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"Slipstream": Steaming Satellites im Windschatten des Psychedelischen

Mitte Februar präsentierten die Steaming Satellites ihr neues Album im Musikladen in Salzburg. FMT-Pictures M. W.
Mitte Februar präsentierten die Steaming Satellites ihr neues Album im Musikladen in Salzburg.

Die Salzburger Band Steaming Satellites sprechen über den intensiven Entstehungsprozess des neuen Albums „Slipstream“, heißen ein altes Mitglied willkommen und machen Vorfreude auf das Liveerlebnis.

Albumaufnahmen können eine sehr stressige Zeit sein. Diese Erfahrung musste auch das Salzburger Trio Steaming Satellites im vergangenen Jahr machen. "Bei 'The Moustache Mozart Affair' (2011 erschienenes Debüt, Anm.) haben wir zwei Jahre Zeit gehabt, beziehungsweise uns einfach so viel Zeit genommen. Nun hat sich dieser Prozess innerhalb eines halben Jahres abgespielt", resümiert Bassist Emanuel Krimplstätter. Gemeinsam mit Sänger Max Borchardt und Schlagzeuger Matthäus Weber wurde "Slipstream" eingespielt, ein elf Songs umfassendes Werk zwischen oszillierender Elektronik, Soul und Funk.

Album-Feinschliff im heimischen Abtenau

Die kurze Entstehungszeit sei "eine neue Herausforderung" gewesen, so Krimplstätter im Gespräch mit der APA. Zwischen Festivalgigs an Wochenenden wurde im Sommer 2012 immer wieder geschrieben, geprobt und an den Songs getüftelt, bis 30 Stücke auf der Habenseite standen. "Aus denen haben wir schließlich ausgewählt", erzählt Borchardt. Aufgenommen wurde in Berlin, der finale Schliff wurde dem Album schließlich im heimischen Abtenau verpasst. Diese sehr intensive Phase sorgt rückblickend für leichtes Schulterzucken bei der Band. "Eigentlich muss man sagen: Dieses Konzept war nicht sehr klug gedacht", schmunzelt Weber: "Es war einfach sehr anstrengend. Alles musste Schlag auf Schlag gehen."

Keine Zeit zum Durchatmen

Stress oder Hektik ist der Platte aber nicht anzuhören: Vom einfacher gestrickten, handgemachten Rock der frühen Tage haben sich die Steaming Satellites mittlerweile wegbewegt, hin zu einem ebenso den Kopf wie das Tanzbein ansprechenden Gestus, der im Windschatten des Psychedelischen segelt und den Songs genügend Raum zum Atmen lässt. Etwas, was das Trio bei den Aufnahmen wohl selbst gerne gehabt hätte. "Wir sind sehr zufrieden jetzt, aber es gab wirklich keine Zeit zum Durchschnaufen. Das war das Energieraubende an dem Ganzen", meint Borchardt. So sei man auch "am letzten Tag" erst fertig geworden. "Das ist sicher eine Sache, die wir für das nächste Album planen müssen: Dass wir uns zwar den Zeitdruck geben, aber auf keinen Fall so stressig, wie es jetzt war", lacht Krimplstätter.

Viertes Mitglied kehrt zurück

Inhaltlich drehen sich die Stücke wie das eingängige "Another Love" oder der Blues-Rocker "No Sleep For The Dreaming" um Beziehungen jeglicher Art. "Prinzipiell geht es darum, dass man sich selbst so eine Art Wurmloch kreieren muss, wenn es einem nicht gut geht. Damit man aus einer schlechten Zeit wieder rauskommt und das Gute am Leben sieht", sinniert Sänger Borchardt: "Das Wichtigste daran ist, dass man sich dem Unangenehmen stellt." Für die variantenreiche Instrumentierung hat man sich im Studio Unterstützung von Trompeter Johann Öttl geholt, live wird das Trio laut Borchardt aber dank eines alten Bekannten wieder zum Quartett anwachsen: "Weil Manfred Mader, der früher schon Teil der Band war, wieder dazukommt."

Stillstand als Fremdwort

Womit im Gefüge der Band Stillstand erneut ein Fremdwort ist, gab es doch schon in den vergangenen Jahren mehrere Umbesetzungen. "Ich denke, dass die Steaming Satellites vor sechs Jahren etwa genauso gut eine andere Band hätten sein können", versucht sich Borchardt an einer Erklärung. "Wenn du es mit einem anderen Namen verbinden würdest, das hätte auch so sein können. Aber warum immer etwas Neues? Warum alles gleich wegwerfen, wenn sich doch etwas entwickeln kann? Das ist bei uns eigentlich immer so. Ich bin mir beispielsweise zu hundert Prozent sicher, dass das nächste Album komplett anders klingen wird. So ist man auch nicht in irgendwelchen Genres gefangen und hat einfach Freiraum, sodass sich immer etwas Neues entwickeln kann."

In welche Richtung sich die Studioversionen beim Liveerlebnis entwickeln, kann in der kommenden Woche untersucht werden: Am 13. März gastieren die diesjährigen Empfänger des Salzburger "Heimo-Erbse"-Preises im Wiener WUK, am 15. März im Weekender Innsbruck und am 16. März gibt es im Salzburger Rockhouse das Heimspiel.

(Interview von Christoph Griessner/APA)

Aufgerufen am 17.11.2018 um 12:08 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/tennengau/slipstream-steaming-satellites-im-windschatten-des-psychedelischen-42649231

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