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Stickstoffoxide: Tempolimits auf Salzburgs Autobahnen zeigen Wirkung

Durch die flexiblen Tempolimits auf der Westautobahn (A1) und der Tauernautobahn (A10)  konnte im vergangenen Jahr laut einer Studie eine Reduktion von gesundheitsschädlichen Stickstoffoxiden verzeichnet werden. Die Grenzwerte können allerdings nicht eingehalten werden, was zu einem großen Teil am Abgasskandal bei Dieselfahrzeugen liegt.

Bei Stickstoffdioxid handelt es sich um ein lungenschädigendes Gas. Asthma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronische Bronchitis können die Folge von zu hohen Belastungen in der Luft sein. Mit den Belastungen in Salzburg setzte sich eine Studie auseinander, am Donnerstag stellten LH-Stv. Astrid Rössler (Grüne) und Alexander Kranabetter vom Referat Immissionsschutz die Ergebnisse vor.

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Tempo 80 wie drei Wochen Totalsperre der Stadtautobahn

Demnach war während des Untersuchungszeitraums auf der A1 im Bereich von Salzburg-Nord bis zum Knoten Wals Tempo 80 für 47 Prozent der Zeit geschaltet. Dabei benützten rund 76.000 Fahrzeuge täglich diese Strecke und somit um drei Prozent weniger als im Vorjahr. Tempo 80 wird dann aktiviert, wenn es lufthygienisch am meisten Sinn macht, so können 75 Prozent des Effekts einer permanenten Tempo-80-Regelung erreicht werden. Die Immission von Stickstoffoxiden konnte um fünf Prozent bei NO2 und sechs Prozent bei NOx reduziert werden. "Das entspricht einer Totalsperre der Autobahn von drei Wochen", so LH-Stv. Rössler beim Pressegespräch.

A10: Stickstoffdioxidwerte seit 2008 um 18 Prozent reduziert

Die flexible Tempobeschränkung auf der A10 im Bereich von Salzburg-Süd bis Golling (Tennengau) war für 55 Prozent der Gesamtzeit aktiv. Dass in dieser Zeit statt 130 km/h nur 100 km/h gefahren wurde, brachte bei den Stickstoffoxiden eine Reduktion von sechs Prozent bei NO2 (Stickstoffdioxid) und acht Prozent bei NOx (Stickoxid). Seit der Einführung des Tempolimits im Jahr 2008 sind die Stickstoffdioxidwerte in diesem Bereich um 18 Prozent zurückgegangen. Geschalten werden die Tempolimits auf den Autobahnen vor allem zu den Verkehrsspitzen in der Früh und am frühen Abend. Außerdem gelten sie im Winter und Herbst häufiger als im Frühjahr und Sommer.

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Grenzwerte können nicht eingehalten werden

Trotz dieser Reduktion konnten die Grenzwerte zum Gesundheitsschutz bei Stickstoffdioxid nicht erfüllt werden. Hier gilt EU-weit ein Wert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter, in Österreich gar nur 35. Die Jahresmittelwerte lagen auf der A1 bei 46 Mikrogramm, auf der A10 bei 48 Mikrogramm. Nachgebessert werden kann beim Fahrverhalten der Verkehrsteilnehmer, im Bereich der Stadtautobahn beträgt die Geschwindigkeit bei IG-L-Schaltung immer noch durchschnittlich 85 km/h.

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Dieselskandal hat großen Einfluss

Einen weitaus größeren Anteil an den Abgaswerten haben allerdings die Autohersteller: "Die Autoindustrie hält die Immissionswerte bei Weitem nicht ein. Das, was man als Dieselskandal bezeichnet, lässt sich mit Messwerten belegen. In sämtlichen europäischen Ländern können die Grenzwerte nicht eingehalten werden", gibt Rössler an. Durch die Tricksereien der Autohersteller kommen europaweit jährlich 5.000 Menschen ums Leben, davon sind 80 Österreicher, wie eine Studie zeigte. "Auch die modernste Dieselklasse, Euro-6, hält auf der Straße nicht einmal den Grenzwert von Euro-3 ein", so Alexander Kranabetter.

Rössler für flächendeckende Parkraumbewirtschaftung

Die Autoindustrie hat hier also noch großen Nachholbedarf. Um im Salzburger Zentralraum dauerhaft für bessere Luft zu sorgen, spricht sich Rössler für eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung in der Stadt Salzburg aus. "Ein kombiniertes Modell aus Grünen und Blauen Zonen könnte die Pendlerströme besser berücksichtigen", so Rössler abschließend.

Aufgerufen am 10.12.2018 um 04:46 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/tennengau/stickstoffoxide-tempolimits-auf-salzburgs-autobahnen-zeigen-wirkung-57483769

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