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Zwei Helfer der Attentäter von Paris in Salzburg verhaftet

Die beiden Männer wurden in einem Transitquartier in Salzburg festgenommen. APA/BARBARA GINDL
Die beiden Männer wurden in einem Transitquartier in Salzburg festgenommen.

In Salzburg wurden am Montag zwei Paris-Terrorhelfer festgenommen. Das berichtet die Kronenzeitung am Mittwoch. Die beiden Männer waren offenbar mit den Attentätern von Paris über Griechenland eingereist und warteten in Salzburg auf weitere Anweisungen. Die Behörden halten sich großteils bedeckt. Bei den Männern handelt es sich entgegen erster Berichte um keine Franzosen.

Die Polizei konnte auf Anfrage von SALZBURG24 zuerst nichts sagen und verweist auf die Staatsanwaltschaft. "Es handelt sich um eine Verschlusssache", erklärte der stellvertretende Mediensprecher Robert Holzleitner. Am Mittwochnachmittag wurde die Festnahme schließlich von der Staatsanwaltschaft gegenüber der APA bestätigt. Ebenfalls am Nachmittag wurde bekannt, dass es sich offenbar nicht - wie anfangs berichtet - um französische Staatsbürger handelt.

"Hinweise auf Zusammenhang mit Paris geprüft"

"Sie befinden sich in U-Haft", sagte der Staatsanwalt. "Im behängenden Ermittlungsverfahren werden derzeit Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris geprüft." Die Staatsanwaltschaft bitte um Verständnis, dass derzeit keine weiteren Auskünfte erteilt werden können. "Es handelt sich um eine Verschlusssache", betonte der Mediensprecher am Mittwochnachmittag erneut.

Laut dem Bericht der Kronenzeitung seien die beiden Männer Anfang Oktober mit Mitgliedern des Terrorkommandos von Paris mithilfe von Schleppern und ausgerüstet mit falschen syrischen Papieren über die Westbalkanroute nach Österreich bzw. Salzburg eingeschleust worden.

IS-Komplizen warteten in Salzburg auf Befehle

In Salzburg warteten die mutmaßlichen IS-Komplizen offenbar auf Befehl, weitere Anschläge zu verüben. In einem Transitquartier klickten dann am Montag die Handschellen. Offenbar war das Duo aufgrund von Informationen eines ausländischen Geheimdienstes aufgespürt worden.  In Salzburg warteten die Beiden offenbar auf den Befehl, weitere Terrorakte zu verüben. Bei den Anschlägen in Paris waren am 13. November 130 Menschen getötet worden, zu den Attacken bekannte sich die IS-Miliz.

Terrorverdächtige doch keine Franzosen

Die Nationalität der beiden mutmaßlichen IS-Jihadisten ist offiziell noch nicht bestätigt. Bei den Verdächtigen dürfte es sich aber nicht - wie anfangs berichtet - um französische Staatsbürger handeln, wie die APA am Mittwoch aus Behördenkreisen erfahren hat. Laut eines Berichtes des Online-Portals der Tageszeitung "Die Presse" handelt es sich bei den etwa 30 Jahre alten Inhaftierten um einen Nordafrikaner und einen Mann aus dem Nahen Osten. Die beiden sollen bei der Einreise nach Österreich Anfang Oktober in der Steiermark registriert und aufgrund von Informationen eines ausländischen Geheimdienstes schließlich in Salzburg aufgespürt worden sein.

Der IS bekannte sich zu den Terroranschlägen in Paris am 13. Dezember./APA/AFP/THOMAS SAMSON Salzburg24
Der IS bekannte sich zu den Terroranschlägen in Paris am 13. Dezember./APA/AFP/THOMAS SAMSON

IS-Sympathisanten in Salzburg verhaftet

Erst Anfang Dezember wurde bekannt, dass zwei Männer wegen mutmaßlichen Bezugs zum IS in Salzburg verhaftet worden waren. Die beiden Beschuldigten waren als Flüchtlinge deklariert nach Salzburg gekommen und anderen Flüchtlingen und auch Freiwilligen Helfern aufgrund ihrer Schilderungen über ihre Beteiligung an kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien im Dienste des IS aufgefallen. Gegen die zwei syrischen Asylwerber, die seit September beziehungsweise Oktober in Salzburg in Haft sitzen, laufen noch Ermittlungen wegen des Vorwurfs der "Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung" (Paragraf 278b Strafgesetzbuch). "Sie sind noch in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen", sagte Staatsanwalt Holzleitner heute zur APA.

Der Verteidiger des 21-jährigen Beschuldigten, Rechtsanwalt Reinhold Gsöllpointner, erklärte am Mittwoch gegenüber der APA, dass der Mann sowohl in Abrede stellt, an IS-Aktionen mitgewirkt zu haben, noch gegen Anwesende der Flüchtlingsunterkunft prahlerische Angaben gemacht zu haben. Der 21-Jährige war am 17. September im Flüchtlingslager in der Schwarzenbergkaserne in Wals-Siezenheim festgenommen worden. Gsöllpointner sagte, aus dem Ermittlungsakt würden sich keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit der aktuellen, von Medien berichteten Festnahme ergeben.

Vier Personen wegen IS-Beteiligung in U-Haft

Recherchen der APA zufolge befinden sich derzeit vier Personen wegen des Verdachtes der "Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung" in der Salzburger Justizanstalt Puch-Urstein in Untersuchungshaft.

(SALZBURG24/APA)

(Quelle: S24)

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