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Nur für eigene Bürger

Mächtig Wirbel um Pucher Spielplatz-Sperre

Bürgermeister-Entscheidung sorgt für Aufregung

In Puch bei Hallein (Tennengau) stehen Spielplätze und Sportplätze nur noch den eigenen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Kritik am Vorgehen kommt von der SPÖ: Bürgermeister Helmut Klose (ÖVP) habe im Alleingang entschieden.

Puch bei Hallein

Im Gemeindegebiet Puch bei Hallein dürfen Spielplätze und Sportplätze nur noch von Pucher Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden. Auf diese neue Regelung aufmerksam machen Tafeln, die in den letzten Tagen bei den betroffenen Anlagen in der 5.000-Einwohner-Gemeinde angebracht wurden: „Die Benutzung ist ausschließlich Pucher BürgerInnen gestattet“, ist darauf zu lesen. Konkret geht es um alle sechs Spielplätze sowie Sportanlagen wie Fußballplätze, Hartplätze und Soccer Courts.

Spielplatzsperre FMT-Pictures/TA
Für ortsfremde Personen ist das Benützen der Spielplätze im Gemeindegebiet Puch untersagt.

Bürgermeister reagiert auf Sachbeschädigungen

In der Pucher Gemeindezeitung begründet Bürgermeister Klose das Ausschließen ortsfremder Menschen damit, dass es in der Vergangenheit immer wieder zu Beschädigungen gekommen sei, die er auf die Mitbenutzung der Anlagen durch Ortsfremde zurückführt. Zuletzt wurde ein Hartplatz nahe der Volksschule Puch „durch die Aufbringung von Streusalz sowie mechanischer Einwirkung derart beschädigt, dass eine kostenintensive Sanierung durchgeführt werden muss“, ist in der Pucher Gemeindezeitung zu lesen. Die Kosten für die Sanierung liegen laut Kronen Zeitung bei etwa 7.000 Euro. Für SALZBURG24 war Bürgermeister Klose am Freitag nicht zu erreichen.

 

Puch bei Hallein: Spielplätze nur für eigene Bürger

Über die Sperren entschieden haben soll Bürgermeister Helmut Klose im Alleingang, die Mitglieder der Gemeindevertretung seien dabei nicht miteingebunden worden. Gemeindevertreterin Gudrun Mosler-Törnström (SPÖ) zeigt sich von dieser Vorgehensweise bestürzt, wie sie am Freitag im Gespräch mit SALZBURG24 mitteilt. Man habe von den Sperren erst durch die Ortszeitung erfahren und sei sehr verwundert darüber gewesen. Problematisch findet sie die Sperren vor allem für Kinder mit Freunden aus den Nachbargemeinden. Sie können die Spielplätze und Sportanlagen nun nicht mehr gemeinsam mit ihren Freunden nutzen.

„Wir sind doch keine Überwachungsgemeinde“

Kontrolliert werden soll die Einhaltung der Sperren durch einen Wachdienst. Bei Zuwiderhandlung muss mit einer Anzeige gerechnet werden. Gemeindevertreterin Mosler-Törnström ist darüber empört und spricht von „Kollektivstrafen“. Für das Vergehen einer einzelnen Person werde gerade eine Vielzahl von Menschen bestraft. „Ob Pucher oder Nicht-Pucher“, bestraft werden sollen laut der SPÖ-Gemeindevertreterin nur diejenigen Personen, die den Schaden tatsächlich verursacht haben. Auch den geplanten Kontrollen steht sie skeptisch gegenüber: „Wir sind doch keine Überwachungsgemeinde!“

SPÖ will rechtliche Grundlage prüfen

Die SPÖ will zu diesem Thema in der Gemeindevertretung jedenfalls von sich hören lassen, schildert Mosler-Törnström die derzeitige Stimmung in der Gemeindefraktion. Gegen das Sperren von öffentlichen Anlagen für ortsfremde Personen möchte man vorgehen, geplant ist zunächst eine Überprüfung der Rechtsgrundlage. Sollte sich dabei herausstellen, dass die Sperren unzulässig sind, will man „entsprechende Schritte einleiten“ und eine Rücknahme der Sperren erreichen, sodass die Spielplätze wieder allen zur Verfügung stehen.

(Quelle: SALZBURG24)

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