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Süßer Genuss

Schokolade gibt's auch ohne schlechtes Gewissen

Dürrnberger Manufaktur produziert hochwertige Nascherei

In der Zeit vor und um Weihnachten genießen wir wohl aufs Jahr gesehen die größten Mengen Schokolade. Oft begleitet uns dabei ein schlechtes Gewissen. Doch das muss nicht sein, da Kakao eigentlich gesund ist, wenn er richtig verarbeitet wird. So machen das etwa Claudia Grensing und Robby Weaver aus Bad Dürrnberg (Tennengau).

Hallein

Schokolade-Nikolaus, Pralinen, Schokoschirmchen für den Christbaum, oder die klassische Tafel Schokolade – die Produktpalette, die uns vor Weihnachten angeboten wird, ist gewaltig. Doch meist schwingt beim Genuss im Hinterkopf auch ein schlechtes Gewissen mit. Denn so richtig gesund sind die industriell gefertigten Naschereien ja nicht. Das liegt meist am hohen Zucker- und Milchpulver-Anteil. „Deshalb produzieren wir eine gesunde Alternative auf ursprüngliche Art, bei der man beim Genießen kein schlechtes Gewissen haben muss“, erzählt Robby Weaver von „Rohe Schokolade“, im Gespräch mit SALZBURG24.

Dem Kakao auf der Spur

Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Claudia Grensing stellt der gebürtige US-Amerikaner seit zirka neun Jahren selbst Schokolade her. „Bereits vor 13 Jahren hat mich die Idee, rohe Schokolade herzustellen, gefesselt“, erzählt Weaver vor seinem Stand auf der Salzburger Schranne. Anfangs sei es schwer gewesen, Zutaten und vor allem Geräte für die Herstellung zu finden. „Aber ich habe nicht aufgegeben.“ Der Schokoladen-Funke ist dann auch schnell auf Lebensgefährtin Claudia übergesprungen. Gemeinsam wollten sie ihre Schoko „Bean2Bar“ herstellen. Also tatsächlich von der Kakaobohne bis zur fertigen Tafel alles selbst produzieren.

 

Dazu muss man wissen, dass fast jeder Hersteller seine Rohmasse, sprich Kuvertüre, zukauft und dann weiterverarbeitet. In Österreich produziert nur eine Handvoll Erzeuger tatsächlich „Bean2Bar“.

Schokolade-Manufaktur in Bad Dürrnberg

In einer kleinen Manufaktur in Bad Dürrnberg verarbeitete das Paar anfangs mit Hilfe einer Kaffeemühle Kakaobohnen, die sie im Internet bestellt hatten. „Das Ergebnis war grobkörnig, aber hat gut geschmeckt“, erinnert sich Weaver. Die ersten Kreationen verteilte seine Lebensgefährtin in ihrer Stillgruppe. Das Feedback war so gut, dass sie weitermachten.

Allerdings kam der hauptberufliche Gitarrenlehrer schnell davon ab, die Kakaobohnen direkt zu beziehen. Der Aufwand sei groß, die Quellen dafür mangelhaft und der Preis hoch. Daher stiegen die beiden auf ein Kakaoliquor um. Ein Produkt, das aus Kakaonibs (geröstete und zerkleinerte Kakaobohnen) hergestellt wird und einfacher weiterzuverarbeiten ist.

Schokolade kann so gesund sein

Was den 52-Jährigen am meisten an Schokolade fasziniert, sind die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit. Wird Kakao kalt gemahlen, behält er seine positiven Wirkstoffe, die Naturvölker schon seit rund 3.600 Jahren zu schätzen wissen. „Rohe Schokolade“ wird daher auch ohne Milch hergestellt, da sie die antioxidative Wirkung des Kakaos blockieren würde. „Ich wollte weg von E-Stoffen, schlechten Zutaten und Schokolade wieder auf ursprüngliche Art machen“, sagt Weaver.

Positive Eigenschaften von rohem Kakao

  • Flavanoide regen die Durchblutung an. Das bewirkt schnellere Reaktionsfähigkeit des Gehirns und ist gut für Herz und Venen.
  • Stimmungsaufhellend und gut gegen Depressionen
  • Macht munter und steigert die Leistungsfähigkeit
  • Regt den Stoffwechsel an
  • Enthält hochwertige und gesunde Fette
  • Hoher Sättigungsgrad; keine Gewichtszunahme durch rohe Schokolade
  • Kein Suchteffekt, bereits kleine Menge machen zufrieden
  • Natürliche Magnesiumquelle

Leute wissen Qualität zu schätzen

Natürlich hat diese Art der Herstellung, noch dazu in Kleinmengen, ihren Preis. Dennoch sei die Nachfrage gut. „Die Leute werden bewusster, suchen Produkte ohne Zucker und erforschen selbst Inhaltsstoffe“, hat der US-Amerikaner gelernt. Auch an seinem Verkaufsstand berät er interessierte Kunden, verteilt Kostproben und erklärt seine Produkte. „Angangs musste ich viel erklären, aber mittlerweile haben wir viele Stammkunden. Sie schätzen es und fragen nicht mehr nach dem Preis“. Der ist auch nicht bei jeder Tafel gleich. Man bezahlt nach Gewicht. „Wir haben viele Bestellungen. Meine Freundin ist ständig am Produzieren“, schmunzelt Weaver.

Er selbst stünde auch mal vorm Schoko-Regal im Supermarkt und probiere sich durch. "Um zu sehen, wie es schmeckt", erklärt er. "Man kann davon aber nicht aufhören, bei meiner Schokolade genügt ein Stück".

Schokolade in Kombination mit Superfood

Die Kreationen der beiden gibt es pur oder mit verschiedenen Füllungen. Auch dabei wird streng darauf geachtet, dass keine künstlichen Stoffe oder unnötiger Zucker verarbeitet werden. Die zahlreichen Sorten werden mit exotischen Zutaten wie Mesquite (Superfood der Ureinwohner Amerikas) oder Baobab, der Frucht des Affenbrotbaums, verfeinert.

So stillt man den Heißhunger auf Süßes, kommt etwas gesünder durch die Weihnachtszeit und erspart sich das schlechte Gewissen beim Schokolade-Genuss.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 04.12.2021 um 08:18 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/tennengau/rohe-schokolade-genuss-ohne-schlechtes-gewissen-112287295

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