Jetzt Live
Startseite Tennengau
Tennengau

Schützen-Gen in Golling vererbt

Toni Kaufmann Mal zwei: Senior und Junior sind begeisterte Mitglieder der Historischen Struber Schützen in Golling (Tennengau). Mit zirka 50 Kameraden sowie 86 anderen Kompanien aus Salzburg werden sie am 21. Oktober am Heldenplatz der Republik Österreich ihre Reverenz erweisen. Schütze sein ist bei den Kaufmanns Familiensache.

"Eine große Aufgabe für uns, unsere Heimat mit zu repräsentieren", sind sich Vater und Sohn einig.

Schütze sein ist bei den Kaufmanns in Golling nicht nur Ehren-, sondern auch Familiensache. "Mein Sohn hat als Taferlbub angefangen und ist dann zu den Gewehrträgern gegangen. Druck habe ich keinen ausgeübt, das wäre ohnehin schiefgegangen. Die Jugend soll aus Überzeugung Mitglied sein, nicht aus Zwang", betont Toni Kaufmann senior.

Die Kaufmanns werden auch in Wien aufmarschieren. Foto: Land Salzburg/Melanie Hutter Salzburg24
Die Kaufmanns werden auch in Wien aufmarschieren. Foto: Land Salzburg/Melanie Hutter
Die Kaufmanns werden auch in Wien aufmarschieren. Foto: Land Salzburg/Melanie Hutter

"Sind keine ewig Gestrigen"

Er ist aktuell Bezirksmajor im Tennengau und damit bei der Organisation des Festaktes engagiert dabei. Den Vermessungstechniker und ehemaligen Bürgermeister verbindet auch die Jägerschaft mit seinem Sohn, doch der Verein, das ist noch einmal mehr Zusammenhalt. "Wir Schützen sind keine ewig Gestrigen, kommen alle aus dem 'normalen' Leben. Dennoch oder gerade deshalb stehen wir für die Verbundenheit mit der Heimat und das Pflegen der Tradition", beschreibt der 63-Jährige.

Säbel und Gewehr

Obwohl das Schützen-Gen Vater und Sohn verbindet, gibt es doch einen gravierenden Unterschied: Der Senior zieht bei den Kommandos den Säbel, der Junior schultert das Gewehr. "Dabei zu sein, das bedeutet mir viel. Es ist ein besonderes Gefühl, die Tracht überzustreifen, besonderen Anlässen einen feierlichen Rahmen zu geben", erklärt Toni Kaufmann junior.

Einmal Schütze, immer Schütze

Doch was unterscheidet die Struberschützen von anderen Vereinen? "Früher war es eine Art soziales Netz für die Veteranen. Jetzt haben wir Gott sei Dank schon lange Frieden, daher haben sich die Aufgaben verändert. Aber der Zusammenhalt ist nach wie vor extrem hoch, man ist und bleibt Schütze, auch wenn man älter wird und kein Gewehr mehr trägt. Und auch die Ausrückungen sind bei uns seltener als bei anderen", erläutern Vater und Sohn. Der höchste Feiertag für die Struberschützen ist der Vortag des Prangtages, also Fronleichnam.

Wissenswertes zu den Salzburger Schützen

  • Im Bundesland gibt es 108 Kompanien.
  • 56 davon sind Gewehrschützen, 41 Prangerschützen beziehungsweise Prangerstutzenschützen und elf andere, so wie die Weihnachtsschützen zum Beispiel.
  • 5.900 befinden sich im aktiven "Dienst", weitere 5.100 zählen zu den unterstützenden Mitgliedern.
  • Landeskommandant der Schützen ist Franz Meißl aus Werfen (Pongau), seine Stellvertreter sind Josef Braunwieser aus Bergheim (Flachgau) und Albert Planitzer aus Tamsweg (Lungau).
  • Die Bezirkskommandanten: Andreas Schreder (Flachgau), Johann Brunnauer (Flachgauer Garden), Albert Planitzer (Lungau), Hans Kirchner (Pinzgau), Rudi Sparber (Pongau), Gottfried Grömer (Stadt Salzburg) und Anton Kaufmann senior (Tennengau).
  • Im 30-jährigen Krieg, also 1618 bis 1648, bürgerte es sich ein, Feldherrn mit Schüssen zu begrüßen. Heute wird bei kirchlichen und weltlichen Festen ein Salut geschossen.
  • Die Tradition der Salzburger Schützen geht mindestens bis 1278 zurück, als das Oberndorfer Schiffer-Schützen-Corps gegründet wurde.
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 14.04.2021 um 09:57 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/tennengau/schuetzen-gen-in-golling-vererbt-60413767

Kommentare

Mehr zum Thema