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"Sind feinfühliger geworden": Steaming Satellites in neuer Umlaufbahn

Sie sind "Back From Space" und doch außerirdisch gut: Unter diesem Titel legt die Salzburger Rockformation Steaming Satellites am 13. April ihr neues Album vor. Obwohl das Trio auf bewährte Zutaten setzt, wurde die Rezeptur merklich verfeinert. "Wir haben von Anfang an gewusst, wo es hingehen soll", betont Sänger Max Borchardt. Hier könnt ihr euch einen ersten Eindruck verschaffen.

Reichlich Funk, knackige Beats und eingängige Gitarrenmelodien sind auch diesmal das Fundament der zehn Songs, die ziemlich zwingend aus den Boxen dröhnen. Wo aber der selbstbetitelte Vorgänger teils etwas zu viel wollte, man sich in Nebenschauplätzen verlor, wird nun in eine Richtung marschiert: Der Opener "Put It Down" punktet mit akzentuierten Orgeleinsätzen, "Shout It Out" bietet atmosphärische Synthieflächen und "Electrify" hat ordentlich Groove gepachtet. Durchhänger? Fehlanzeige. Stattdessen verleitet die Kompaktheit der Platte zum sofortigen Wiederanhören.

Back from Space, die erste Single-Auskopplung aus dem gleichnamigen Album:

Steaming Satellites lernen als Songschreiber noch dazu

"Wir haben uns sehr stark an den Demos orientiert, zum Teil auch Sachen daraus verwendet", rekapituliert Emanuel Krimplstätter im APA-Interview. Und Kollege Borchardt pflichtet bei: "Das haben wir einfach gelernt: Die Demoversionen haben oft das richtige Feeling, wenn auch nicht den besten Sound. Bei Neuaufnahmen verlierst du manchmal diese Magie. Man muss es also oft lassen, wie es ist - dann funktioniert es am besten. Sonst drehst du dich im Kreis." Auch bei der Frage, wann ein Song fertig ist, sei man einen Schritt weiter: "Da war das neue Album für uns viel schlüssiger", erklärt der Sänger. "Man muss Sachen nicht komplizierter machen, als sie sind."

Was allerdings nicht heißt, dass Borchardt, Krimplstätter und Matthäus Weber ihr Faible für verspielte Arrangements, progressive Ausflüge und straighten Rock verloren hätten. All das hat nach wie vor Platz, wird aber effizienter eingesetzt. "Wir bringen die Sachen mehr auf den Punkt. Überflüssige Parts werden weggelassen oder Abschnitte, die wir früher über mehrere Minuten hinweg ausgewälzt hätten", meint Krimplstätter. "Live ist es natürlich etwas anderes, weil wir die Nummern oft ausbauen." Da darf es also durchaus mal ein längeres Solo sein oder werden die Synthies ordentlich gefordert.

Gefühl dient der Band als Leitfaden

"Wir kennen uns mittlerweile schon sehr gut", wird der Sänger dann aber wieder ernster. "Da weißt du auch, wie miteinander umgehen, wie weit du gehen kannst und welche Grenzen überschritten werden können. Wir sind feinfühliger geworden untereinander." Dabei diene auch das Gefühl "als Leitfaden", ergänzt Krimplstätter. "Und dieses Gefühl hat sich über die vergangenen zehn Jahre entwickelt." Trotzdem ist und bleibt auch Veränderung ein Antrieb für die Gruppe. "Man macht es sich nicht immer leicht, will sich fordern. Das braucht man auch, um den nächsten Schritt zu machen", so Borchardt.

Suche nach perfektem Song geht weiter

Bleibt die Frage, ob man nach all der Zeit Erfolg mittlerweile anders definiert? "Ich bin eigentlich eher unzufrieden", wird Borchardt grundsätzlich. "Zumindest habe ich das Gefühl. Wenn ein Album fertig ist, denke ich eigentlich sofort an das nächste und überlege, was man besser machen kann. Aber ich bin generell eher selbstkritisch." Die Suche nach dem perfekten Song, so es ihn gibt, geht also weiter. Begleiten kann man die Steaming Satellites dabei ab 22. Mai, wenn die Band live in Wien, Salzburg (23. Mai im Rockhouse), Innsbruck und Graz zu erleben ist.

(APA)

Aufgerufen am 13.12.2018 um 01:47 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/tennengau/sind-feinfuehliger-geworden-steaming-satellites-in-neuer-umlaufbahn-58147381

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