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Skigebiet Gaißau-Hintersee

Bundesforste klagen Liftgesellschaft

20140108_PD1083.HR.jpg APA/Barbara Gindl/Archiv
Im stadtnahen Skigebiet waren die Lifte den ganzen Winter über keinen einzigen Tag in Betrieb.

Die Österreichischen Bundesforste (ÖBF) bringen wegen ausständiger Pachtzahlungen im Salzburger Skigebiet Gaißau-Hintersee nun Klage gegen die sich mehrheitlich in chinesischer Hand befindenden "Gaissauer Bergbahnen" ein.

"Bis zum heutigen Tag wurden weder die offenen Forderung beglichen, noch die Bankgarantien erbracht", teilte ÖBF-Sprecherin Pia Buchner am Montag der APA mit.

Verträge bereits im März beendet

Nachdem schon mit März 2019 die Verträge mit der Liftgesellschaft beendet wurden, sei dieser Schritt Ende vergangene Woche beschlossen worden. "Die Klage wird dabei von unserer Rechtsvertretung, der Finanzprokuratur, eingebracht", erklärte Buchner. Zur Höhe der ausstehenden Summe wollten die Bundesforste aus datenschutzrechtlichen Gründen heute keine Auskunft geben. Die meisten Grundstücke, auf denen die Liftanlagen stehen, sind im Besitz der Bundesforste.

Interesse an Fortbestand des Skigebietes

Mit der Auflösung der Verträge sei jedoch der Weg für andere Lösungen frei geworden, betonte Buchner. "Die Bundesforste würden einen Fortbestand des Skigebietes sehr begrüßen und es würde uns sehr freuen, wenn es zu einer alternativen Lösung mit einem seriösen Partner kommt." Allerdings gelten die Anlagen als alt und müssten zumindest technisch überholt werden, bevor sie in Betrieb gehen können. Alleine die Kosten für eine von vielen für den langfristigen Bestand des Skigebiets als notwendig erachtete künstliche Beschneiung werden auf rund vier Millionen Euro geschätzt.

Gaißau-Hintersee: Lifte stehen Winter über still

Im stadtnahen Skigebiet waren die Lifte den ganzen Winter über keinen einzigen Tag in Betrieb - trotz der ausgezeichneten Schneelage. Dabei hatte sich im Spätherbst noch Optimismus in der Region breitgemacht. Ende Oktober standen die Zeichen im Konflikt zwischen den ÖBF und den Bergbahnen auf Entspannung. Nachdem die Gaissauer Bergbahnen schon damals vertraglich geregelte Pachtzahlungen und Bankgarantien schuldig geblieben waren, konnte nach langen Verhandlungen erneut ein Vertrag zustande gebracht und unterzeichnet werden.

"Den dort vertraglich verpflichteten Zahlungen samt Erbringen einer Bankgarantie ist die Gesellschaft nicht oder nur teilweise nachgekommen", teilte Buchner der APA mit. Um den Saisonstart zu ermöglichen, hätten die Bundesforste im Dezember 2018 "ein letztes Mal" eine Nachfrist eingeräumt - ohne Erfolg. Dabei hatte im November der chinesische Mehrheitseigentümer Wang Zhong Hui noch neue millionenschwere Investitionen zur Modernisierung des Skigebiets in Aussicht gestellt. Und er wies damals darauf hin, in den vergangen Jahren mehr als 7 Mio. Euro in den Betrieb des Skigebiets und in die Region gesteckt zu haben.

Liftgesellschaft zu 75 Prozent in chinesischem Besitz

Die Liftgesellschaft befindet sich seit 2016 zu 75 Prozent im Besitz seiner chinesischen J&Y Holding Group Ltd. mit Sitz in Peking. Nach wirtschaftlich turbulenten Jahren stellten die Bergbahnen im Jänner 2017 einen Antrag auf Insolvenz, um mit einer Entschuldung den Betrieb langfristig abzusichern. Der Sanierungsplan wurde mehrheitlich angenommen, die Gläubiger erhielten damals eine 30-Prozent-Quote. Der frühere Haupteigentümer Gernot Leitner ist mit seiner Masterconcept Consulting GmbH mit acht Prozent beteiligt. Zehn Prozent hält der Hinterseer Hotelier Albert Ebner, sieben Prozent besitzt die SPDM GmbH in Wien.

(APA)

(Quelle: APA)

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