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120 Mio. Euro investiert

Schlotterer plant in Adnet CO2-neutrales Werk

Projekt stößt in Gemeinde auf Widerstand

Sonnenschutz-Hersteller Schlotterer hat neue Details zur geplanten Erweiterung seines Werks III in Adnet (Tennengau) am Dienstag veröffentlicht. So soll dieses CO2-neutral werden. Die Energieversorgung durch eine Photovoltaik-Anlage sowie Erd- und Luftwärmepumpen sichergestellt werden. In Adnet regte sich zuletzt nicht nur von Anrainer:innen Widerstand gegen den Ausbau des Unternehmens.

Adnet

Ob der Baubeginn wie anvisiert Ende 2023 stattfinden kann, hängt vor allem davon ab, ob der Gemeinderat im Herbst die Umwidmung von rund fünf Hektar Grünland in Gewerbegebiet und Verkehrsfläche absegnet. In Adnet regte sich zuletzt nicht nur von Anrainer:innen Widerstand gegen den Ausbau des Unternehmens.

Für die Firmenleitung ist klar, dass Schlotterer mehr Platz braucht. "Sonnenschutz wird verstärkt nachgefragt. Wir kommen spätestens in zwei Jahren an unsere Kapazitätsgrenzen", sagte Geschäftsführer Peter Gubisch am Dienstag zur APA. Er zeigte sich zuversichtlich, dass das Wachstum der vergangenen Jahre weitergehen werde. Nicht zuletzt könne eine Außenbeschattung von Fenstern und Fassaden die Überhitzung von Gebäuden vermeiden oder verringern und so den Einsatz von Kühlgeräten und damit den CO2-Ausstoß minimieren.

Gibt Gemeinde Adnet grünes Licht?

Naturschützer und die Initiative "Rettet die Adnetfelder" fordern allerdings den Erhalt von wertvollem Grünland für weitere Generationen und warnen vor Lärm- und Verkehrsbelastung. Sie wünschen sich für den Ausbau die Nutzung von brachliegenden Gewerbe-und Industrieflächen. Gubisch hatte in der Vergangenheit aber betont, dass es im Umkreis von 15 bis 20 Minuten Fahrzeit keine Fläche gebe, die groß genug für das neue Werk sei.

Derzeit läuft in Adnet das Verfahren für die Flächenwidmung. Gibt die Gemeinde grünes Licht für eine Umwidmung, könne man in die bau-, gewerbe-, wasser- und naturschutzrechtlichen Verfahren treten. "Unser Wunsch ist, dass wir bis Ende des Jahres alle Bewilligung haben", betonte Gubisch. Dann wäre ein Baubeginn Ende 2023 möglich, die Inbetriebnahme des Werks III Anfang 2026.

Millionenschwere Schlotterer-Erweiterung

Insgesamt sollen bis 2035 ca. 750 neue Arbeitsplätze entstehen. In Summe werden dann ungefähr 1.350 Personen bei Schlotterer beschäftigt sein. Das für Adnet geplante Investitionsvolumen beträgt 120 Millionen Euro und damit deutlich mehr als ursprünglich geplant. Geschäftsführer Peter Gubisch: „Die höheren Baukosten werden da aber nur einen Teil ausmachen, wir wollen auch sehr viel in eine effiziente Energieversorgung ohne fossile Energieträger, in eine Photovoltaik-Anlage am Dach, in den Schallschutz sowie für Aufenthaltsräume und Terrassen für unsere Mitarbeitenden investieren, um nur die wichtigsten Bereiche des neuen Werks zu nennen“.

Außenfassaden in Holz gekleidet

Das Gebäude mit einer Gesamtfläche von 21.100 Quadratmetern soll um vier bis fünf Meter abgesenkt werden, die Außenfassaden durchgängig mit Holz bedeckt und zudem über weite Strecken begrünt werden. Im Süden soll ein drei Meter hoher Erdwall für den Schallschutz und eine Lärmschutzwand mit Kletterpflanzen errichtet werden. Auch das Dach, auf dem eine Photovoltaik-Anlage geplant ist, soll als Biodiversitätsdach ausgeführt werden. Das gesamte Gebäude wird auf zwei Ebenen angelegt, um weniger Bodenverbrauch zu erzielen, kurze Wege und eine integrierte Produktion zu ermöglichen.

CO2-neutrales Werk in Adnet

Die Energieversorgung des neuen Werks soll so erfolgen, dass das gesamte Werk CO2-neutral betrieben wird. Dazu sind eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach mit einer Leistung von einem Megawatt geplant, die Heizung und die Kühlung erfolgen mit Erd- und Luftwärmepumpen. Im Wall Richtung Süden wird eine Trafostation errichtet und die Befeuerung der Einbrennöfen der Pulverbeschichtungsanlage soll mit einer Hackschnitzelheizung erfolgen. Um langfristig auch die Werke I und II von Strom und Erdgas unabhängig zu machen, werde zur Zeit eine Umstellung auf Hackschnitzelheizung oder Bio-Flüssiggas geprüft.

Die Schlotterer Sonnenschutz Systeme GmbH ist eigenen Angaben zufolge Österreichs Marktführer für außenliegenden Sonnenschutz. Am Standort Adnet produzieren 630 Mitarbeiter Sonnenschutz-, Insektenschutz- und Pollenschutzelemente. Das Unternehmen gehört zur sich im Familienbesitz befindlichen IFN-Holding mit Sitz in Traun (OÖ), die etwa auch Fenster- und Türen-Marken wie Internorm oder Topic vertreibt. 2021 erwirtschaftete Schlotterer einen Umsatz von 112 Millionen Euro - um 14 Prozent mehr als im Geschäftsjahr 2020

(Quelle: SALZBURG24/APA)

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