert. 60-Jährige sowie ältere Menschen, Nigerianerinnen und Nigerianer sowie Kurdisch und Pashtu Sprechende haben einen wesentlich geringeren Alphabetisierungsgrad als die Gesamtheit aller Asylwerbenden. Zum Zeitpunkt der Befragung haben 13,2 Prozent der Befragten keine und rund die Hälfte geringe Deutschkenntnisse. 29,6 Prozent der Asylwerbenden verstehen und 7,6 Prozent sprechen auch Deutsch. 69,5 Prozent können Deutsch lesen und 65,2 Prozent auch Deutsch schreiben. Allerdings dürften sowohl die Lese- als auch die Schreibfähigkeiten eher schwach sein, da die Hälfte der Befragten lediglich geringe Deutschkenntnisse vorweist. 73,2 Prozent aller Befragten gaben an, einen Deutschkurs zu besuchen. Bei den Frauen beträgt der Wert nur 59,2 Prozent. Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass Frauen unter anderem geantwortet haben, dass sie aufgrund von Kinderbetreuungspflichten keinen Kurs besuchen können. Personen aus der Russischen Föderation nehmen nur zu 40,0 Prozent an einem Deutschkurs teil, wobei allerdings 41,8 Prozent zumindest schon den Deutschlevel A1 vorweisen können. 704 Personen besuchten zum Zeitpunkt der Befragung keinen Deutschkurs. Fast 30 Prozent begründen dies damit, dass es kein Angebot gibt (insbesondere im Sommer).

Berufe: Einzelhandel, Landwirtschaft, Innenausbau und Reinigung

Von 77,4 Prozent der Befragten (Männer 83,2 Prozent, Frauen 50,6 Prozent) liegt eine Berufsangabe vor. Von diesen haben 92,2 Prozent die Tätigkeit zuletzt ausgeübt, wobei 13,1 Prozent über einen Nachweis verfügen. Etwa zehn Prozent aller Berufe entfallen auf den Einzelhandel. Weitere 10,9 Prozent in Summe auf die Sparten Landbau, Viehwirtschaft oder Innenausbau, Raumausstattung. Handwerksberufe (16,3 Prozent) und der Bereich Kfz (15,6 Prozent) dominieren. Den höchsten Frauenanteil gibt es mit 45,5 Prozent in der Berufssparte Reinigung, Hausbetreuung, Anlern- und Hilfsberufe. 10,6 Prozent wollen eine Lehre machen und 8,3 Prozent in der Gastronomie beziehungsweise Tourismus arbeiten.

"Mit dem durchgeführten Screening liegen nun erstmals umfassende Daten und Informationen über die Sprachkenntnisse und beruflichen Qualifikationen der Asylwerbenden des Landes Salzburg vor. Sie ermöglichen eine sehr differenzierte Sicht auf den Status quo, der differenziert nach unterschiedlichen soziostrukturellen Merkmalen analysiert und dargestellt werden kann. Ziel ist es, diese Befragung künftig regelmäßig durchzuführen, um so die durchgeführten Qualifizierungsmaßnahmen laufend beobachten und evaluieren zu können", erklärte Gernot Filipp, der Leiter der Salzburger Landesstatistik.

Konzentration liegt auf raschem Spracherwerb

Der Schlüssel für eine ehestmögliche und nachhaltige Arbeitsmarktintegration ist der rasche Spracherwerb. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es unterschiedliche Maßnahmen und Projekte.

Mit diesen Maßnahmen soll Flüchtlingen beim Spracherwerb geholfen werden (für Details auf die Punkte klicken):

 

So funktioniert das Erst-Screening

Da neben den soziodemografischen Daten kaum Informationen über die Qualifikationen der Asylwerbenden bekannt waren, wurde Ende Dezember 2015 der Entschluss gefasst, von allen Asylwerbenden ab 18 Jahre in der Grundversorgung des Landes Salzburg ein Grundprofil zu erheben. Ziel war es, eine flächendeckende und standardisierte Erhebung von Daten im Hinblick auf die Schul-, Universitäts- und Berufsausbildung sowie Berufserfahrung durchzuführen.

Zwischen Juli und Dezember 2016 wurden in Zusammenarbeit von Land Salzburg und Caritas Salzburg insgesamt 3.392 Asylwerbende in einem standardisierten Verfahren befragt. Dies ergibt eine Teilnahmequote von 94 Prozent. Mit Jahresbeginn 2017 ist das Erst-Screening in den Regelbetrieb übergegangen. Die Befragung wird nunmehr ausschließlich von der Caritas Salzburg, als wichtigem Projektpartner, über den Grundversorgungsauftrag durchgeführt. Die erhobenen Daten sollen in Folge halbjährlich von der Salzburger Landesstatistik ausgewertet werden.

Der Zweck des Screenings liegt darin, dass jetzt eine bessere Bedarfseinschätzung und Planung von Integrations- und Qualifizierungsmaßnahmen möglich wird. Beispielsweise liegen jetzt konkrete Informationen darüber vor, welche Niveaustufen der Deutschkurse in welchen Bezirken benötigt werden.

Links zu diesem Artikel:

(Quelle: S24)

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