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Wanderung

Heimischen Kräutern auf der Spur

Expertin zeigt essbare Pflanzen und deren Wirkung auf

Saftige Wiesen, bunte Blüten und der Duft von Sommer in der Luft: So empfing uns St. Koloman (Tennengau) am letzten Samstag. Martina Egger begrüßte uns dort mit einem selbstgemachten Kräuterdrink in der Tauglerei. Einige der Zutaten würden wir wenig später selbst pflücken, als sie uns mit auf ihre Kräuterwanderung nahm.

Sankt Koloman

Seit zehn Jahren beschäftigt sich die Tennengauerin nun schon mit den Schätzen der Natur. Die Idee, das Wissen auch an andere weiterzugeben, schwirrte ihr schon länger im Kopf herum. "Mir war wichtig, dass ich vorher wirklich die Expertise habe. Und jetzt bin ich so weit und kann mein Wissen weitergeben", schildert sie im Gespräch mit SALZBURG24. Erworben hat sie das im Selbststudium und bei ihrer Ausbildung in der Traditionellen Europäischen Heilkunde (TEH).

 

Kräuterwanderung stilecht mit Korb

Der Andrang bei der ersten Wanderung ist groß: vom Pensionisten-Pärchen bis zur Familie mit Kindern ist die Gruppe bunt gemischt. Martina Egger drückt vor dem Start noch jedem einen Korb in die Hand, dann wandern wir los. Gleich gegenüber der Tauglerei geht es bergauf in eine Wiese, das feste Schuhwerk zahlt sich aus. Schon nach wenigen Metern ist die Auswahl an nützlichen Pflanzen groß.

Martina Egger SALZBURG24/Wurzer
Martina Egger beschäftigt sich intensiv mit der Welt der Kräuter.

Pflanzen für Salate, Aufstriche und Tees

Als erstes machen wir Bekanntschaft mit dem Storchenschnabel. Die lila Blüte eignet sich hervorragend als Zierde im Salat, auf Kuchen oder Aufstrichen. Sie schmeckt aber auch getrocknet im Tee. Das gleiche gilt für den gleich daneben wachsenden Rotklee, der zudem hormonregulierend wirkt und zu den Frauenkräutern gehört. Er lindert beispielsweise Wechselbeschwerden.

Tipps fürs Kräutersammeln

Wir wandern weiter und Martina Egger erklärt uns, dass man essbare Kräuter fast überall findet. Beim Sammeln sollte man aber einiges beachten:

  • Wag dich ins Gebüsch: Nicht unmittelbar neben dem Weg sammeln, um die Hinterlassenschaften von Tieren zu vermeiden.
  • Auf Sauberkeit achten: Viele Wirkstoffe sind wasserlöslich, idealerweise kann auf das Waschen verzichtet werden.
  • Kenne dein Gebiet: Gerade bei Wiesen sollte man darauf achten, ob regelmäßig gedüngt wird. Je naturbelassener, umso besser.

Bitterkräuter für die Verdauung

Schon bei unserer nächsten Pflanze – dem Leuenzahn – wird klar, dass wir es heute hauptsächlich mit einer Art von Kräutern zu tun haben: Den Bitterkräutern. Sie machen munter, regen die Verdauung an und stärken unser Immunsystem.

Insgesamt kommen wir bei unserer fast zweistündigen Wanderung an mehr als 15 essbaren Pflanzen vorbei (ihr findet sie alle mit der Bezeichnung oben in der Galerie). Verwertet werden können sie auf verschiedene Arten. Frisch im Salat, im Tee, in der Suppe oder in Aufstrichen. Getrocknet – am besten kopfüber fern der Sonne – als Tee oder auch in einem Auszug, den man mit Essig, Zucker oder Alkohol anfertigen kann.

Kräuterwanderung mit Martina Egger in Sankt Koloman SALZBURG24/Marcel Wurzer
Bei der Kräuterwanderung werden fleißig die Körbe gefüllt.

Rezepte mit heimischen Kräutern

Mit einem Korb voller Kräuter und einem voll geschriebenen Block mit Pflanzennamen und deren Verwendung kommen wir schließlich wieder in der Ortsmitte von St. Koloman an. Bevor wir uns mit unserem neu erworbenen Kräuterwissen auf den Weg nach Hause machen, verrät uns Martina Egger noch zwei ihrer Rezepte.

Rossminze-Sirup

  • Zehn Stängel Rossminze
  • 1 Kilogramm Zucker
  • 1 Liter Wasser
  • 1 Zitrone oder etwas Zitronensäure

Die Blätter abzupfen, einritzen und drei Tage mit Wasser, Zucker und Zitrone lichtgeschützt ziehen lassen. Der Zucker soll sich komplett auflösen. Dann abseihen und – je nach Belieben – erhitzen oder kalt in sterile Flaschen abfüllen.

Sauerhonig

Der Sauerhonig stärkt das Immunsystem, reinigt den Darm und eignet sich mit einer Prise Salz als isotonisches Getränk bei intensivem Sport.

  • Unpasteurisierter Apfelessig (aus dem Bio-Markt)
  • Honig
  • Kräuter nach Belieben (Löwenzahn, Schafgarbe, Günsel, Labkraut, Rotklee, Spitzwegerich)

Die Kräuter in Essig zwei bis drei Wochen ansetzen, dann abseihen und mit dem Honig mischen. Dabei das Verhältnis ein Teil Essig, drei Teile Honig beachten. Den Sirup je nach Geschmack mit Leitungswasser oder Mineralwasser mischen oder pur zwei bis drei Mal täglich einen Esslöffel trinken, um den Stoffwechsel anzukurbeln.

Alle Informationen zu den Kräuterwanderungen in St. Koloman und in Großgmain (Flachgau) findet ihr HIER.

(Quelle: SALZBURG24)

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